In den letzten Jahrzehnten haben Videospiele nicht nur eine erstaunliche technologische Entwicklung durchgemacht, sondern auch die Art und Weise, wie wir sie erleben und bewahren, hat sich verändert.
Allerdings lässt der Trend zu Cloud- und Online-Gaming auch eine andere Seite erkennen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass ein alarmierend hoher Prozentsatz von Retro-Spielen, die unter anderem in den Anfangstagen der Videospielindustrie entstanden sind, für immer verloren zu gehen droht. So werden physische Datenträger wie Kassetten, CDs und Module scheinbar allmählich verdrängt. Wir schauen, was dies für alte Videospiel-Klassiker zu bedeuten hat.

Über 80 % alter Spiele sind bedroht
Laut einer kürzlich durchgeführten Studie von der Video Game History Foundation sind erstaunliche 87 Prozent der Retro-Spiele vom Aussterben bedroht. Diese Spiele sind oft auf veralteten Datenträgern wie Floppy-Disketten oder Cartridges gespeichert und leiden unter den Auswirkungen von physischem Verfall bzw. dem technologischen Wandel. So werden nicht nur die entsprechenden Abspielgeräte immer seltener, sondern auch die Daten verschwinden mit der Zeit. Die Forscher warnen davor, dass, wenn keine sofortigen Maßnahmen ergriffen werden, ein Großteil der Videospielgeschichte für immer verloren gehen könnte.
Download- und Cloud-Games auf dem Vormarsch
Ein Grund für diese Lage ist der Wandel von physischen Datenträgern hin zu digitalen Download-Spielen. Beispielsweise sind Download-Spiele wie hier plarium.com/de/games/device/ipad-games/ absolut auf dem Vormarsch. Dies hat viele Vorteile. Vor allem kleine bzw. unabhängige Entwicklerstudios können von diesem Trend profitieren.
Während physische Medien anfällig für Verschleiß, Alterung und Beschädigung sind, bieten digitale Downloads theoretisch unbegrenzte Haltbarkeit und Zugänglichkeit. Spieler können Spiele direkt von Online-Plattformen herunterladen und auf ihren Geräten oder in der Cloud speichern, ohne sich um den Zustand des Datenträgers sorgen zu müssen. Dieser Komfort hat dazu geführt, dass sich immer mehr Entwickler und Publisher auf digitale Vertriebswege konzentrieren.
Probleme des Cloud-Gamings
Jedoch bringt diese Entwicklung auch Herausforderungen mit sich. Die Abhängigkeit von digitalen Downloads hat zur Entstehung neuer Probleme geführt, wie etwa die Gefahr von Server-Abschaltungen oder lizenzrechtlichen Konflikten, die den Zugang zu bereits gekauften Spielen einschränken könnten. Zudem muss bei in der Cloud gespeicherten Spielen immer eine Internetverbindung bestehen – was hierzulande nicht überall der Fall ist. Physische Medien hingegen können auch dann eingelegt und gespielt werden, wenn das Netz wieder einmal zu wünschen übrig lässt.
So können Retro-Games bewahrt werden
Um den Verlust von Retro-Spielen zu verhindern, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich. Archivare und Retro-Gaming-Enthusiasten arbeiten daran, alte Spiele zu digitalisieren und zu bewahren. Museen und Sammler investieren in den Erhalt von physischen Datenträgern und versuchen, die Originalhardware, wie beispielsweise den C64 funktionsfähig zu halten, um diese Spiele weiter spielbar zu machen. Gleichzeitig ziehen immer mehr Entwickler und Publisher in Erwägung, ihre klassischen Titel auf modernen Plattformen erneut zu veröffentlichen, um sie einer neuen Generation von Spielern zugänglich zu machen.
Der Wandel von physischen Datenträgern zu Download-Spielen hat zweifellos viele Vorteile, doch er birgt auch die Gefahr, dass wertvolle Teile der Videospielgeschichte verloren gehen könnten. Es liegt in der Verantwortung der Industrie, Maßnahmen zu ergreifen, um Retro-Spiele zu bewahren und gleichzeitig den Fortschritt in der Welt der Spiele zu fördern. Nur durch eine ausgewogene Herangehensweise kann sichergestellt werden, dass zukünftige Generationen die Möglichkeit haben werden, die Wurzeln und die Entwicklung der Gaming-Geschichte zu erleben.