Bobby Kotick, CEO von Activision Blizzard, würde einen Bonus von 375 Millionen US-Dollar erhalten, wenn der Verkauf des Unternehmens an Microsoft abgeschlossen wird. Der Spiele-Publisher ist bekannt für Spiele wie Call of Duty , war aber zuletzt vor allem wegen Sexismus und Fehlverhalten am Arbeitsplatz in den Schlagzeilen. Kotick hätte davon gewusst.
Dank der Microsoft-Akquisition kann Kotick einen Bonus von Hunderten Millionen Dollar einstreichen. Im Oktober letzten Jahres forderte der CEO vom Vorstand ein niedrigeres Gehalt, bis die Probleme im Zusammenhang mit sexueller Belästigung und Diskriminierung im Unternehmen gelöst seien.
Am Dienstag wurde bekannt gegeben, dass Activision Blizzard für fast 69 Milliarden US-Dollar von Microsoft übernommen wird, die größte Übernahme in der Spielebranche aller Zeiten.
Vorerst bleibt Kotick für das Spieleunternehmen verantwortlich, aber es ist noch nicht klar, was nach Abschluss der Übernahme passieren wird. Die Nachrichtenagentur Bloomberg und das Wall Street Journal erwarten, dass er als CEO zurücktritt.
Kotick hätte von Fehlverhalten gewusst
Das Wall Street Journal veröffentlichte Mitte November einen Artikel über Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens bei Activision Blizzard und berichtete, Kotick sei benachrichtigt worden. Die amerikanische Wirtschaftszeitung zitierte unter anderem aus Interviews, internen E-Mails und anderen internen Dokumenten. Es stellte sich heraus, dass der CEO von den Missbräuchen in den Jahren 2016 und 2017 wusste. Auch das Wall Street Journal berichtete von Fällen, in denen Kotick selbst beschuldigt wurde.
Eine Gruppe von Mitarbeitern von Activision Blizzard forderte daraufhin den Rücktritt des CEO. Das Unternehmen hat die Vorwürfe zurückgewiesen und der Vorstand hat seine Unterstützung für Kotick zum Ausdruck gebracht. Activision schätzt, dass es bis zu 265 Millionen Dollar kosten würde , Kotick zu feuern. Der CEO hält fast vier Millionen Aktien des Unternehmens.
Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass der Deal mit Microsoft Fahrt aufgenommen hat, weil Activision diskreditiert wurde. Microsoft soll Activision kontaktiert haben, um den Schlüsselpartner in einer schwierigen Zeit zu unterstützen und Bedenken hinsichtlich der Behandlung von Frauen durch den Spielehersteller zu klären. Bei diesen Gesprächen hätte auch Microsoft sein Interesse an einer Übernahme bekundet.