TSMC ist in Gesprächen mit Partnern, um bis zu 10 Milliarden Euro in den Bau einer Chipfabrik in Deutschland zu investieren. Dies berichten Insider gegenüber Bloomberg. Das Unternehmen könnte die Pläne im August genehmigen. Die Fabrik soll laut Bloomberg 28nm-Chips produzieren.
Die potenzielle Fabrik wäre ein Gemeinschaftsunternehmen von TSMC, NXP, Bosch und Infineon und soll im deutschen Bundesland Sachsen angesiedelt werden. Bloomberg-Quellen zufolge wird das Projekt mit einem Budget von mindestens sieben Milliarden Euro einschließlich etwaiger Subventionen ausgestattet sein, dürfte aber eher bei 10 Milliarden Euro liegen. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht getroffen worden, und die Pläne können sich noch ändern.
TSMC könnte die Pläne für das Werk bereits im August genehmigen. Die Fabrik würde sich dann auf die Produktion von 28nm-Chips konzentrieren, berichten „einige der Quellen“, die von Bloomberg zitiert werden. Der Schwerpunkt läge dabei auf Chips für den Automobilsektor. Es wäre die erste Chipfabrik, die TSMC in Europa baut.
TSMC hatte bereits im Jahr 2021 berichtet, dass es eine Chipfabrik in Deutschland in Erwägung ziehe, seitdem aber nur wenige konkrete Angaben dazu gemacht. Im März berichtete Reuters, dass sich die Verhandlungen darüber in einem fortgeschrittenen Stadium befinden. Ein TSMC-Sprecher erklärte gegenüber Bloomberg, dass das Unternehmen immer noch die Möglichkeit des Baus einer Fabrik in Europa prüfe, ging aber nicht näher darauf ein. Sprecher von NXP, Bosch, Infineon und des deutschen Wirtschaftsministeriums reagierten nicht auf die Fragen der Nachrichtenagentur.
TSMC befindet sich unter anderem in Gesprächen mit der deutschen Regierung über Subventionen für den Bau des Werks. Diese würden im Rahmen des European Chips Act gewährt, auf den sich die EU im April geeinigt hat. Die Höhe des möglichen Zuschusses ist nicht bekannt. Frühere ähnliche Projekte in Deutschland wurden laut Bloomberg mit bis zu 40 Prozent subventioniert. Im Rahmen des European Chips Act hatten sich zuvor mehrere andere Chiphersteller verpflichtet, Chipfabriken in Europa zu errichten, darunter Intel, STMicroelectronics und GlobalFoundries. Intel hat jedoch zuvor erklärt, dass es den Bau seiner europäischen Fabriken verschieben werde und fordert aufgrund der hohen Energiekosten mehr Subventionen, wie das Handelsblatt berichtet.