Valve hat offiziell den Startschuss für seine Hardware-Offensive 2026 gegeben. Der neue Steam Controller erscheint am 4. Mai 2026 um 19:00 Uhr deutscher Zeit und wird über den Steam Store erhältlich sein – zum Preis von 99 Euro in Europa. Es ist das erste von drei angekündigten Hardware-Produkten, die der Konzern in diesem Jahr auf den Markt bringen will.
Preis und Verfügbarkeit
Der Steam Controller wird ausschließlich über den Steam Store verkauft – ein Kauf im stationären Handel ist nicht vorgesehen. In den USA liegt der Preis bei 99 US-Dollar, in Großbritannien bei 85 Pfund. Damit positioniert sich Valve preislich oberhalb klassischer Gamepads wie dem DualSense (ca. 60 Euro), aber deutlich unterhalb von Pro-Controllern wie dem Xbox Elite Series 2 (ca. 180 Euro) oder dem Razer Wolverine V3 Pro (ca. 200 Euro). Laut einem Bericht von The Verge war der ursprünglich geplante Preis sogar niedriger – gestiegene globale Versandkosten und die anhaltende RAM-Krise hätten den Endpreis nach oben getrieben.
Technische Spezifikationen im Überblick
| Feature | Details |
|---|---|
| Thumbsticks | Magnetische TMR-Thumbsticks (Tunneling Magnetoresistance) – driftfrei und langlebig |
| Trackpads | 2x 34,5 mm Trackpads mit HD-Haptik-Feedback |
| Bewegungssteuerung | 6-Achsen-Gyro |
| Zusatztasten | 4 belegbare Rücktasten an den Griffen |
| Buttons | A/B/X/Y, D-Pad, 2 Bumper, 2 analoge Trigger, Steam-, Menü- und Quick-Access-Taste |
| Verbindung | Steam Controller Puck (2,4 GHz, ~4-8 ms Latenz), Bluetooth 4.2+, USB-C |
| Akkulaufzeit | Über 35 Stunden |
| VR-Kompatibilität | Infrarot-LEDs für externes Kamera-Tracking (Steam Frame) |
| Preis | 99 € (EU) / $99 (US) / £85 (UK) |
Design-Revolution: Vom Experiment zum vollwertigen Gamepad
Der ursprüngliche Steam Controller von 2015 war ein mutiges Experiment. Statt zweier Thumbsticks setzte Valve damals auf zwei große Trackpads und nur einen einzigen Analogstick – ein Konzept, das von Enthusiasten gefeiert, aber von der breiten Masse als zu kompliziert empfunden wurde. Die Neuauflage geht einen deutlich konventionelleren Weg: Zwei vollwertige Analogsticks bilden das Fundament, ergänzt durch die bewährten Trackpads, die unterhalb der Sticks positioniert sind. Wer ein Steam Deck in der Hand hatte, wird sich sofort zurechtfinden – das Layout ist praktisch identisch.

Die TMR-Thumbsticks sind dabei ein echtes Highlight. Im Gegensatz zu herkömmlichen potentiometerbasierten Sticks, wie sie Sony, Microsoft und Nintendo einsetzen, nutzen sie magnetische Felder zur Positionsbestimmung. Das Ergebnis: höhere Präzision, bessere Energieeffizienz und vor allem eine drastisch reduzierte Anfälligkeit für Stick-Drift – ein Problem, das selbst bei teuren Pro-Controllern immer wieder für Ärger sorgt.
Der Steam Controller Puck: Ladestation und Funkempfänger in einem
Eines der auffälligsten Features des neuen Controllers ist der sogenannte Steam Controller Puck. Dieses Zubehörteil liegt dem Controller bei und erfüllt gleich zwei Aufgaben: Es dient als 2,4-GHz-Funkempfänger für eine latenzarme kabellose Verbindung und gleichzeitig als magnetische Ladestation. Der Controller rastet per Magnet ein – kein Fummelei mit USB-C-Kabeln, kein umständliches Bluetooth-Pairing. Laut Valve-Designer Lawrence Yang war genau diese unkomplizierte Handhabung ein zentrales Entwicklungsziel.
Reparierbarkeit und Modding: Valve setzt auf iFixit
Valve hat eine Partnerschaft mit iFixit angekündigt, um Ersatzteile und Reparaturanleitungen für den Steam Controller anzubieten. Zum Launch werden diese zwar noch nicht verfügbar sein, sollen aber in den Wochen danach folgen. Der Controller lässt sich laut PC Gamer mit wenigen Werkzeugen (Torx 6, Torx 5, Spudger und Pinzette) innerhalb von etwa 15 Minuten vollständig zerlegen. Valve signalisiert damit klar: Reparierbarkeit und Modding sind ausdrücklich erwünscht.
Kompatibilität: Steam-Ökosystem im Fokus

