Rayman Legends Retold: Mehr als ein Remake? Release, Preis und unsere Ersteindrücke

Rayman ist endlich zurück. Nach Jahren der Funkstille rund um Ubisofts Plattform-Maskottchen hat der Publisher das lange erwartete Remake nun offiziell bestätigt: Rayman Legends Retold erscheint am 1. Oktober 2026. Statt eines komplett neuen Abenteuers bekommen Fans damit eine von Grund auf überarbeitete Neuauflage des 2013 erschienenen Jump-'n‘-Run-Klassikers. Wir haben die ersten Welten bereits angespielt – und verraten, ob hier mehr steckt als nur Nostalgie.

Lange mussten Rayman-Fans auf ein neues Lebenszeichen warten. Während andere große Plattformer-Reihen regelmäßig mit frischen Titeln versorgt wurden, war es um den gliederlosen Helden erstaunlich ruhig geworden. Umso größer ist die Freude über die Rückkehr – auch wenn sich mancher statt eines Remakes lieber ein komplett neues Abenteuer gewünscht hätte.

Offiziell enthüllt bei der State of Play

Nachdem in den Wochen zuvor bereits zahlreiche Leaks – allen voran vom zuverlässigen Insider billbil-kun – durchgesickert waren, machte Ubisoft im Rahmen der PlayStation State of Play am 2. Juni 2026 Nägel mit Köpfen. Ein erster Reveal-Trailer zeigte sowohl frisches Gameplay als auch den Releasetermin. Entwickelt wird die Neuauflage von Ubisoft Montpellier und Ubisoft Milan – also unter anderem vom Stammhaus der Serie, das schon für Rayman Origins (2011) und das Original von 2013 verantwortlich zeichnete.

Brand Producer Loïc Gounon beschreibt das Projekt als Versuch, das Besondere an Rayman neu zu erzählen: Man wolle alles bewahren, was Fans lieben, und gleichzeitig Raymans Welt, ihre Logik und die erzählerischen Zusammenhänge weiter ausbauen. Mit an Bord sind erneut Rayman, Globox, Barbara, Grand Minimus und der fliegende Begleiter Murphy.

Neue Optik mit vertrautem Spielgefühl

Das Original von 2013 gilt bis heute als eines der besten 2D-Jump-'n‘-Runs überhaupt. Verantwortlich dafür war vor allem die Mischung aus präziser Steuerung, dem kreativen, handgezeichneten Artstyle und einem enormen Abwechslungsreichtum. Kaum ein Level spielte sich wie das vorherige – besonders die Rhythmus-Levels waren legendär. Genau deshalb steht Retold vor einer spannenden Herausforderung: Das Fundament steht, die Frage ist nur, ob Ubisoft genug Neues liefert, um auch Veteranen zurückzulocken.

Bereits nach wenigen Minuten unserer Anspielsession wird klar: Am eigentlichen Gameplay hat Ubisoft kaum etwas verändert – und das ist keineswegs negativ gemeint. Raymans Moveset bleibt wie gewohnt überschaubar: rennen, springen, schlagen und mit dem berühmten Haarpropeller gleiten. Die Steuerung ist leicht zu erlernen, bietet aber genügend Tiefe für anspruchsvolle Herausforderungen. Gelegentlich hatten wir das Gefühl, dass Eingaben minimal verzögert umgesetzt wurden – da wir das Spiel jedoch nur per Stream und nicht auf lokaler Hardware testen konnten, dürfte die Ursache eher in der Übertragungslatenz liegen.

Die wohl auffälligste Neuerung ist die grafische Überarbeitung. Während das Original auf einen handgezeichneten Comic-Stil setzte, präsentiert sich das Remake in einem modernen Mix aus 2,5D- und 3D-Passagen. Die Kamera kippt, der Spielraum wird gebogen, Zwischensequenzen wirken dynamischer – Figuren und Umgebungen gewinnen dadurch deutlich an räumlicher Tiefe. Moderne Licht- und Schatteneffekte verleihen den Abschnitten mehr Atmosphäre, weitläufige Hintergründe lassen die Welt lebendiger wirken.

