Xbox-Update April 2026: Quick Resume abschaltbar, Custom Colors & mehr Gruppen

Microsoft hat eine Reihe neuer Systemverbesserungen für die Xbox Series X|S angekündigt, die aktuell für ausgewählte Xbox Insider zum Testen bereitstehen. Im Mittelpunkt steht eine Funktion, auf die Spieler seit dem Launch der aktuellen Konsolengeneration Ende 2020 gewartet haben: Quick Resume lässt sich künftig pro Spiel deaktivieren. Dazu kommen erweiterte Personalisierungsoptionen und sichtbarere Profil-Abzeichen im Guide-Menü.

Quick Resume wird flexibel – nach über fünf Jahren

Quick Resume gehört zu den Vorzeige-Features der Xbox Series X|S. Die Funktion speichert den Zustand mehrerer Spiele gleichzeitig im Hintergrund und ermöglicht es, innerhalb weniger Sekunden genau dort weiterzumachen, wo man aufgehört hat – selbst nach einem kompletten Neustart der Konsole.

Was bei Singleplayer-Titeln hervorragend funktioniert, sorgt bei Always-Online-Spielen allerdings seit Jahren für Frust. Titel mit permanenter Serververbindung verlieren beim Suspendieren häufig die Verbindung und begrüßen den Spieler beim Fortsetzen mit Fehlermeldungen oder endlosen Reconnect-Bildschirmen. Bislang blieb nur der Umweg über das manuelle Beenden des Spiels im Guide-Menü, um einen sauberen Neustart zu erzwingen.

Das ändert sich jetzt: Über die neue Option „Manage Quick Resume“ im Kontextmenü einer Spielkachel oder unter „Spiel und Add-Ons verwalten > Quick Resume-Einstellungen“ lässt sich das Feature gezielt für einzelne Titel deaktivieren. Betroffene Spiele starten dann immer frisch, ohne den Umweg über den suspendierten Zustand.

Dass dieses Feature so lange auf sich warten ließ, unterstreicht eine Anekdote aus der Xbox-Community: Larry „Major Nelson“ Hryb, ehemaliger Director of Programming für Xbox Live und über zwei Jahrzehnte eines der bekanntesten Gesichter der Marke, reagierte auf die Ankündigung mit den Worten, er habe bereits 2021 einen internen Feature-Request dafür eingereicht. Hryb hatte Microsoft 2023 verlassen und arbeitet seit Kurzem als Community Development Advisor bei Commodore International.

Mehr Freiheit auf dem Home-Screen

Die zweite große Neuerung betrifft die Organisation des Dashboards. Bisher konnten Spieler lediglich zwei benutzerdefinierte Gruppen auf dem Startbildschirm anzeigen lassen – eine Einschränkung, die angesichts wachsender digitaler Bibliotheken zunehmend als unzureichend empfunden wurde. Das Limit steigt nun auf 10 Gruppen, was deutlich mehr Spielraum für die Sortierung nach Genres, Favoriten oder dem berüchtigten Backlog bietet. Die Neuordnung dieser Gruppen verwendet ab sofort dasselbe intuitive System, das Spieler bereits vom Verschieben einzelner Spielkacheln kennen. Auch das Anpinnen von Gruppen über „Meine Spiele und Apps“ wurde überarbeitet und zeigt jetzt klarer an, welche Gruppen bereits auf dem Startbildschirm aktiv sind.

Farbspektrum statt vorgegebener Palette

Bei der visuellen Personalisierung geht Microsoft einen deutlichen Schritt weiter. Die bisherige Auswahl an vordefinierten Systemfarben weicht einem vollständigen Farbspektrum mit Schiebereglern für Farbton, Sättigung und Helligkeit. Spieler können damit ihren ganz eigenen Akzentfarbton festlegen, der sich durch Profil und Guide-Menü zieht. Optional lässt sich ein dezenter Farbakzent auch im Guide selbst einblenden – wer das nicht möchte, kann die Funktion abschalten. Praktisch: Wechselt man zwischenzeitlich zu einer Systemfarbe zurück, bleibt die letzte benutzerdefinierte Auswahl gespeichert und kann jederzeit wieder aktiviert werden.

Profil-Abzeichen rücken in den Vordergrund

Eine kleinere, aber willkommene Änderung betrifft die Profil-Abzeichen (Profile Badges). Diese digitalen Auszeichnungen dokumentieren Meilensteine auf der Xbox-Plattform – etwa frühe Mitgliedschaft, langjährige Zugehörigkeit oder das Erreichen bestimmter Community-Ziele. Bisher waren sie tief in Untermenüs vergraben und für die meisten Spieler praktisch unsichtbar. Mit dem Update werden die fünf zuletzt freigeschalteten Badges direkt im Guide angezeigt, sowohl beim eigenen Profil als auch beim Betrachten von Freundesprofilen.

Zeitplan: Insider-Test jetzt, breiter Rollout im April

Alle genannten Features befinden sich aktuell in der Insider-Testphase. Ausgewählte Mitglieder des Xbox Insider-Programms können die Neuerungen ab sofort ausprobieren. Microsoft plant eine schrittweise Erweiterung auf weitere Insider-Gruppen, bevor das Update voraussichtlich im April 2026 für alle Xbox-Konsolen-Besitzer ausgerollt wird.

Xbox im Umbruch: Neue Führung, neue Hardware-Strategie

Das Dashboard-Update fällt in eine Phase massiver Veränderungen bei Microsoft Gaming. Nach dem überraschenden Rücktritt von Phil Spencer und dem Abgang von Xbox-Präsidentin Sarah Bond übernahm Asha Sharma Anfang März 2026 das Ruder als neue Xbox-CEO. Sharma, die zuvor Microsofts CoreAI-Sparte leitete, kündigte umgehend ihre Verpflichtung gegenüber der Hardware-Sparte an und enthüllte den Codenamen „Project Helix“ für die nächste Konsolengeneration.

Project Helix soll laut Sharma in Sachen Performance führend sein und sowohl Xbox- als auch PC-Spiele abspielen können – ein Hybrid-Ansatz auf Basis von AMDs „Magnus“-SoC. Entwickler sollen voraussichtlich 2027 erste Alpha-Versionen der Hardware erhalten, ein kommerzieller Launch wird frühestens Ende 2027 oder Anfang 2028 erwartet. Microsoft-CEO Satya Nadella bekräftigte bei einem internen Town Hall, dass Gaming zu den Kernidentitäten des Unternehmens gehöre und langfristig mit Investitionen rechnen könne.

Parallel dazu hat Microsoft die umstrittene „This is an Xbox“-Marketingkampagne, die 2024 für Verwirrung in der Community gesorgt hatte, still und leise eingestellt. Der Fokus liegt nun erkennbar darauf, mit konkreten Softwareverbesserungen und ambitionierten Hardware-Plänen das Vertrauen der Kernzielgruppe zurückzugewinnen. Dass Community-Feedback dabei eine zentrale Rolle spielt, zeigt nicht zuletzt dieses Update – viele der neuen Funktionen gehen direkt auf jahrelange Wünsche der Spielerschaft zurück.

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