Pokemon GO: Spieler verkauft seltenes Shiny für schwindelerregende $13.000

In der Pokemon GO Community sorgt derzeit ein außergewöhnlicher Verkauf für Aufsehen: Ein Spieler bietet ein Schillerndes Galar-Arktos für über $13.000 auf eBay UK an. Der Preis von £10.090,31 macht das virtuelle Pokemon zu einem der teuersten jemals angebotenen Kreaturen im Mobile Game.

Galar-Arktos: Eine der seltensten Kreaturen in Pokemon GO

Die Seltenheit des Schillernden Galar-Arktos erklärt den astronomischen Preis. Das Pokemon debütierte erst im Oktober 2024 als Teil des Galarian Expedition Events in Pokemon GO. Anders als die regulären legendären Vögel, die seit Jahren im Spiel verfügbar sind, kann Galar-Arktos ausschließlich über den Daily Adventure Incense gefunden werden.

Die Chancen, einem Galar-Arktos zu begegnen, sind extrem gering. Crowdsourced-Daten zufolge liegt die Spawn-Rate beim Daily Adventure Incense bei etwa 1:500. Da legendäre Pokemon eine Schillernden-Rate von ungefähr 5 Prozent haben, beträgt die Wahrscheinlichkeit, ein Schillerndes Galar-Arktos zu finden, lediglich 1:10.000 oder 0,01 Prozent.

Erschwerend kommt hinzu, dass Galar-Arktos eine Basis-Fangrate von nur 0,3 Prozent und eine Fluchtrate von 90 Prozent aufweist. Selbst wenn ein Spieler das seltene Pokemon findet, ist die Chance, es tatsächlich zu fangen, minimal. Allerdings haben Schillernde Versionen den Vorteil, dass sie nicht fliehen, solange der Spieler Pokebälle hat.

Der Verkauf und die Methode

Der besagte Verkäufer bietet neben dem Schillernden Galar-Arktos auch ein Armored Mewtu für denselben Preis an. Dieses war nur während zwei kurzer Raid-Fenster in den Jahren 2019 und 2020 erhältlich und zählt ebenfalls zu den begehrtesten Pokemon im Spiel.

Laut Verkaufsangebot will der Verkäufer die Pokemon durch GPS-Spoofing zum Käufer „reisen“ und dann einen regulären Trade durchführen. Zusätzlich bietet er an, die WP (Wettkampfpunkte) der Pokemon vor dem Tausch zu erhöhen.

Preisvergleich: Extreme Unterschiede auf dem Markt

Die Preise für Schillerndes Galar-Arktos auf eBay variieren enorm. Während der erwähnte Verkäufer über $13.000 verlangt, bieten andere Händler dasselbe Pokemon für Beträge zwischen $4 und $20 an. Die meisten dieser Verkäufer nutzen sogenannte „PTC“ (Pokemon Trainer Club) Accounts oder bieten direkte Trades an.

Auf eBay US ist das derzeit teuerste Pokemon GO Angebot ein Schillerndes Hexenhut-Pichu für $2.467,50. Dieses Halloween-themed Pichu gilt seit langem als eine der seltensten Kreaturen im Spiel und liegt preislich deutlich unter dem britischen Galar-Arktos Angebot.

Verstoß gegen Niantics Nutzungsbedingungen

Der Verkauf von Pokemon GO Accounts, Pokemon oder In-Game-Währung stellt einen klaren Verstoß gegen Niantics Terms of Service dar. Paragraph 5.4 der Nutzungsbedingungen verbietet explizit den Handel über Plattformen, die nicht von Niantic bereitgestellt werden.

