Hersteller kleinerer Workstations äußern ihre Unzufriedenheit mit Lenovo. Gleich drei Workstation-Hersteller in den Vereinigten Staaten beschweren sich über Lenovos Deal mit AMD, was bedeutet, dass Threadripper-CPUs kaum auf Lager sind.
Die weltweite Chipknappheit scheint sich langsam aufzulösen, aber ausgewählte Prozessoren sind noch immer nicht ausreichend verfügbar. Beispielsweise sind AMDs Threadripper-CPUs für den professionellen Bereich immer noch Mangelware – insbesondere wenn Exklusivverträge für neue Modelle abgeschlossen werden.
AMD kündigte im März die neue Threadripper Pro 5000- Generation an und stellte Lenovo als vorläufigen, exklusiven Partner vor. Alle fünf Modelle gehen derzeit direkt an Lenovo und deren ThinkStation P620-Systeme; Andere Parteien können die neuen CPUs möglicherweise monatelang nicht ergattern.

Übersicht der Benchmark-Ergebnisse verschiedener AMD Threadripper Pro 5000-Modelle im Vergleich zu vergleichbaren Intel Xeon-Prozessoren. Dies scheint bei kleineren Workstation-Herstellern für Verärgerung zu sorgen. Im Gespräch mit The Register sprechen amerikanische Unternehmen wie Puget Systems, Velocity Micro und Maingear von Scham. Mit einem rückläufigen Bestand an der Threadripper (Pro) 3000-Reihe und null Skalierbarkeit verlieren die kleineren Parteien ihr Geschäft an das multinationale Unternehmen Lenovo.
Einige PC-Hersteller sprechen davon, ihren Threadripper-Bestand zu „verdampfen“. Für einige wenige sind beliebte Workstations seit letztem November im Wesentlichen ausverkauft. „In den letzten drei Jahren haben wir so viele Marketinginitiativen in die Förderung der Marke Threadripper gesteckt – und jetzt war alles umsonst“, sagte der Vorsitzende von Velocity Micro. „Der Punkt ist, ich möchte so wenig Threadripper wie möglich an multinationale Unternehmen verlieren.“
Produktfoto des ThinkStation P620-Systems von Lenovo
Ein Maingear-Sprecher spielt die finanzielle Karte: „Wenn ich zehn Systeme an einen Kunden für jeweils 15.000 Dollar verkaufe, ist das kein geringer Betrag für mein Geschäft. Stellen Sie sich also vor, ich müsste ein Angebot für dreißig oder vierzig Systeme ablehnen. Das ist echtes Geld, und Es ist eine Schande, dass es so herauskommt.“
Ein Lenovo-Sprecher gab an, dass dies nicht Teil des Chipproblems sein würde: „Mir wurde versichert, dass die CPU-Engpässe nicht auf [die Montage von] ThinkStation-Systemen zurückzuführen sind“.
Chiphersteller AMD selbst versichert, dass die Threadripper-5000-Generation „im dritten Quartal 2022 weiteren Partnern zur Verfügung gestellt wird“, eine Aussage zur Gesamtlieferung bzw. Produktion von Chips will das Unternehmen aber noch nicht machen.