Trotzdem dürfte dieser Stil nicht jedem gefallen. Der handgezeichnete Look gehörte zu den Markenzeichen von Rayman Legends und altert bis heute hervorragend. Manche Fans werden sich daher fragen, ob eine optische Neuausrichtung überhaupt nötig war. Andererseits liegt genau darin die Chance von Retold: Nach über zehn Jahren wirkt die neue Präsentation frischer – wer das Original mehrfach durchgespielt hat, erlebt vertraute Levels plötzlich wie neu.

Erstmals mit Sprachausgabe und erweitertem Soundtrack

Eine der größten inhaltlichen Neuerungen: Zum ersten Mal in der Seriengeschichte sind die Charaktere vollständig vertont. Dazu kommen neue, vertonte Zwischensequenzen, die der Geschichte mehr Gewicht verleihen. Den erweiterten Soundtrack steuern Christophe Héral und Grant Kirkhope bei – eine Mischung aus klassischen Themen und neuen Kompositionen.

Oberwelten als spielbare Levels

Während unserer Session durften wir bereits einige Levels aus den ersten beiden Welten ausprobieren. Noch bevor es in die eigentlichen Abschnitte ging, fielen uns die überarbeiteten Oberwelten ins Auge. Besonders die zweite Welt wirkte fast wie ein eigenes kleines Level: Statt nur als Menü zu dienen, lädt sie zum Erkunden ein. Versteckte Sammelgegenstände und kleine Geheimnisse sorgen dafür, dass man sich hier gerne etwas länger aufhält.

Auch in den eigentlichen Levels zeigt sich schnell die große Stärke der Reihe. Neben klassischen Jump-'n‘-Run-Passagen gibt es wieder die Murphy-Levels, in denen ihr Raymans fliegenden Begleiter um Hilfe bittet, um Hindernisse zu beseitigen, Plattformen zu bewegen oder neue Wege freizulegen. Dazu warten überraschend knackige Zeit-Herausforderungen, die schnelle Reaktionen und eine fehlerfreie Route verlangen.

In jedem Level verstecken sich zudem zehn Kleinlinge, die befreit werden wollen – oft gekoppelt an kleine Rätsel, versteckte Bereiche oder optionale Challenge-Räume. Wer einfach nur möglichst schnell ins Ziel will, wird also nicht alles entdecken. Die bekannten Lums sind überall verteilt und dienen nicht nur als Sammelobjekte, sondern schalten teilweise auch neue Inhalte frei.

Drachenzähmen leicht gemacht: der Rail-Shooter-Moment

Eine der interessantesten Neuerungen sind die Drachenflug-Levels. Sie dienen als Übergang zwischen den Welten und bringen eine völlig andere Art von Gameplay ins Spiel. Statt zu springen sitzt Rayman hier auf dem Rücken eines Drachen und rast durch abwechslungsreiche Flugstrecken – spielerisch erinnert das stark an einen Rail-Shooter. Der Drache bewegt sich automatisch, während ihr Hindernissen ausweicht und enge Passagen durchquert.

Für zusätzliche Spannung sorgt ein ungewöhnliches Lebenssystem: Zu Beginn begleiten euch zehn Kleinlinge, jeder Treffer kostet einen Begleiter. Sind alle verloren, ist die Runde vorbei. Was auf den ersten Blick simpel wirkt, verlangt in der Praxis deutlich mehr Konzentration als gedacht – einige Hindernisse tauchen überraschend schnell auf und verzeihen kaum Fehler.

Neue Welt, neue Inhalte: World of the Living Dead

Mit der World of the Living Dead erhält Retold eine komplett neue Spielwelt inklusive zusätzlicher Levels und eines weiteren Endes. Wie umfangreich diese Erweiterung am Ende ausfällt, lässt sich nach der Anspielsession noch nicht abschließend beurteilen – sie dürfte aber einer der wichtigsten Gründe für Fans des Originals sein, dem Remake eine Chance zu geben. Gegner lassen sich übrigens meist unkompliziert mit einem Schlag oder einem Kopfsprung ausschalten; deutlich gefährlicher sind die zahlreichen Plattformpassagen, bei denen ein ungenauer Sprung schnell ein Leben kostet.