Niantic verfolgt bei Verstößen gegen die Spielerrichtlinien ein „Three-Strike-System“:

  • Erster Verstoß: 7-tägige Warnung mit eingeschränktem Zugang zu seltenen Pokemon und EX-Raids
  • Zweiter Verstoß: 30-tägige Suspendierung des Accounts
  • Dritter Verstoß: Permanenter Bann ohne Möglichkeit der Rückkehr

Besonders das GPS-Spoofing, das der Verkäufer für die Lieferung nutzen möchte, gehört zu den schwerwiegendsten Verstößen und kann bereits beim ersten Mal zu einem permanenten Bann führen.

Schwierige Durchsetzung für Niantic

Trotz klarer Regelungen ist die Durchsetzung für Niantic problematisch. Theoretisch könnte das Unternehmen Sting-Operationen durchführen und Listings kaufen, um die beteiligten Accounts zu identifizieren und zu bannen. Alternativ könnten Telemetriedaten analysiert werden, um verdächtige Muster wie Accounts zu erkennen, die scheinbar von mehreren globalen Standorten aus handeln.

Die Wirksamkeit dieser Methoden ist jedoch fraglich, insbesondere wenn Verkäufer Vorsichtsmaßnahmen treffen und nicht alle Trades über denselben Account abwickeln. Ein Blick auf etablierte Verkäufer zeigt die Schwierigkeiten: Der erwähnte Verkäufer mit dem Schillernden Hexenhut-Pichu hat über 30.000 abgeschlossene Verkäufe und mehr als 7.500 positive Bewertungen seit November 2017.

Community-Reaktionen und Bedenken

In der Pokemon GO Community werden solche Verkäufe kontrovers diskutiert. Während einige Spieler die extrem niedrigen Spawn-Raten kritisieren und verstehen, warum Spieler Geld für seltene Pokemon ausgeben, warnen andere vor den Risiken eines permanenten Banns.

Besonders problematisch sehen viele die Auswirkungen auf kompetitives Gameplay. Seit Pokemon GO eine offizielle Championship-Serie mit Geldpreisen veranstaltet, stellt der Zugang zu ultra-seltenen Pokemon mit guten IV-Werten einen unfairen Vorteil dar.

Der Kontext: Pokemon GO unter neuer Führung

Die Diskussion um Pokemon-Verkäufe erfolgt zu einem Zeitpunkt des Umbruchs. Im März 2025 verkaufte Niantic Pokemon GO zusammen mit anderen Spielen für 3,5 Milliarden US-Dollar an Scopely, eine Tochtergesellschaft der saudi-arabischen Savvy Games Group.

Ed Wu, Senior Vice President von Pokemon GO, versicherte der Community, dass das Entwicklerteam zusammenbleiben und das Spiel langfristig weiterentwickeln werde. Ob sich unter der neuen Führung auch die Maßnahmen gegen Account- und Pokemon-Verkäufe ändern werden, bleibt abzuwarten.

Niantic selbst konzentriert sich nach dem Verkauf auf die Entwicklung geospatialer KI und neuer Technologien, während die verbleibenden Titel wie Ingress und Peridot Teil der neuen Sparte Niantic Spatial werden.

Fazit: Risiko versus Belohnung

Der Verkauf eines Schillernden Galar-Arktos für über $13.000 zeigt die extreme Nachfrage nach ultra-seltenen Pokemon. Gleichzeitig verdeutlicht er die Problematik von Spawn-Raten, die so niedrig sind, dass selbst engagierte Spieler Monate oder Jahre warten müssen, um bestimmte Pokemon zu finden.

Für potenzielle Käufer bleibt das Risiko eines permanenten Banns bestehen. Selbst wenn der Tausch erfolgreich durchgeführt wird, kann Niantic den Account jederzeit sperren, wenn verdächtige Aktivitäten erkannt werden. Die Investition von mehreren tausend Dollar in ein virtuelles Pokemon, das jederzeit verloren gehen kann, ist für die meisten Spieler eine fragwürdige Entscheidung.

Wer dennoch sein Glück versuchen möchte, sollte sich bewusst sein: Das Glücksspiel beginnt nicht erst beim Fang des Pokemon, sondern bereits beim Kauf.

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