Zeitreise in die Vergangenheit: Das waren die beliebtesten Online Spiele der 90er Jahre

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In den 1990er Jahren war das Internet definitiv Neuland. DSL-Anschlüsse mussten noch verlegt werden, das 1996 ins Leben gerufene ICQ war der beliebteste Online-Dienst für Kurznachrichten. Computerspiele waren ein bereits etabliertes Medium. Findige Entwickler und Publisher erkannten die Chancen, die sich durch das World Wide Web ergeben – und bauten erste Multiplayer-Modi in Spielen ein.

Vor allem bei Online-Rollenspielen war es üblich, dass Spieler neben dem Basisspiel ein monatliches Abonnement abschließen. Sich wie für die Wettigo Casino Erfahrungen in der Schweiz einfach anzumelden, war nicht drin. Außerdem war es notwendig, einen aufgerüsteten Computer sein Eigen zu nennen. Smartphones und Tablets sollten erst im Folgejahrzehnt echte Marktreife erlangen.

Ultima Online

Bevor World of Warcraft Mitte der 2000er Jahre das MMORPG-Genre im Sturm erobern sollte, veröffentlichte die Ultima-Reihe einen Online-Ableger. Ultima bezeichnet eine langjährige Serie, die bereits seit 1981 existiert. Mit Ultima Online unternahm Publisher Electronic Arts einen ersten Versuch, das Singleplayer-Rollenspiel zeitgemäß zu modernisieren. Tatsächlich ist Ultima Online nach wie vor spielbar.

Inhaltlich enthält das 1997 veröffentlichte MMORPG zahlreiche Funktionen, die dem Genre wie selbstverständlich zugerechnet werden. In Dungeons können Spieler Gold erstreiten. Wahlweise besteht die Möglichkeit, Handel zu betreiben und hergestellte Items gegen Gold zu tauschen. Zudem können Spieler im PvP Kämpfe untereinander ausfechten.

Nahezu einzigartig ist, wie Fähigkeiten in Ultima Online funktionieren. Nur wer eine Fähigkeit häufig anwendet, meistert diese. Um Zauber mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erfolgreich zu sprechen, müssen Zauber häufig angewendet werden. Spielern steht es frei, angeeignetes Wissen wieder zu verlernen, um neue Fähigkeiten auszutesten. Recht ungewöhnlich sind die moralischen Virtues (Tugenden), die bei Ultima Online im Fokus stehen und zum Beispiel gerechtes oder ehrliches Handeln belohnen.

Age of Empires

1997 nahm eine der erfolgreichsten Echtzeit-Strategie-Reihen ihren Anfang: Age of Empires. 14 Entwickler haben bislang an Age-of-Empires-Spiele gewerkelt. 2021 kam mit Age of Empires IV der aktuellste Serienteil heraus. Aus heutiger Sicht wird das 1999 releaste Age of Empires II unter Online-Spielern als bester Ableger der Reihe gehandelt, aber das erste Echtzeit-Strategiespiel war ebenso imstande, Hobby-Strategen für sich zu begeistern. 2018 brachte Microsoft eine grafisch überarbeitete Version heraus, die spielerisch bloß die Steuerung abänderte.

Age of Empires verfügt über einen Singleplayer-Modus, in dem Spieler Kampagnen erleben und durch kluges Ressourcenmanagement im Zeitalter aufsteigen. Neue Zeitalter – Altsteinzeit, Jungsteinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit – schalten bessere Gebäude und Einheiten frei. Age of Empires gibt den Spielern 12 Völker zur Auswahl, die unterschiedliche Stärken und Schwächen offenbaren. Das Spielziel besteht entweder darin, Gegner dem Erdboden gleichzumachen, oder Artefakte auf der Karte einzusammeln, oder Weltwunder zu errichten und zu verteidigen.

Das wählbare Volk hat erheblich zum Erfolg des Multiplayers der Reihe beigetragen. Während manche Völker schnellen Siegen den Weg ebnen, nehmen andere Zivilisationen nur gemächlich Fahrt auf – um im Gegenzug doppelt so stark zurückzuschlagen. Im Grunde folgt das Spiel somit einem Schere-Stein-Papier-Prinzip, welches aber vielschichtiger aufgebaut ist, als es anfangs den Anschein hat.

EverQuest

Neben Ultima Online war das 1999 veröffentlichte EverQuest eines der erfolgreichsten frühen MMORPGs. Bis heute sind 29 Erweiterungen erschienen; der Release der letzten Erweiterung – Night of Shadows – ist Ende 2022 erfolgt. Hieran ist zu erkennen, dass EverQuest noch heute online gespielt wird. Während seines Höhenflugs fanden sich weltweit 450.000 Spieler auf den Servern des Rollenspiels ein. Bereits 2005 waren die Spielerzahlen aber so weit gesunken, dass Publisher Ubisoft entschied, die lokalisierten Server zu schließen. Seither sind deutsche Spieler gezwungen, englische Bildschirmtexte zu lesen.

Interessanterweise erschien mit EverQuest Online Adventures 2004 sogar eine Version für Sonys PlayStation 2. Standardmäßig ist EverQuest nur auf Windows-Rechnern verfügbar.

StarCraft

StarCraft bezeichnet ein Echtzeit-Strategiespiel, das Blizzard Entertainment 1998 veröffentlicht hatte. Seinerzeit lobte die Fachpresse den Karteneditor in Kombination mit dem Multiplayer-Modus, der praktisch unendlichen Wiederspielwert bieten würde. Auch die Spieler pflichteten diesem Urteil bei. In Südkorea sollte sich StarCraft sogar zu einer Art Volkssport entwickeln. Bei wichtigen Turnieren fiebern beim Public Viewing teils zehntausende Zuschauer mit ihren Lieblingsspielern mit.

Nach wie vor bestreiten Profis ihren Lebensunterhalt mit StarCraft. Das fordernde Gameplay, das Spielern auf dem höchsten Level hunderte Aktionen pro Minute (APM) abverlangt, hat erheblich zum Siegeszug des Spiels beigetragen. Heute ist StarCraft einer der erstgenannten E-Sports-Titel, der sich mit seinem unwirklichen Sci-Fi-Setting von der Konkurrenz abhebt.

Quake

Quake ist ein schneller Ego-Shooter, der erheblich zum Erfolg von E-Sports beigetragen hat. Im Jahre 1997 – nur ein Jahr nach Release – hat ein Entwickler seinen Ferrari als Preis für den Turniersieg gesponsert. Zu diesem frühen Zeitpunkt rückte Quake den kompetitiven Aspekt, den Computerspiele entfalten können, geschickt in den Vordergrund. Auch spielerisch hat Quake so manchen Spielmodus erdacht, der heute zur natürlichen DNA von Shootern gehört: Capture the Flag beispielsweise.

Die 90er sind heute

Selbst heute erfreuen sich Spieler online an den beliebtesten Computerspielen, die in den 1990er Jahren entstanden sind. Age of Empires und Quake wurden als Definitive oder Enhanced Edition neu aufgelegt; eingefleischte Fans sind Ultima Online und EverQuest treu ergeben. Vor allem zeigen diese Beispiele, dass der Unterhaltungswert der Klassiker nicht zu unterschätzen ist. Auch sind zahllose Spielmechaniken, die heute zum Grundrepertoire der Entwickler gehören, damals entstanden.

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