Darüber hinaus packt Ubisoft weitere Inhalte oben drauf: vier zusätzliche Musiklevels, in denen jede Bewegung im Takt des Soundtracks erfolgen muss, sowie die Cave of Trials mit fortlaufenden, kostenlosen Herausforderungen. Auch ein Speedrun-Modus mit Online-Bestenliste ist mit dabei. Der beliebte Mehrspielermodus Kung Foot kehrt mit verbesserter Steuerung, Power-ups und anpassbaren Regeln zurück. Laut Entwicklerteam wurde im Gegenzug eine „kleine Handvoll“ Levels aus Konsistenzgründen entfernt.

Weiterhin mit an Bord ist der Couch-Koop für bis zu vier Spieler, den wir während des Preview-Termins allerdings nicht selbst ausprobieren konnten. Auf der Nintendo Switch 2 soll das Spiel laut Ubisoft Milan mit 60 fps laufen und denselben Umfang wie auf den anderen Plattformen bieten.

Editionen, Preise und Vorbesteller-Boni

Rayman Legends Retold erscheint in zwei Editionen. Beide enthalten als Bonus die Rayman Origins: Enhanced Edition, eine grafisch verbesserte Fassung des Vorgängers von 2011. Wer vorbestellt, erhält zusätzlich das Hoodlum-Havoc-Paket mit zwei Kostümen für Rayman und Globox, inspiriert von Rayman 3.

Edition Preis Inhalt
Standard Edition 39,99 € Hauptspiel + Rayman Origins: Enhanced Edition
Deluxe Edition 49,99 € Hauptspiel + Rayman Origins: Enhanced Edition + Retro-Pack (4 Kostüme für Rayman, Globox, Barbara und Grand Minimus im Stil des Original-Rayman von 1995) + ingame-Artgallery
Vorbesteller-Bonus (alle Editionen) Hoodlum-Havoc-Paket: 2 Kostüme für Rayman und Globox im Stil von Rayman 3

Eine physische Retail-Fassung ist exklusiv für PlayStation 5 und Nintendo Switch 2 geplant; auf der Xbox Series X|S erscheint das Spiel rein digital. Die Switch-2-Version soll laut Leaks als Game-Key-Card ausgeliefert werden.

Plattformen und Release

Releasetermin 1. Oktober 2026
Plattformen PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2, PC
PC-Stores Ubisoft Store, Steam, Epic Games Store
Cloud-Gaming GeForce Now, Blacknut
Entwickler Ubisoft Montpellier, Ubisoft Milan

Ersteindruck und Ausblick

Nach unserer Anspielsession bleibt vor allem ein Gedanke hängen: Es ist einfach schön, Rayman überhaupt wiederzusehen. Natürlich hätten sich viele nach all den Jahren lieber ein komplett neues Abenteuer gewünscht – die anfängliche Enttäuschung über „nur“ ein Remake ist nachvollziehbar. Doch zumindest nach den ersten gespielten Stunden macht Rayman Legends Retold einen sehr guten Eindruck. Die überarbeitete Optik sorgt dafür, dass sich viele bekannte Abschnitte überraschend neu anfühlen, obwohl sie im Kern unverändert geblieben sind.

Ob das Remake am Ende mehr ist als eine nostalgische Rückkehr, wird vor allem vom Umfang der neuen Inhalte abhängen – allen voran von der World of the Living Dead, den vier neuen Musiklevels und den Drachenflug-Passagen. Gut möglich, dass Ubisoft mit Retold zugleich das Interesse an der Marke neu entfachen und den Weg für einen komplett neuen Teil ebnen will. Bis dahin hinterlässt die Neuauflage einen positiven Ersteindruck. Ob der bestehen bleibt, zeigt sich ab dem 1. Oktober 2026.

Wie haben dir die Infos gefallen?

0 0

Lost Password

Please enter your username or email address. You will receive a link to create a new password via email.