Der neue Steam Controller von Valve war am 4. Mai 2026 keine 30 Minuten im Verkauf, da war er bereits restlos ausverkauft. Nur wenige Minuten nach dem Launch tauchten auf eBay die ersten Angebote von Scalpern auf – mit Preisen, die das Dreifache des offiziellen Verkaufspreises von 99 Euro übersteigen. Besonders dreist: Viele dieser Angebote verkaufen keine physische Ware, sondern lediglich bestätigte Bestellungen.
Verkaufsstart um 19 Uhr endet im Chaos
Der Verkauf des Steam Controllers startete am 4. Mai 2026 um 19:00 Uhr deutscher Zeit exklusiv über den Steam Store. Valve bot das Gamepad in Europa für 99 Euro an, in den USA lag der Preis bei 99 US-Dollar, in Großbritannien bei 85 Pfund. Einen Verkauf über den stationären Handel oder Drittanbieter wie Amazon gab es nicht.

Die Nachfrage übertraf Valves Erwartungen offenbar deutlich. Bereits kurz nach dem Start meldeten zahlreiche Nutzer massive Probleme beim Checkout. Fehlermeldungen wie „Es ist ein Fehler bei der Initialisierung oder Aktualisierung Ihrer Transaktion aufgetreten“ zwangen Käufer dazu, die Zahlungsseite teilweise minutenlang immer wieder neu zu laden. Downdetector verzeichnete einen klaren Anstieg an Störungsmeldungen rund um 19 Uhr. Nach etwa 30 Minuten zeigte die Produktseite den Controller als nicht mehr verfügbar an.
Viele Fans hatten sich auf Anraten erfahrener Nutzer vorab Steam-Guthaben aufgeladen, um die überlasteten Zahlungsdienste zu umgehen. Selbst das half vielen nicht: Der Steam Store selbst ging stellenweise in die Knie. Einige Käufer berichteten, dass sie erst nach 20 bis 30 Minuten ununterbrochenen Klickens den Kauf abschließen konnten.
Scalper verlangen bis zu 280 Euro auf eBay
Kaum war der Controller ausverkauft, erschienen auf eBay die ersten Wiederverkaufsangebote zu stark überhöhten Preisen. Ein besonders auffälliges Listing warb im Titel mit der Angabe „purchase confirmed“ und verlangte umgerechnet rund 280 Euro – fast das Dreifache des Originalpreises. Auf dem US-Markt erreichten einzelne Angebote sogar 330 US-Dollar.

Das Pikante daran: Zum Zeitpunkt der Listings hatte noch kein einziger Käufer den Controller physisch erhalten. Der Versand dauert laut Valve zwischen drei und zehn Tagen. Es werden also keine Geräte weiterverkauft, sondern bloße Bestellbestätigungen – mit allen Risiken, die das für den Zweitkäufer mit sich bringt. Dutzende dieser Angebote wurden laut Berichten bereits erfolgreich verkauft, die meisten davon für mehr als 200 US-Dollar.
Was der Steam Controller bietet
Der neue Steam Controller der zweiten Generation ist das erste von drei Hardware-Produkten, die Valve 2026 veröffentlichen will. Das Gamepad orientiert sich im Design am Steam Deck und bietet eine umfangreiche Ausstattung: zwei driftfreie TMR-Thumbsticks (Tunneling Magnetoresistance), zwei haptische Trackpads mit 34,5 mm Durchmesser, ein D-Pad, ABXY-Buttons, vier programmierbare Rücktasten, Gyro-Steuerung und Grip-Sense-Sensoren in den Griffen.
Vier haptische Motoren sorgen für präzises Feedback – zwei in den Trackpads und zwei in den Griffen. Der Akku bietet laut Valve bis zu 35 Stunden Spielzeit. Im Lieferumfang enthalten ist der sogenannte Steam Controller Puck, ein kabelloser 2,4-GHz-Empfänger, der gleichzeitig als magnetische Ladestation dient.

In internationalen Tests schnitt der Controller überwiegend positiv ab, mit einer durchschnittlichen Bewertung von rund 83 Prozent. Besonders gelobt wurden die TMR-Sticks, die im Gegensatz zu herkömmlichen Potentiometer-Sticks keinen Stick-Drift entwickeln, sowie die leichte Zerlegbarkeit des Geräts. Valve kündigte an, Ersatzteile nach dem Launch über iFixit anzubieten. Auch der Zubehörhersteller Dbrand hat bereits Skins für den neuen Controller vorgestellt.
Ein wichtiger Hinweis für Nutzer: Der Steam Controller funktioniert ausschließlich über Steam Input und ist nicht nativ mit Spielen aus dem Xbox Game Pass, dem Epic Games Store oder GOG kompatibel. Standard-Treiber für Windows, Linux und macOS fehlen, was die Nutzung außerhalb des Steam-Ökosystems deutlich einschränkt.
Community fordert Anti-Scalping-Maßnahmen
In den sozialen Medien, auf Reddit und in Gaming-Foren reagierten Tausende Fans frustriert auf den chaotischen Launch. Viele konnten trotz pünktlicher Vorbereitung die Shop-Seite nicht einmal aufrufen, geschweige denn eine Bestellung abschließen. Hunderte Nutzer beschwerten sich öffentlich über Valves Handhabung des Verkaufsstarts.

In der Community werden bereits Vergleiche zu Nintendos Vorgehen beim Launch der Switch 2 gezogen. Nintendo hatte verschiedene Maßnahmen gegen Scalping implementiert, darunter die Beschränkung auf verifizierte Accounts bei Vorbestellungen und die Pflicht, den Kaufnachweis für Garantiefälle in Japan vorzulegen. Viele Fans wünschen sich, dass Valve ähnliche Schutzmaßnahmen einführt, um Bots und Wiederverkäufer bei zukünftigen Restocks auszubremsen.
Restock-Termin bleibt offen
Valve hat sich bislang weder zum schnellen Ausverkauf geäußert noch einen konkreten Restock-Termin genannt. Da der Steam Controller im Gegensatz zur Steam Machine und dem Steam Frame keinen RAM oder Speicher verbaut hat, dürfte die Nachproduktion allerdings deutlich weniger von der aktuellen Speicherkrise betroffen sein. Valve-Hardware-Engineer Steve Cardinali hatte im Vorfeld des Launches erklärt, das Unternehmen könne die Produktion hochfahren, sollte die Nachfrage die Erwartungen übersteigen.
Experten und Branchenbeobachter raten entschieden davon ab, den Controller bei Scalpern auf eBay zu kaufen. Die Chancen auf einen baldigen Nachschub stehen gut, und wer bei Wiederverkäufern bestellt, riskiert neben dem deutlich überhöhten Preis auch eine unsichere Abwicklung und fehlende Garantieansprüche. Fans sollten stattdessen den Steam Controller auf ihre Steam-Wunschliste setzen, um benachrichtigt zu werden, sobald neuer Bestand verfügbar ist.
Neben dem Steam Controller arbeitet Valve weiterhin an zwei weiteren Hardware-Produkten: der Steam Machine und dem Steam Frame VR-Headset. Beide Geräte sind von der anhaltenden RAM-Krise betroffen, sollen aber nach aktuellem Stand noch 2026 erscheinen.
