HD-2D-Grafik trifft auf Action-Adventure. Unser Test zum neuen Titel der Octopath-Traveler-Macher.
Team Asano hat sich in den letzten Jahren einen starken Namen aufgebaut. Gemeinsam mit Claytechworks liefert das Studio nun The Adventures of Elliot: The Millennium Tales ab. Das Spiel erschien am 18. Juni 2026 weltweit für Nintendo Switch 2, PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC. Wir haben uns das Abenteuer genau angeschaut und verraten dir, was dich erwartet.
Was The Adventures of Elliot: The Millennium Tales bietet
Das Spiel setzt auf den bekannten HD-2D-Stil. Pixelkunst-Charaktere bewegen sich dabei durch vollwertige 3D-Umgebungen. Die technische Grundlage bildet die Unreal Engine 5. Dank moderner Lichteffekte und realistischer Schatten wirkt die Spielwelt trotz des nostalgischen Looks frisch und lebendig. Besonders der Funkenflug bei Schwerttreffern sorgt für stimmungsvolle Momente im Kampf.
Allerdings unterscheidet sich dieser Titel in einem entscheidenden Punkt von früheren Werken des Teams: Er ist kein rundenbasiertes Rollenspiel mehr. Stattdessen setzt Elliot auf dynamische Echtzeit-Kämpfe. Dieser Wechsel wurde bereits bei der ersten Ankündigung am 31. Juli 2025 in einem Nintendo Direct öffentlich demonstriert und sorgte damals für viel Gesprächsstoff.
Elliot, Faie und das Königreich Huther
Du schlüpfst in die Rolle des jungen Abenteurers Elliot. Erkennbar an seiner markanten roten Mütze, zieht er durch den Kontinent Philabieldia. An seiner Seite begleitet ihn die Fee Faie. Gemeinsam kämpfen sie gegen Bestienstämme und einen dunklen Fluch, der auf Prinzessin Heuria lastet.
Die Geschichte spielt sich überwiegend im Königreich Huther ab. Produzent Naofumi Matsushita erklärte dazu:
„Wir haben genauso viel Mühe in die Geschichte gesteckt wie in alle Spiele, die davor kamen. In Bezug auf die Handlung ist dies das erste Mal, dass wir uns dem Thema Zeit gewidmet haben.“
Das spürt man tatsächlich im Verlauf des Abenteuers.
Zeitreisen als zentrales Spielelement
Das Herzstück von The Adventures of Elliot: The Millennium Tales ist das Zeitreise-System. Du reist durch vier verschiedene Epochen:
- Zeitalter der Bewahrung (die Gegenwart Elliots)
- Zeitalter der Rekonstruktion (Überlebenskampf in Ruinen)
- Zeitalter der Magie (eine hochentwickelte Zivilisation)
- Zeitalter des Erblühens (ferne Vergangenheit mit tribalistischen Zügen)
Du wechselst die Epochen über sogenannte Zeit-Portale. Dabei kannst du Objekte aus der Vergangenheit in die Gegenwart transportieren. Ein klassisches Beispiel: Du pflanzt in der Vergangenheit einen Samen. In der Gegenwart ist daraus ein ausgewachsener Baum geworden, den du als Brücke nutzt. Diese Mechanik macht das Rätsellösen ausgesprochen befriedigend.
Optisch unterscheiden sich die Epochen stark voneinander. Im Zeitalter der Magie dominieren orchestrale Klänge und prachtvolle Architektur. Das Zeitalter des Erblühens dagegen setzt auf tribalistische Rhythmen und raue Natur. Der Soundtrack von Yuto Moritani und Tomohiro Nakamachi passt sich dabei dynamisch an die jeweilige Epoche an.
Sieben Waffentypen und das Magicite-System
Das Kampfsystem gibt dir viele Möglichkeiten zur Anpassung. Elliot kann gleichzeitig zwei Waffen ausrüsten und im Kampf flüssig zwischen ihnen wechseln. Insgesamt stehen sieben verschiedene Waffentypen zur Verfügung.
| Waffentyp | Besonderheit |
| Schwerter | Ausgewogener Nahkampf |
| Bögen | Fernkampf gegen fliegende Ziele |
| Ketten | Heranziehen von Gegnern und Objekten |
| Sicheln | Schnelle Kombinationen |
| Äxte | Hoher Schaden, langsamere Ausführung |
| Hämmer | Effektiv gegen Schilde und gepanzerte Feinde |
| Bumerangs | Distanzangriffe mit Rückkehreffekt |
Zur Charakterentwicklung kommen die sogenannten Magicite-Steine hinzu. Diese Ressourcen findest du in der Spielwelt oder erhältst sie von besiegten Bossen. Damit kannst du Elliots Statuswerte anpassen und passive Talente freischalten. So entscheidest du selbst, ob du lieber schnell und offensiv oder solide und defensiv spielst.
