The First Zombie: Neues Zombiespiel macht dich zum Ursprung der Seuche

Ein Zombiespiel, in dem du keine Zombies erschießt, sondern selbst einer bist. Phoenixx kündigte The First Zombie am 16. September 2026 auf der Tokyo Game Show an. Der Produzent dahinter hat bisher kein einziges Spiel gemacht, dafür aber eine der bekanntesten Comedy-Sendungen Japans.

Phoenixx zeigt The First Zombie auf der Tokyo Game Show

Die Ankündigung kam ohne großen Vorlauf. Phoenixx stellte den Titel während der Messe in Chiba vor, dazu erschien eine Steam-Seite mit einer ersten Beschreibung.

Viel verrät diese Beschreibung nicht. Klar ist die Prämisse: Du übernimmst den ersten Zombie der Menschheitsgeschichte. Seine Aufgabe besteht darin, die Menschheit auf eine neue Stufe zu führen. Angekommen ist er in den Straßen von Tokio.

Der Werbesatz bringt es auf den Punkt. Töte keine Zombies, sondern vermehre sie. Genau darin liegt die Umkehrung, die dem Spiel seinen Reiz geben soll.

Bemerkenswert ist schon die Ausgangsthese. In den meisten Geschichten des Genres bleibt der Ursprung der Seuche im Dunkeln, ein Laborunfall oder ein Virus ohne Gesicht. Hier bekommt dieser Ursprung einen Namen und eine Aufgabe.

Als Genre nennen erste Berichte ein taktisches Spiel. Wie viel Strategie tatsächlich dahintersteckt, bleibt vorerst offen. Spielszenen in nennenswertem Umfang hat Phoenixx bislang nicht gezeigt.

Das Konzept: Zombies vermehren statt erschießen

Die Idee ist nicht völlig neu, aber selten. Der Großteil aller Zombiespiele stellt dich auf die Seite der Überlebenden, mit Schrotflinte, knappen Vorräten und verbarrikadierten Türen.

The First Zombie dreht diese Rollenverteilung um. Statt eine Horde abzuwehren, baust du sie auf. Jeder infizierte Mensch wird vermutlich zu einer weiteren Einheit unter deiner Kontrolle.

Spiel Jahr Umkehrung
Stubbs the Zombie 2005 spielbarer Zombie in einer Comic-Vorstadt
Plague Inc. 2012 Steuerung einer Seuche statt eines Menschen
Carrion 2020 spielbares Monster in einem Forschungskomplex
The First Zombie offen erster Zombie der Menschheit in Tokio

Solche Spiele funktionieren aus einem einfachen Grund. Sie nehmen ein bekanntes Regelwerk und stellen es auf den Kopf, ohne dass du etwas Neues lernen musst. Wer hundert Zombiespiele gespielt hat, versteht die Umkehrung sofort.

Zusätzlich verschiebt sich die moralische Perspektive. Als Überlebender schießt du auf Gegner, die einmal Menschen waren, und die Erzählung stellt das selten infrage. Aus der Gegenrichtung sieht dieselbe Handlung anders aus.

Ein Risiko steckt trotzdem darin. Ohne Bedrohung fehlt die Spannung, und ein Spiel, in dem du nur vorrückst, langweilt schnell. Wie Phoenixx diesen Punkt löst, ist die spannendste offene Frage.

Tokio als Spielfläche

Der Schauplatz passt gut zur Idee. Tokio zählt zu den am dichtesten besiedelten Ballungsräumen der Welt, mit über 37 Millionen Menschen in der Metropolregion.

Für ein Spiel über Ausbreitung ist das ideal. Dichte Menschenmassen, enge Straßen und ein riesiges Nahverkehrsnetz liefern genau die Bedingungen, die eine Infektion begünstigen. Ob das Spiel diese Ebene tatsächlich nutzt, hat Phoenixx bisher nicht gesagt.

Wer Kentaro Fujii ist

Hier liegt die eigentliche Besonderheit. Fujii kommt nicht aus der Spielebranche, sondern vom Fernsehen.

Er arbeitet als Regisseur und Produzent beim japanischen Sender TBS. Bekannt wurde er durch „Wednesday's Downtown“, eine Comedy-Sendung, die seit April 2014 läuft. Das Moderatorenduo Downtown prüft dort Behauptungen von Gästen, oft mit aufwendigen Versuchsaufbauten und versteckter Kamera.

Die Sendung gilt in Japan als Klassiker und hat bis heute einen festen Sendeplatz. Fujii steht seit dem Start dahinter. Ein Spiel hat er nach bisherigem Kenntnisstand noch nie produziert.

Quereinsteiger aus dem Fernsehen sind in der Spielebranche selten. Häufiger wandern Namen in die andere Richtung, etwa wenn Spielemarken verfilmt werden. Ein Regisseur, der selbst ein Spiel produziert, fällt deshalb auf.

