Die Schriftstellerin J.K. Rowling steht nach wie vor zu ihren umstrittenen Äußerungen über transsexuelle Menschen, die sie vor einigen Jahren auf Twitter gemacht hat. Das erklärt sie in der fünften Folge von The Witch Trials of J.K. Rowling, in der sie ausgiebig Gelegenheit hatte, ihre Ansichten zu erläutern.
Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling distanziert sich auch anno 2023 nicht von dem umstrittenen Tweet, den sie über Trans-Menschen gepostet hat. Das verrät sie in der fünften Folge des Podcasts The Witch Trials of J.K. Rowling. Darin erklärt sie u.a., was sie damit gemeint hat. „Ich stehe hinter jedem Wort, das ich damals geschrieben habe“, sagt die Autorin. In der ersten Folge des Podcasts gab Rowling noch an, sie sei missverstanden worden und wolle niemanden verärgern. In der fünften Folge gibt die Autorin jedoch an, dass ihr Kommentar aus ihrer eigenen Verärgerung über einen Artikel mit dem Begriff „Menschen, die menstruieren“ in der Überschrift herrührte. Dazu sagte sie: „Aber ich muss sagen, dass damals auch viele Potter-Fans hinter mir standen. Viele von ihnen waren dankbar für das, was ich gesagt habe.“
Kritik
Im Juni 2020 kritisierte die Autorin der Harry-Potter-Reihe einen Artikel, in dem der Begriff „Menschen, die menstruieren“ verwendet wurde. Sie scherzte, dass es dafür ohnehin ein Wort gebe, das sich auf Frauen beziehe. In den Reaktionen auf ihren Kommentar wurde ihr jedoch vorgeworfen, dass dies auch auf Transgender-Männer und nicht-binäre Menschen zutreffen könnte, die dennoch menstruieren, und dass Frauen ebenfalls unter die Rubrik „Menschen“ fallen und daher nicht automatisch ausgeschlossen sind.
Rowling erklärt, dass ihr Tweet aus ihrer Wut über das, was sie als Ungleichheit und als Versuch, Frauen zum Schweigen zu bringen, ansieht, entstanden ist. Sie räumt ein, dass ihre Reaktion impulsiv war und nicht als Angriff auf Trans-Menschen gedacht war. Sie sagt: „War es meine Absicht, eine Bombe zu zünden? Nein. Ich habe nur versucht, meine eigene Wut zu kontrollieren. Und so ist es dazu gekommen. Seit ihrem Tweet hat sie unter anderem erklärt, dass Damentoiletten für Transfrauen nicht zugänglich sein sollten, da dies dazu führen würde, dass „jeder Mann, der sich für eine Frau hält oder sich für eine Frau hält“ Zutritt hätte. Diese Position wird jedoch nicht durch Untersuchungen oder Kriminalitätsstatistiken gestützt, die darauf hindeuten, dass gemischte Toiletten zu mehr Gewalt gegen Frauen führen.
Reaktionen aus Hollywood
Mehrere Schauspieler, die mit Rowling zusammengearbeitet haben, darunter Daniel Radcliffe, haben sich bereits gegen die Ansichten der Schriftstellerin ausgesprochen. Auch Mads Mikkelsen hat sich kürzlich zu dem Thema geäußert, allerdings mit der Begründung, er wolle es nicht inhaltlich diskutieren. Der Grund dafür ist, dass diese Diskussionen nur zu einer Polarisierung führen. Bereits im November geriet die britische Schauspielerin Helena Bonham Carter, die in der Harry-Potter-Reihe die Rolle der Bellatrix Lestrange spielte, in die Kritik, weil ihr die Aussagen des Schriftstellers nicht gefielen. Die „Fight Club“-Darstellerin sagte in einem Interview mit der Times, dass die Kündigung der „Harry Potter“-Autorin wegen ihrer Ansichten über die LGBTQ-Gemeinschaft „totaler Wahnsinn“ sei: „Ich bin der Meinung, dass sie gehetzt wurde. Das Urteil der Leute gerät ein bisschen außer Kontrolle. Sie hat ein Recht auf ihre eigene Meinung“, sagte Bonham Carter damals.