Das Sicherheitsunternehmen Binarly behauptet, dass Hacker, die im April einen Cyberangriff auf die Systeme von MSI durchgeführt haben, sowohl private Schlüssel als auch Intel BootGuard erbeutet haben. Die Hacker veröffentlichten diese Schlüssel, die auch andere PC-Hersteller betreffen würden.
Alex Matrosov, der Geschäftsführer von Binarly, schreibt auf Twitter, dass 57 MSI-Produkte die durchgesickerten privaten Schlüssel verwenden. Diese Schlüssel werden verwendet, um MSI-Firmware auf Geräten zu signieren und sind eine wichtige Maßnahme, um die Sicherheit der Geräte des Unternehmens zu gewährleisten. Die Weitergabe dieser Schlüssel könnte zu kritischen Sicherheitslücken führen, da sie es Angreifern ermöglicht, weiterhin bösartige Software zu signieren.
Nach Angaben des Mannes verwenden 116 MSI-Produkte ebenfalls die geleakten Intel BootGuard Keys. Durch Intel BootGuard wird der Bootvorgang eines Computers mit einer Intel-CPU überprüft. Die Software stellt sicher, dass Schadsoftware oder andere nicht autorisierte Software keine Änderungen an der UEFI-Firmware eines Geräts vornehmen kann und gewährleistet so dessen Integrität.
Matrosov schreibt, dass das Intel BootGuard Keys-Leck bei MSI auch andere Unternehmen der Branche betrifft. Schließlich würden diese die gleichen Schlüssel verwenden, was bedeutet, dass ihre Geräte nun ebenfalls einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind.
Anfang April bestätigte MSI, dass das Unternehmen Opfer eines Cyberangriffs geworden ist. Zu diesem Zeitpunkt sagte MSI nicht, um welche Art von Angriff es sich handelte und wer dahinter steckte. MSI-Kunden wurde jedoch dringend geraten, Firmware- und Bios-Updates nur von der offiziellen MSI-Website zu installieren. BleepingComputer wurde von der Ransomware-Gruppe Money Message mitgeteilt, dass sie hinter dem Angriff steckt. Die Gruppe behauptete, 1,5 TB an Daten gestohlen zu haben und forderte vier Millionen Dollar von MSI.