Rust 2 geleakt? Mysteriöse Steam-Seite sorgt für Aufregung

Eine unveröffentlichte Steam-Seite mit dem Titel „Rust 2“ hat die Survival-Community in helle Aufregung versetzt. Screenshots der Seite tauchten auf Reddit auf und verbreiteten sich innerhalb von Stunden über sämtliche Social-Media-Kanäle. Doch die Euphorie währte nur kurz: Facepunch-Gründer Garry Newman hat die Gerüchte inzwischen persönlich dementiert.

Wie alles begann: Ein verdächtiger Reddit-Post

Am 9. April 2026 postete ein Reddit-Nutzer namens Freeqncy einen Screenshot einer ungelisteten Steam-Seite, die schlicht den Namen „Rust 2“ trug. Besonders brisant: Der Account war erst wenige Minuten vor dem Post erstellt worden – ein Detail, das sofort für Misstrauen sorgte. Die Seite selbst enthielt kaum verwertbare Informationen. Lediglich der Name „Rust 2“ und ein auffälliges Free-to-Play-Tag waren darauf zu finden. Über einen direkten Link war die Seite tatsächlich erreichbar, in der Steam-Suche tauchte sie jedoch nicht auf.

Die Datenbank SteamDB hatte den Eintrag bereits als verdächtig markiert, mit dem Hinweis, dass es sich um eine potenziell betrügerische oder eine andere Produktidentität imitierende Seite handeln könnte. Interessanterweise existiert der SteamDB-Eintrag für Rust 2 bereits seit Anfang 2024, ohne dass sich dort jemals etwas getan hatte.

Facepunch-COO trollt die Community

Was die Situation besonders undurchsichtig machte, war die Reaktion von Facepunch-COO Alistair McFarlane. Unter seinem Reddit-Account Alistair_Mc kommentierte er den Post mit den Worten: „You saw nothing.“ In einer weiteren Nachricht legte er nach und erklärte, er besuche das Subreddit regelmäßig und sehe gelegentlich Posts, die für Verwirrung sorgten. Dann fügte er hinzu: „Now you're all questioning yourselves, is this real? Maybe?“

Diese mehrdeutigen Aussagen heizten die Spekulationen weiter an. McFarlane ist in der Community kein Unbekannter – er ist dafür bekannt, bewusst zweideutige Statements abzugeben. Im Januar 2026 etwa bot er öffentlich an, Amazons MMO New World für 25 Millionen Dollar zu kaufen. Ob das ernst gemeint war? Vermutlich nicht – aber eben: vielleicht doch.

Garry Newman macht kurzen Prozess

Der Spekulationsblase wurde allerdings schnell die Luft abgelassen. Facepunch-Gründer Garry Newman wandte sich direkt an PC Gamer und erklärte unmissverständlich: „Nope. We're not making Rust 2.“ Auf die Frage, was es mit der Steam-Seite auf sich habe, antwortete er, er habe absolut keine Ahnung.

Damit scheint die Sache zunächst vom Tisch zu sein – zumindest offiziell. Denn ganz so einfach lässt sich das Thema nicht abtun: Newman selbst hatte 2023 in einem viel beachteten Blog-Post mit dem Titel „Unity can get f*cked“ geschrieben, dass ein Sequel definitiv nicht auf der Unity-Engine basieren werde. Damals reagierte er auf die kontroversen Preisänderungen von Unity, die Entwickler auf Basis von Installationszahlen zur Kasse bitten sollten. Der markige Schlusssatz seines Posts lautete: „Rust 2 definitely won't be a Unity game.“

Die Vorgeschichte: Unity-Kontroverse und Andeutungen

Im September 2023 hatte Unity eine neue Gebührenstruktur angekündigt, die pro Spielinstallation Kosten verursacht hätte. Newman kritisierte die Änderung scharf und bezifferte die jährlichen Kosten für Facepunch auf rund 500.000 US-Dollar – nicht wegen der Gebühren selbst, sondern wegen des Vertrauensbruchs. „We have spent 10 years making Rust on Unity's engine. We've paid them every year, and now they've changed the rules“, so Newman damals.

Unity hat die umstrittensten Aspekte der Preisänderung inzwischen zurückgenommen, doch der Vertrauensverlust bei vielen Studios bleibt. Newman arbeitet seitdem intensiv an s&box, dem inoffiziellen Nachfolger von Garry's Mod, der auf einer hauseigenen Engine basiert. s&box soll am 28. April 2026 auf Steam erscheinen – ein Projekt, das möglicherweise auch als Grundlage für zukünftige Facepunch-Spiele dienen könnte.

Facepunch setzt auf andere Prioritäten

Statt auf ein Sequel konzentriert sich Facepunch Studios aktuell auf die konsequente Weiterentwicklung des Originals und neue Plattformen. Das Original-Rust, das im Dezember 2013 in den Early Access startete und erst im Februar 2018 seinen vollständigen Release feierte, erlebt weiterhin ein beeindruckendes Wachstum. Im Januar 2025 erreichte das Spiel mit 262.284 gleichzeitigen Spielern auf Steam einen neuen Allzeit-Rekord. Aktuell bewegt sich Rust konstant bei über 100.000 gleichzeitigen Spielern und gehört damit zu den zehn meistgespielten Titeln auf der Plattform.

Für 2026 hat das Studio eine ambitionierte Roadmap vorgelegt: Im Februar erschien bereits das große Naval-Update mit selbst baubaren Booten, Tiefsee-Erkundung und Geisterschiffen. Monatliche Updates bleiben garantiert. Zudem arbeitet Facepunch gemeinsam mit Level Infinite – dem Publisher hinter PUBG Mobile und Honor of Kings – an Rust Mobile. Nach einer geschlossenen Beta im Dezember 2025 in Kanada soll die mobile Version 2026 weltweit erscheinen.

Ein Sequel bleibt Wunschdenken – vorerst

Die Gerüchte um Rust 2 dürften so schnell nicht verstummen. Zu groß ist der Erfolg des Originals, zu verlockend die Vorstellung eines echten Nachfolgers. Dass Newman 2023 ein Sequel zumindest beiläufig erwähnt hat, zeigt, dass der Gedanke bei Facepunch nicht vollkommen vom Tisch ist. Gleichzeitig wäre ein Free-to-Play-Modell, wie es die mysteriöse Steam-Seite suggerierte, für die Community ein heikles Thema – Fragen zu Mikrotransaktionen wären unvermeidlich.

Ob die Steam-Seite nun ein elaborierter Streich, ein Marketing-Experiment oder schlicht das Werk eines Außenstehenden war, bleibt ungeklärt. Sicher ist: Die Survival-Fans werden jedes noch so kleine Signal von Facepunch genau unter die Lupe nehmen. Und mit dem Summer Game Fest im Juni 2026 steht eine Bühne bereit, auf der eine mögliche Ankündigung maximale Aufmerksamkeit garantieren würde.

Bis dahin gilt: Rust ist quicklebendig, bekommt weiterhin regelmäßige Updates und expandiert auf mobile Plattformen. Ein Sequel mag irgendwann kommen – aber dieser Leak war offensichtlich ein Fehlalarm.

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