Christophe Gans‘ Videospielverfilmung kämpft an der US-Kinokasse, während China den Horrorfilm deutlich besser aufnimmt. Die Kritiken sind verheerend – doch der Regisseur plant bereits den nächsten Ausflug nach Silent Hill.
Return to Silent Hill, die dritte Realverfilmung von Konamis legendärer Horror-Videospielreihe, hat nach ihrem zweiten Wochenende an den US-Kinokassen die Marke von 5 Millionen US-Dollar überschritten. Laut Box Office Mojo liegt der kumulierte Umsatz in den Vereinigten Staaten bei rund 5.107.032 US-Dollar. Am vergangenen Wochenende lief der Film in 1.608 Kinos und spielte am Freitag 271.875 Dollar, am Samstag 417.034 Dollar und am Sonntag 291.924 Dollar ein – ein spürbarer Rückgang gegenüber dem Startwochenende.
Der Film war am 23. Januar 2026 in den USA gestartet und hatte an seinem Eröffnungswochenende 3,25 Millionen Dollar eingespielt, womit er auf Platz 7 der Charts landete. Allerdings hatten schwere Schneestürme in Nordamerika zahlreiche Kinos zur Schließung gezwungen, was die Startzahlen zusätzlich drückte. International sieht das Bild deutlich freundlicher aus: Das globale Einspielergebnis lag nach dem ersten Wochenende bei rund 19,3 Millionen Dollar, womit der Film weltweit auf Platz 5 rangierte.
China als Rettungsanker – USA als Sorgenkind
Besonders stark performte Return to Silent Hill in China, wo der Film mit umgerechnet 9,3 Millionen Dollar auf Platz 1 der Kinocharts debütierte. Am zweiten Wochenende kamen dort weitere 2,1 Millionen Dollar hinzu, was die chinesische Gesamtsumme auf 14,3 Millionen Dollar anhebt. Damit stammt ein Großteil der weltweiten Einnahmen aus dem chinesischen Markt – eine bemerkenswerte Entwicklung, da chinesische Kinogänger in den letzten Jahren zunehmend heimische Produktionen bevorzugen. Allerdings sorgte die zensierte chinesische Fassung, bei der mehrere blutige Szenen geschnitten wurden, für Kontroversen unter Fans.
In den USA hingegen zeichnet sich ein düsteres Bild ab. Mit etwas mehr als 5 Millionen Dollar nach zwei Wochen dürfte es schwierig werden, die 10-Millionen-Marke im Inland zu erreichen – zumal mit Sam Raimis Send Help und Markipliers Iron Lung demnächst starke Horror-Konkurrenz in die Kinos kommt.
Box-Office-Daten im Überblick
- Budget: 23 Mio. USD
- US-Einspielergebnis (2 Wochen): ~5,1 Mio. USD
- China (kumuliert): ~14,3 Mio. USD
- Weltweit (Eröffnungswochenende): ~19,3 Mio. USD
- US-Kinostart: 23. Januar 2026
- Frankreich-Start: 4. Februar 2026
- Vertrieb (USA): Cineverse / Iconic Events Releasing
Vernichtende Kritiken – schlechtester RT-Wert der Reihe

Kritisch betrachtet steht Return to Silent Hill auf dünnem Eis. Auf Rotten Tomatoes liegt der Film aktuell bei mageren 18 Prozent positiver Kritiken (basierend auf 56 Reviews), mit einem Durchschnittswert von 4,3/10. Der Audience Score fällt mit 30 Prozent ebenfalls bescheiden aus. Auf IMDb steht der Film bei einer Nutzerwertung von 4,2/10. Damit hält Return to Silent Hill den niedrigsten Kritiker-Score aller Silent-Hill-Filme – noch unter dem ohnehin schon berüchtigten Silent Hill: Revelation (2012), das bei 8 Prozent liegt. Der Original-Film von 2006 kam immerhin auf 33 Prozent.
Die Kritik richtet sich vor allem gegen die inkohärente Erzählung, schwache schauspielerische Leistungen und eine mangelnde Spannungsentwicklung. Mehrere Rezensenten bemängelten, dass der Film als eigenständiges Werk kaum funktioniert und ohne Kenntnis der Spielvorlage kaum verständlich ist.
Silent Hill 2 als Vorlage – zwischen Treue und kreativer Freiheit
Return to Silent Hill basiert lose auf Silent Hill 2, dem 2001 erschienenen Konami-Klassiker, der weithin als eines der besten Survival-Horror-Spiele aller Zeiten gilt. Der Film folgt James Sunderland (gespielt von Jeremy Irvine), einem gebrochenen Mann, der nach Erhalt eines mysteriösen Briefs in die Kleinstadt Silent Hill zurückkehrt, um seine verlorene Liebe Mary (gespielt von Hannah Emily Anderson) zu suchen. Dort findet er eine von unbekanntem Übel verwandelte Stadt voller albtraumhafter Kreaturen vor.
Regisseur Christophe Gans wählte für seine Adaption bewusst das sogenannte „Lake Ending“ des Spiels, da er dieses als das emotional wirkungsvollste empfand. Gleichzeitig nahm er sich kreative Freiheiten, etwa indem er Mary direkt mit dem Kult der Stadt verknüpfte – ein Subplot, der im Originalspiel nicht existiert, aber eine Brücke zu Gans‘ Film von 2006 schlagen soll.