Phoenixx stellt genau diesen Namen in den Mittelpunkt der Ankündigung. Für den japanischen Markt ergibt das Sinn, denn Fujii ist dort ein Begriff. Außerhalb Japans dürfte der Name dagegen kaum jemandem etwas sagen.

Warum ein Fernsehmann ein Spiel produziert

Der Sprung wirkt weniger absurd, als er klingt. Fujiis Sendung lebt von Versuchsanordnungen: eine schräge Ausgangsthese, klare Regeln, dann die Beobachtung, was passiert.

Genau so funktionieren viele Strategiespiele auch. Du setzt Bedingungen, drückst auf Start und schaust zu, wie sich das System entwickelt. Ein Ausbreitungsspiel passt insofern erstaunlich gut zu seinem Handwerk.

Ob daraus ein gutes Spiel wird, entscheidet trotzdem das Entwicklerteam. Welches Studio The First Zombie umsetzt, hat Phoenixx bislang nicht genannt.

Plattformen, Sprachen und Termin

Die technischen Eckdaten fallen knapp aus.

Angabe Stand
Ankündigung 16. September 2026, Tokyo Game Show
Herausgeber Phoenixx
Plattformen Nintendo Switch und PC über Steam
Sprachen Japanisch und Englisch
Termin nicht genannt
Preis nicht genannt

Auffällig ist die Plattformwahl. Genannt wird die Nintendo Switch, nicht die Switch 2. Ob eine gesonderte Fassung für die neue Konsole folgt, steht nicht in der Ankündigung.

Was deutsche Spieler beachten sollten

Ein Punkt fällt für den hiesigen Markt ins Gewicht. Eine deutsche Sprachfassung ist nicht angekündigt, Phoenixx nennt ausschließlich Japanisch und Englisch.

Bei japanischen Indie-Titeln ist das der Normalfall. Nachgereicht werden weitere Sprachen manchmal später, verlassen solltest du dich darauf aber nicht. Wer das Spiel auf der Switch kaufen möchte, braucht je nach Region unter Umständen ein Konto für einen anderen Shop.

Immerhin liegt Englisch von Anfang an bei. Bei kleineren japanischen Titeln kommt es durchaus vor, dass eine westliche Fassung erst Monate später folgt. Diese Hürde entfällt hier.

Auch beim Preis hilft derzeit nur Geduld. Vergleichbare Titel von Phoenixx liegen meist im unteren zweistelligen Eurobereich. Eine offizielle Angabe für The First Zombie fehlt jedoch.

Phoenixx als Herausgeber

Der Name sagt vielen nichts, der Katalog dafür umso mehr. Phoenixx ist ein japanischer Herausgeber, der sich auf kleinere Produktionen für Steam und Switch spezialisiert hat.

Auf den Tokioter Messen tritt das Unternehmen regelmäßig mit eigenem Stand auf. Partner ist dabei häufig das Nachwuchslabel GYAAR Studio von Bandai Namco. Im Katalog finden sich Dutzende Titel aus Japan und dem Ausland, von Rollenspielen über Rätselspiele bis zu ungewöhnlichen Experimenten.

Für The First Zombie bedeutet das zweierlei. Erstens dürfte es sich um eine überschaubare Produktion handeln, nicht um einen Großtitel. Zweitens hat Phoenixx Erfahrung damit, japanische Nischentitel international zu veröffentlichen.

Was bei The First Zombie noch offen ist

Die Ankündigung ist bewusst knapp gehalten. Entsprechend viel fehlt.

  • das Entwicklerstudio
  • Termin, Preis und Umfang
  • konkrete Spielszenen und Steuerung
  • wie stark der taktische Anteil ausfällt
  • ob eine deutsche Sprachfassung folgt
  • ob eine Fassung für die Switch 2 kommt

Unklar bleibt zudem, wie groß das Spiel überhaupt wird. Eine Steam-Seite ohne Spielszenen sagt darüber nichts aus.

Erfahrungsgemäß folgen bei Phoenixx erste Spielszenen einige Monate nach der Ankündigung. Ein Termin dürfte frühestens 2027 realistisch sein. Bestätigt hat das Unternehmen diesen Zeitraum allerdings nicht, es handelt sich um eine Einschätzung.

Warum dieser Titel im Auge behalten werden sollte

Die Einordnung fällt neugierig, aber vorsichtig aus. Die Grundidee sticht aus einem überfüllten Genre heraus. Zombiespiele gibt es zu Hunderten, Spiele über die Ausbreitung einer Zombieplage dagegen kaum. Dass ein Fernsehproduzent ohne Spielevergangenheit dahintersteht, macht die Sache zusätzlich interessant, weil solche Quereinsteiger oft ungewöhnliche Regeln mitbringen.

Belastbar ist bislang trotzdem fast nichts. Ohne Spielszenen, ohne Studio und ohne Termin bleibt The First Zombie eine gute Prämisse auf einer Steam-Seite. Wer sich dafür interessiert, setzt den Titel auf die Merkliste und wartet die nächste Vorstellung ab. Kaufentscheidungen lassen sich auf dieser Grundlage seriös noch nicht treffen.

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