Tomoya Asano beschreibt das so:
„Dies ist das erste Action-Rollenspiel in der HD-2D-Serie! Es bietet ein einfaches und leicht verständliches Spielprinzip, das dennoch eine tiefe und herausfordernde Erfahrung darstellt.“
Lokaler Koop-Modus für gemeinsamen Spielspaß
Nicht nur Solo-Spieler kommen auf ihre Kosten. The Adventures of Elliot: The Millennium Tales bietet außerdem einen lokalen Koop-Modus. Ein zweiter Spieler übernimmt dabei die Kontrolle über die Fee Faie.
Faie unterstützt Elliot durch Heilung und hilft beim Lösen von Plattform-Rätseln. Dieser sogenannte asymmetrische Koop-Ansatz wurde von Fachpublikationen ausdrücklich gelobt. Er macht das Spiel auch zu einem hervorragenden Erlebnis für Spielpaare oder Geschwister.
Technische Performance auf allen Plattformen
Erste Tests nach dem Release zeigten ein durchgehend positives Bild zur technischen Umsetzung. Besonders die flüssige Darstellung der HD-2D-Grafik trotz schneller Kampfmechanik fiel dabei positiv auf. Die folgende Tabelle zeigt die Performance-Daten im Überblick:
| Plattform | Auflösung | Bildrate |
| PlayStation 5 | Dynamisch bis 4K | 60 Bilder pro Sekunde |
| Xbox Series X | Nativ 4K (3840×2160) | 60 Bilder pro Sekunde |
| Nintendo Switch 2 | 1080p (TV-Modus) | 30 bis 60 Bilder pro Sekunde |
| PC (Steam) | Frei wählbar | Bis zu 120 Bilder pro Sekunde |
Auf dem PC profitierst du zudem von einer freien Tastenbelegung. Der Speicherbedarf ist mit rund 20 GB auf dem PC und etwa 16 GB auf Konsolen überschaubar. Außerdem bietet Square Enix eine Prolog-Demo an, deren Speicherdaten du in die Vollversion übernehmen kannst.
Spielzeit und Umfang des Abenteuers
The Adventures of Elliot: The Millennium Tales bietet je nach Spielweise unterschiedlich viel Inhalt. Die Hauptgeschichte dauert etwa 20 bis 30 Stunden. Wer hingegen alles erkunden und jeden Winkel des Königreichs Huther entdecken möchte, investiert zwischen 45 und 60 Stunden. Das wahre Ende des Spiels setzt dabei eine besonders vollständige Spielweise voraus.
Fachpublikationen lobten die offene Struktur von Philabieldia und verwiesen auf die gelungene Mischung aus linearen Storyabschnitten und freier Erkundung. Vor dem offiziellen Release standen im Mai 2026 außerdem drei verschiedene Vorabversionen bereit. Diese gewährten einen frühen Einblick in das Magicite-System und die Zeit-Portale.
Preise und Editionen im Überblick
The Adventures of Elliot: The Millennium Tales ist in drei verschiedenen Editionen erhältlich:
- Standard Edition: 59,99 Euro
- Digital Deluxe Edition (inklusive Soundtrack und Zusatzinhalten): 69,99 Euro
- Collector's Box (inklusive Figur und Kunstband): 129,99 Euro
Das Spiel unterstützt fünf Sprachen, darunter eine vollständige deutsche Lokalisierung. Damit ist es auch für jüngere Spieler gut zugänglich. Auf dem PC zeigen bislang 77 Prozent der 1.454 Nutzerbewertungen auf der Spieleplattform Steam ein positives Bild. Die Gesamtbewertung lautet „Größtenteils Positiv“.
Unser Gesamteindruck zu The Adventures of Elliot: The Millennium Tales
Dafür:
- Atemberaubende HD-2D-Optik dank Unreal Engine 5
- Spannendes Zeitreise-System mit cleveren Rätseln
- Sieben Waffentypen und tiefes Anpassungssystem durch Magicite
- Lokaler Koop-Modus für gemeinsames Spielen
- Vollständige deutsche Sprachunterstützung
- Hervorragende technische Performance auf allen Plattformen
Dagegen:
- Wechsel zu Echtzeit-Kämpfen könnte Fans klassischer rundenbasierter Rollenspiele enttäuschen
- Die Collector's Box ist mit 129,99 Euro ein stolzer Preis
- Der Koop-Modus ist nur lokal, nicht online verfügbar
The Adventures of Elliot: The Millennium Tales ist ein starkes Debüt für Team Asano in der Welt der Echtzeit-Action-Rollenspiele. Der Wechsel vom rundenbasierten System gelingt dabei erstaunlich gut. Das Zeitreise-System bringt frischen Wind in das Genre und belohnt neugierige Spieler mit cleveren Rätseln.
Wer den HD-2D-Stil liebt und Action-Abenteuer schätzt, bekommt hier einen der spannendsten Titel des Jahres 2026. Vor allem auf der Nintendo Switch 2 setzt das Spiel technisch neue Maßstäbe für den HD-2D-Look. Kurz gesagt: Hol dir das Spiel, wenn du Abenteuer, Zeitreisen und ein tiefes Kampfsystem in einem Paket suchst.