Produktion zwischen Deutschland, Serbien und jahrelangen Verzögerungen
Die Dreharbeiten fanden von April 2023 bis Februar 2024 in Deutschland (München und Penzing) und Serbien (Belgrad) statt – eine interessante Wahl, da die verschlungenen Straßen Belgrads als Kulisse für die Innenstadt von Silent Hill dienten. Die Postproduktion zog sich allerdings deutlich länger als geplant: Gans erklärte in einem Interview vom Februar 2025, er habe den Film erst zehn Tage zuvor fertiggestellt, obwohl die Fertigstellung ursprünglich für April 2024 vorgesehen war.
Besonderes Augenmerk legte die Produktion auf Practical Effects. Kreaturendesigner Patrick Tatopoulos entwarf alle Monster als Bleistiftskizzen statt mit 3D-Modellen, und die Kreaturen wurden größtenteils von Tänzern und Akrobaten in Prothesen-Masken dargestellt. Selbst bei Monstern, die letztlich per CGI realisiert wurden, dienten reale Performer am Set als Referenz. Die Figur des Abstract Daddy etwa wurde laut Tatopoulos zu „95 Prozent durch Practical Effects“ umgesetzt. Die visuelle Ästhetik des Films wurde teilweise von den Werken des polnischen Künstlers Zdzisław Beksiński inspiriert.
Gans will weitermachen – Yamaoka hofft auf Silent Hill 4

Trotz der schwachen Kritiken und des enttäuschenden US-Starts zeigt sich Regisseur Christophe Gans entschlossen, die Franchise fortzuführen. In einem Interview mit Variety im Januar 2026 erklärte er seine Absicht, mindestens einen weiteren Silent-Hill-Film zu drehen. Gans betrachtet die Reihe als eine Art Anthologie – vergleichbar mit The Twilight Zone – in der jede Geschichte erzählt werden kann.
Auch Komponist Akira Yamaoka, der sowohl die Musik der meisten Silent-Hill-Spiele als auch den Soundtrack des Films verantwortete, blickt nach vorn. In einem IGN-Interview äußerte er den Wunsch, als nächstes Silent Hill 4: The Room als Filmadaption zu sehen – idealerweise erneut unter der Regie von Gans. Dieser reagierte darauf zurückhaltend und erklärte, zunächst ein anderes Filmprojekt realisieren zu wollen, bevor er zur Franchise zurückkehre.
Franchise-Kontext: Silent Hill zwischen Spielen und Filmen
Return to Silent Hill ist der dritte Film der Reihe und fungiert als Soft-Reboot. Der Originalfilm von 2006 mit Radha Mitchell und Sean Bean spielte bei einem Budget von 50 Millionen Dollar weltweit rund 100 Millionen ein. Das Sequel Silent Hill: Revelation (2012) unter der Regie von M.J. Bassett fiel mit 55 Millionen Dollar Einspielergebnis bei 20 Millionen Budget deutlich ab und tötete die Filmreihe für über ein Jahrzehnt. Insgesamt haben die drei Filme zusammen über 175 Millionen Dollar weltweit eingespielt.
Auf der Spieleseite erlebt das Franchise hingegen eine Renaissance. Das Silent Hill 2 Remake von Bloober Team wurde 2024 von Fans und Kritikern gleichermaßen gefeiert, und Silent Hill f setzte 2025 mit einem frischen Setting in Japan neue Akzente. Diese erfolgreiche Wiederbelebung der Spielereihe macht es nicht unmöglich, dass trotz der mäßigen Kinoergebnisse ein weiterer Film grünes Licht bekommt – zumal das moderate Budget von 23 Millionen Dollar das finanzielle Risiko begrenzt.
Ob sich der Nebel für einen vierten Film lichtet, bleibt abzuwarten
Return to Silent Hill steht exemplarisch für die anhaltende Schwierigkeit, Videospiele überzeugend auf die Leinwand zu übertragen. Während Serien wie The Last of Us und Fallout zeigen, dass es durchaus möglich ist, scheitert die Silent-Hill-Filmreihe zum dritten Mal daran, sowohl Fans als auch Kritiker zu begeistern. Ob das internationale Einspielergebnis, angeführt vom starken China-Geschäft, zusammen mit den späteren VOD- und Streaming-Erlösen ausreicht, um einen vierten Film zu rechtfertigen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Der Frankreich-Start am 4. Februar könnte weitere Impulse liefern – Gans ist schließlich Franzose, und der Vertrieb über Metropolitan Filmexport dürfte den Film im heimischen Markt angemessen positionieren.
Eines steht fest: Die Fans der Spielereihe haben mit dem Silent Hill 2 Remake und Silent Hill f bereits eine deutlich befriedigendere Rückkehr nach Silent Hill erlebt, als sie es im Kino tun. Wer psychologischen Horror auf höchstem Niveau erleben will, ist nach wie vor mit dem Controller in der Hand besser bedient als mit einer Tüte Popcorn.