Der neue Controller ist vollständig in Steam Input integriert und damit sofort mit tausenden Spielen kompatibel – inklusive vorkonfigurierter Community-Layouts. Dank der identischen Eingabestruktur zum Steam Deck lassen sich Steuerungsprofile geräteübergreifend nutzen. Kompatibel ist der Controller mit jedem Gerät, auf dem Steam oder die Steam Link App läuft: Windows, Mac, Linux, Tablets und Smartphones. Auch mit dem Steam Deck funktioniert er, sowohl gedockt als auch im Handheld-Modus.
Laut TechRadar funktioniert der Controller auch mit Spielen außerhalb von Steam, etwa aus dem Epic Games Store – allerdings dann nur als generisches Gamepad ohne die erweiterten Konfigurationsmöglichkeiten. Für den Einsatz an Konsolen ist das Gerät nicht vorgesehen.
Steam Machine und Steam Frame: Noch kein Release-Termin
Der Steam Controller ist das erste von drei Hardware-Produkten, die Valve im November 2025 angekündigt hatte. Die Steam Machine (ein kompakter Wohnzimmer-PC) und das Steam Frame (ein VR-Headset) haben noch keinen festen Erscheinungstermin. Valve-Programmierer Pierre-Loup Griffais erklärte gegenüber IGN, dass man keine genauen Zeitpläne nennen könne. Die anhaltende globale Speicherchip-Krise habe die gesamte Hardware-Roadmap bereits einmal verzögert. Immerhin: Der Funkempfänger des Steam Controllers ist laut Valve direkt in die Steam Machine integriert, sodass ein nahtloses Zusammenspiel beider Geräte garantiert ist.
Weitere Details: Find-my-Funktion und kein Klinkenanschluss

Eine charmante Ergänzung ist die Find-my-Funktion: Über Steam lässt sich der Controller orten, woraufhin er ein Klingeln von sich gibt – ähnlich wie bei einem Smartphone. Laut Valve-Designer Lawrence Yang wurde dieses Feature ohne großes Meeting eingebaut, ganz im Stil der Unternehmenskultur: Ein Ingenieur hatte es einfach implementiert.
Was fehlt: Ein 3,5-mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer ist nicht verbaut. Für Spieler mit kabellosen Headsets dürfte das kein Problem darstellen, wer aber gelegentlich kabelgebundene Kopfhörer nutzt, muss sich anders behelfen.
Fazit: Ein starker erster Schritt
Mit dem neuen Steam Controller liefert Valve ein ambitioniertes Gamepad ab, das die Stärken des Steam Decks in ein eigenständiges Eingabegerät überführt. Die Kombination aus driftfreien TMR-Sticks, präzisen Trackpads, Gyro-Steuerung und dem cleveren Puck-System hebt den Controller von der Konkurrenz ab. Ob der Preis von 99 Euro gerechtfertigt ist, wird sich im Alltag zeigen – die ersten Reviews internationaler Fachmedien fallen jedenfalls überwiegend positiv aus. Ab dem 4. Mai können sich deutsche Spieler selbst ein Bild machen.