Bandcamps Übernahme durch Epic Games

Bandcamps Übernahme durch Epic Games Titel

Neben den Musikstreamern Spotify, YouTube und Apple Music steht Bandcamp etwas im Schatten. Aber nicht, wenn es um Wertschätzung geht. Das amerikanische Bandcamp, 2008 als Plattform für unabhängige Musiker und rechthaberische Zuhörer gegründet, wurde zum beliebtesten Streamingdienst unter fanatischen Pop-Anhängern, bei dem auch viel Geld in die richtige Richtung floss.

Die Ankündigung der letzten Woche, dass Bandcamp vom Spielehersteller und Publisher Epic Games übernommen wurde, schockierte die Community. Das große Geld hatte wieder zugeschlagen und „unser“ kleines Musikparadies würde bald mit Bürotürmen gefüllt sein. Was hat das milliardenschwere Unternehmen Epic eigentlich mit dem sympathischen Musik-Streamer gemacht?

Auf Bandcamp bieten kleinere Künstler ihre Musik oft direkt ihren Followern an. Neue Alben können mehrmals kostenlos gestreamt werden und wenn dir eine Platte gefällt, kann sie in hochwertigen Soundfiles erworben werden. Der Fan kann bezahlen, was er will, und der Band und anderen Anhängern herzliche Nachrichten hinterlassen, wodurch eine enge Pop-Community entsteht.

Künstler verdienen wirklich etwas an ihrer Arbeit auf der Plattform. Bandcamp erhält einen Prozentsatz von 15 Prozent aller Transaktionen, der Rest geht an den Künstler. Reiner Reichtum, wenn man sich anschaut, was Bands an Streams auf Spotify oder Apple Music verdienen. Während Corona hat der Musikladen auch den „Bandcamp Friday“ ins Leben gerufen: Bandcamp würde freitags keinen Prozentsatz des Verkaufs erhalten. Die Aktion wurde von den Fans und den Musikern, die sich durch die Pandemie kämpfen, sehr geschätzt.

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Laut Insidern war Bandcamp schon seit einiger Zeit im Angebot. Aber die Tatsache, dass Epic zugeschlagen hat, ist weniger besorgniserregend, als Sie vielleicht denken. Sicher: Epic ist ein lukrativer Publisher. Die globale Gaming-Manie rund um Fortnite hat das Unternehmen groß gemacht, und laut den engagierteren Spielern geht es dem Unternehmen hauptsächlich um Profit. Millionen wurden von süchtigen Fortnite-Kindern gemacht, die jede Woche neue „Skins“ für ihre Avatare kaufen wollten.

Aber auch gute Dinge sind in Fortnite passiert. Während der Pandemie kamen die Macher auf die Idee, große Popstars in der virtuellen Spielwelt auftreten zu lassen. Der Rapper Travis Scott beispielsweise lieferte als Avatar eine umwerfende Show ab, der die Gamer mit ihrer Tanzpuppe beiwohnen konnten. Viele weitere Auftritte folgten, Epic schien wirklich etwas in Bewegung zu setzen.

Das Unternehmen will Gaming und Popmusik verbinden und das ist natürlich völlig logisch. Da Spiele voller Musik sind, denken Sie an die Radiosender in Grand Theft Auto oder an ikonische Musikspiele wie Guitar Hero. Oder die Soundtracks voller aufregender neuer Musik in allen Rennspielen.

Mit dem Kauf von Bandcamp scheint Epic die Musik noch näher an die Gamer heranbringen zu wollen. Das bietet Möglichkeiten. Wenn kleine, fleißige Künstler durch günstige Lizenzverträge mit Epic in die virtuelle Spielwelt einsteigen können, gewinnen sie plötzlich ein ganz neues Universum potenzieller Fans. Für die Idee: Der Onlineshop von Epic hat 160 Millionen Stammkunden.

Ja, das Kapital hat zugeschlagen und vielleicht ist deshalb die Übernahme von Bandcamp ziemlich beängstigend. Hat der Verlag aber echte musikalische Ideale, kann der Eigentümerwechsel für kleinere Künstler ein Segen sein. Zudem hätte eine Übernahme durch Amazon, Google oder Spotify die Zukunft für Bandcamp deutlich ungewisser gemacht.

 

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