Bobby Kotick, der CEO von Activision Blizzard, ist Anfang der Woche von seinem Posten zurückgetreten. Infolgedessen erzählten mehrere (ehemalige) Mitarbeiter alle möglichen Anekdoten über den angeschlagenen Topmanager.
So verriet eine Demonware-Mitarbeiterin, die zwei Jahre lang an der Call of Duty-Reihe gearbeitet hat, dass „Bobbys Entscheidungen unsere Spiele schlechter gemacht haben“. Außerdem behauptet sie, dass „während meines ersten Monats herauskam, dass Kotick gedroht hat, einen Mitarbeiter umbringen zu lassen“.
i worked on COD for two years as a programmer at demonware
bobby's decisions made our games worse
in my first month it came out he threatened to have an employee killed. in the all-hands that followed, no-one wanted to speak first. so i demanded his firing in front of everyone https://t.co/yhlM5xqPPg
— christina 死神 (@chhopsky) December 29, 2023
Das sind natürlich harte Anschuldigungen, die aber bei Kotick's Geschichte bei Activision Blizzard erschreckenderweise irgendwie fast schon glaubhaft klingen. So weit muss es erst einmal kommen, die Führungsetage hat ihm immer wieder den Rücken gestärkt aber letztendlich war das nur die Gelegenheit um selbst einen Abgang zu machen und so sein Gesicht zu wahren.
Schlimme Zustände bei Activision Blizzard
Über Koticks Politik und die toxische Arbeitskultur bei Activision Blizzard wird schon seit mehreren Jahren berichtet – im Herbst dieses Jahres zahlte das Unternehmen 54 Millionen Euro als Vergleich in einem Rechtsstreit, der diese Situation zum Gegenstand hatte.Im Jahr 2006 soll Kotick einer Assistentin eine Sprachnachricht hinterlassen haben, in der er ihr drohte, sie umbringen zu lassen – möglicherweise bezieht sich der Demonware-Mitarbeiter hierauf.
Ein anderer ehemaliger Activision-Mitarbeiter spricht in den sozialen Medien darüber, dass viele der Entscheidungen in Overwatch 2 von Kotick und nicht vom Entwicklerteam getroffen wurden.Dabei habe man ihnen nicht genug Unterstützung gegeben, um sich mit der Community auseinanderzusetzen.Die Fortsetzung wurde seit ihrer Veröffentlichung für die vorhandenen Mikrotransaktionen und die Entscheidung, mehrere vor der Veröffentlichung versprochene Einzelspieler-Inhalte zu streichen, kritisiert. Activision Blizzard wurde Anfang dieses Jahres von Microsoft übernommen.
Kein Nachfolger
In diesem Monat wurde bekannt gegeben, dass Bobby Kotick am 29. Dezember seinen letzten Arbeitstag hatte. Es wird keinen direkten Nachfolger für Kotick geben. Stattdessen wird eine Reihe von Activision Blizzard-Führungskräften in Führungspositionen – darunter Blizzard-Präsident Mike Ybarra, Activision Blizzard-Vizepräsident Thomas Tippl, King-Präsident Tjodolf Sommestad und Activision-Publishing-Präsident Rob Kostich – an Matt Booty, den Direktor für Spielinhalte und Studios bei Microsoft, berichten. Es gibt also einen Wechsel in der Gesamt-Politik von Microsoft-Activision-Blizzard, wie man das Konglomerat jetzt nennen könnte. Demnächst braucht der Gigant aber wieder ein Highlight, denn mit MW3 griff Activision wieder daneben, Blizzard hat schon länger nichts besonderes mehr zusammengebracht, mit Diablo IV nicht unbedingt überzeugt und Microsoft hat Halo verhunzt.