ROG Xbox Ally X wird in Japan fast 200 Dollar teurer – droht Europa das gleiche Schicksal?

Die RAM-Krise macht vor Gaming-Handhelds keinen Halt: Das ROG Xbox Ally X von Asus und Microsoft hat in Japan eine deutliche Preiserhöhung erhalten. Innerhalb weniger Monate nach dem Launch ist das Gerät im Land der aufgehenden Sonne um satte 30.000 Yen teurer geworden – und Experten warnen, dass andere Regionen folgen könnten.

30.000 Yen mehr: ROG Xbox Ally X in Japan massiv verteuert

Wie japanische Medien, darunter Otaku Souken, zuerst berichteten, ist der Preis des ROG Xbox Ally X auf dem offiziellen Asus-Japan-Shop sowie bei mehreren japanischen Händlern von 139.800 Yen auf 169.800 Yen (jeweils inklusive Steuern) gestiegen. Das entspricht einem Aufschlag von 30.000 Yen – umgerechnet rund 195 Euro beziehungsweise knapp 200 US-Dollar. Damit kostet das Gerät in Japan nun mehr als 1.100 US-Dollar, also deutlich mehr als in den USA, wo der Preis bislang stabil bei 999 Dollar liegt.

Bemerkenswert ist, dass das günstigere Basismodell ROG Xbox Ally von der Erhöhung nicht betroffen ist – es bleibt in Japan bei 89.800 Yen. Der Grund dafür dürfte in der unterschiedlichen Hardware-Ausstattung liegen: Während das ROG Xbox Ally mit 16 GB LPDDR5-6400-RAM und einer 512-GB-SSD bestückt ist, setzt das Ally X auf 24 GB des schnelleren LPDDR5X-8000-RAMs sowie einem 1-TB-Speicher. Genau dieser hochperformante und stark nachgefragte Arbeitsspeichertyp ist besonders von der aktuellen Versorgungskrise betroffen.

Die RAM-Krise als Auslöser

Eine offizielle Stellungnahme von Asus oder Microsoft zu den genauen Gründen der Preiserhöhung steht bislang aus. Der Zeitpunkt und die Tatsache, dass ausschließlich das RAM-intensivere Modell betroffen ist, deuten jedoch klar auf die anhaltende RAM-Krise hin. Seit Herbst 2025 sind die Preise für Arbeitsspeicher und SSDs drastisch gestiegen. Der Haupttreiber: Tech-Konzerne wie OpenAI und Google kaufen massenhaft Speicherkomponenten für den Aufbau von KI-Rechenzentren auf. Hersteller wie Micron haben infolgedessen den Consumer-Markt weitgehend zugunsten von Enterprise-Kunden verlassen.

Asus hatte bereits Anfang 2026 in einem internen Memo angekündigt, dass steigende RAM-Kosten zu Preiserhöhungen bei verschiedenen Produkten führen würden. Dass nun das ROG Xbox Ally X als erstes betroffen ist, überrascht Branchenbeobachter daher kaum – wohl aber die Schnelligkeit: Das Gerät ist erst seit Oktober 2025 auf dem Markt.

Nicht nur das Ally X: Die gesamte Gaming-Hardware unter Druck

Das ROG Xbox Ally X steht nicht alleine da. Valve hat offiziell bestätigt, dass das Steam Deck OLED in mehreren Ländern, darunter den USA, zeitweise nicht verfügbar ist – ebenfalls aufgrund von Engpässen bei Speicher- und Arbeitsspeicherkomponenten. Die Steam Deck-Produktseite trägt mittlerweile einen ausdrücklichen Hinweis auf die Lieferengpässe. Darüber hinaus hat die RAM-Krise auch den Launch der Steam Machine verzögert, die nun frühestens in der ersten Hälfte 2026 erscheinen soll.

Auch andere Windows-Handhelds bleiben nicht verschont: Das Lenovo Legion Go 2 ist in einigen Regionen ebenfalls teurer geworden. Berichte deuten zudem darauf hin, dass Sony die Entwicklung der PlayStation 6 aufgrund von Speicherengpässen überdenkt und Nintendo mögliche Preisanpassungen für kommende Hardware-Revisionen prüft. Selbst die Xbox Series X/S sollen Gerüchten zufolge 2026 weitere Preiserhöhungen erfahren – nachdem sie bereits zweimal in 2025 teurer wurden.

Wird Europa als nächstes betroffen?

In den USA und Großbritannien sind die Preise für das ROG Xbox Ally X bislang unverändert: 999 Dollar beziehungsweise 799 Pfund. Auch in Europa gibt es aktuell noch keine offiziellen Preisanpassungen. Ob und wann andere Märkte folgen werden, ist offen. Angesichts der globalen Natur der RAM-Krise und der Tatsache, dass Asus bereits angekündigt hat, Preise anzupassen, halten Branchenexperten weitere Erhöhungen für wahrscheinlich.

Wer mit dem Kauf eines ROG Xbox Ally X liebäugelt, sollte daher möglicherweise nicht zu lange warten. Das Gerät läuft unter Windows 11 und ermöglicht das Spielen von PC-Games unterwegs – inklusive Zugang zu Steam, Battle.net und dem Epic Games Store. Es erhält zudem regelmäßige System-Updates zur Leistungsverbesserung.

Ein Vorgeschmack auf das, was kommt?

Die Preiserhöhung des ROG Xbox Ally X in Japan ist möglicherweise erst der Anfang. Die Kombination aus KI-getriebener Nachfrage, schwindenden Produktionskapazitäten im Consumer-Segment und globalen Lieferkettenproblemen setzt die gesamte Gaming-Branche unter Druck. Für Spielerinnen und Spieler bedeutet das: Gaming-Hardware könnte in den kommenden Monaten deutlich teurer werden – unabhängig davon, ob man in Japan, Europa oder Nordamerika einkauft.

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