Steam Controller in 30 Minuten ausverkauft – Valve verspricht Nachschub

Kaum auf dem Markt, schon vergriffen: Der neue Steam Controller war am Verkaufsstart am 4. Mai 2026 innerhalb von nur 30 Minuten komplett ausverkauft. Die Nachfrage war so hoch, dass der Steam Store zeitweise unter der Last zusammenbrach und Käufer mit Fehlermeldungen kämpfen mussten. Nun hat sich Valve offiziell zu den Lieferproblemen geäußert und einen Restock angekündigt.

Valves offizielle Stellungnahme

Nur einen Tag nach dem chaotischen Launch meldete sich Valve über die sozialen Medien zu Wort. Der Controller sei „schneller ausverkauft als erwartet“, und das Unternehmen bedauere, dass nicht jeder Interessent zum Zug gekommen sei. Man arbeite daran, den Bestand wieder aufzufüllen und werde „bald“ einen aktualisierten Zeitplan veröffentlichen.

Wie groß die erste Produktionscharge tatsächlich war, hat Valve nicht verraten. Klar ist: Es war bei Weitem nicht genug. Der Steam Controller war um 19:00 Uhr deutscher Zeit im Steam Store erhältlich und bereits gegen 19:30 Uhr ausverkauft. Die Lieferzeit verlängerte sich zwischenzeitlich von 3-5 auf 6-10 Werktage, bevor die Seite endgültig „Nicht verfügbar“ anzeigte.

Server-Probleme und Kaufabbrüche beim Launch

Viele Käufer berichteten von massiven technischen Problemen. Wer es schaffte, den Controller in den Warenkorb zu legen, wurde häufig mit der Fehlermeldung „There seems to have been an error initializing or updating your transaction“ konfrontiert. Die Zahlung ließ sich trotz mehrfacher Versuche nicht abschließen. Der Ansturm erinnerte an die großen Steam-Sales – mit dem Unterschied, dass diesmal die Hardware das Ziel war.

Scalper treiben Preise auf bis zu 400 US-Dollar

Wie bei nahezu jedem gefragten Hardware-Launch nutzten Scalper die Situation sofort aus. Auf eBay tauchten innerhalb kürzester Zeit Angebote für den Steam Controller auf – teilweise zu exorbitanten Preisen. Bestätigte Bestellungen wechselten ab etwa 220 US-Dollar den Besitzer. Versiegelte Einheiten wurden für bis zu 300 US-Dollar angeboten, einzelne Angebote kletterten sogar auf 400 US-Dollar und mehr. Das entspricht dem Drei- bis Vierfachen des regulären Preises von 99 US-Dollar bzw. 99 Euro in Europa.

Valve hatte die Bestellmenge pro Kunde auf zwei Stück begrenzt, was die Scalper-Problematik jedoch nicht eindämmen konnte. In der Community werden Vergleiche zu Nintendos Switch-2-Launch laut: Dort hatte Nintendo Anti-Scalping-Maßnahmen wie verifizierte Konten und Kaufnachweise für Garantieansprüche eingesetzt. Viele Fans fordern ähnliche Schutzmaßnahmen für den Steam Controller.

Valve zeigt sich optimistisch beim Nachschub

In einem früheren Interview hatte Valve-Ingenieur Steve Cardinali erklärt, man habe „einen guten Vorrat aufgebaut“ und verfüge über Möglichkeiten, die Produktion bei hoher Nachfrage hochzufahren. Wörtlich sprach er von „Stellschrauben, an denen wir drehen können, um die Geräte schneller zu den Leuten zu bringen“. Das deutet darauf hin, dass ein Restock nicht allzu lange auf sich warten lassen dürfte – ein konkretes Datum gibt es bislang aber nicht.

Interessant in diesem Zusammenhang: Laut dem Valve-Beobachter Brad Lynch und bestätigt durch The Verge hat Valve zwischen dem 30. April und 1. Mai rund 50 Tonnen an „Game Consoles“ in seine US-Verteilzentren importiert – ein höheres Volumen als bei den letzten Steam-Deck-Nachlieferungen. Ob es sich dabei um weitere Controller oder möglicherweise um Einheiten der Steam Machine handelt, ist unklar.

Der neue Steam Controller im Überblick

Der Steam Controller der zweiten Generation markiert Valves Rückkehr in den Controller-Markt nach über zehn Jahren. Im Gegensatz zum polarisierenden Original von 2015, das auf zwei große Trackpads und nur einen Analogstick setzte, orientiert sich das neue Modell am bewährten Steam-Deck-Layout:

Feature Details
Preis 99 € (Europa) / 99 $ (USA) / 85 £ (UK)
Analogsticks 2x TMR-Magnetsticks (driftfrei)
Trackpads 2x quadratische Trackpads (34,5 mm)
Tasten A/B/X/Y, D-Pad, 2 Bumper, 2 Trigger, 4 Rücktasten
Bewegungssteuerung 6-Achsen-Gyro mit Grip-Sense
Haptik HD-Haptik in Sticks und Trackpads
Akkulaufzeit Über 35 Stunden
Verbindung 2,4 GHz (Puck), Bluetooth 4.2+, USB-C
Steam Controller Puck Funkempfänger + magnetische Ladestation
Kompatibilität Windows, Mac, Linux, Steam Deck, Tablets, Smartphones
Reparierbarkeit Ersatzteile über iFixit geplant

Ein besonderes Highlight ist der mitgelieferte Steam Controller Puck, der gleichzeitig als 2,4-GHz-Funkempfänger mit einer Latenz von etwa 4 Millisekunden und als magnetische Ladestation fungiert. Der Controller rastet per Magnet ein – eine bewusst unkomplizierte Lösung, wie Valve-Designer Lawrence Yang betonte.

Warum der Hype so groß ist

Dass der neue Steam Controller derart einschlägt, kommt nicht von ungefähr. Laut Valve hat sich die Controller-Nutzung auf Steam seit 2018 verdreifacht. Das Steam Deck hat die Marke als Hardware-Hersteller rehabilitiert, und die Vorfreude auf die komplette Hardware-Offensive 2026 – bestehend aus Steam Controller, Steam Machine und Steam Frame VR-Headset – ist entsprechend groß.

Der Controller ist zudem vollständig in Steam Input integriert und damit sofort mit tausenden Spielen kompatibel. Dank identischer Eingabestruktur zum Steam Deck lassen sich Steuerungsprofile geräteübergreifend nutzen. Auch außerhalb von Steam funktioniert das Gamepad – etwa im Epic Games Store – allerdings nur als generisches Eingabegerät ohne erweiterte Konfigurationsmöglichkeiten.

Restock und Steam Machine

Wer beim ersten Verkaufsstart leer ausgegangen ist, muss sich vorerst gedulden. Valve hat einen Restock bestätigt, aber noch keinen Termin genannt. Der Blick auf die größere Hardware-Strategie des Unternehmens gibt jedoch Anlass zur Hoffnung: Die Steam Machine mit AMD Zen 4 CPU, RDNA3 GPU und 16 GB DDR5 RAM sowie das Steam Frame VR-Headset mit Snapdragon-8-Prozessor stehen ebenfalls noch aus – beide verzögert durch die anhaltende Speicherkrise. Der Steam Controller selbst ist von der RAM-Knappheit nicht betroffen und kann daher theoretisch schneller nachproduziert werden.

Eines steht fest: Wer nicht überteuert bei Scalpern kaufen möchte, sollte die offiziellen Kanäle im Auge behalten und auf Valves angekündigtes Update warten.

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