Die Nintendo Switch 2 wird ab dem 1. September 2026 teurer – und Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa verspricht im Gegenzug, den „Besitzwert“ der Konsole durch ein starkes Software-Lineup deutlich aufzuwerten. Das kündigte er im Rahmen der aktuellen Investorenkonferenz an, bei der Nintendo gleichzeitig die Geschäftszahlen für das Fiskaljahr 2026 präsentierte.
Nintendo Switch 2: So viel kostet die Konsole ab September
Die unverbindliche Preisempfehlung der Nintendo Switch 2 steigt in Europa von 469,99 € auf 499,99 € – ein Plus von 30 Euro bzw. rund sechs Prozent. In den USA klettert der Preis von 449,99 auf 499,99 US-Dollar, in Kanada von 629,99 auf 679,99 CAD. Japan ist noch früher betroffen: Dort gilt die Erhöhung bereits ab dem 25. Mai 2026, wobei die japanische Version von 49.980 auf 59.980 Yen ansteigt – ein Aufschlag von rund 20 Prozent.
Wer die Switch 2 noch zum alten Preis ergattern möchte, hat in Europa also bis zum 31. August 2026 Zeit. In Japan steigen zusätzlich die Preise für die originale Nintendo Switch, die Switch OLED und die Switch Lite. Auch die Abo-Kosten für Nintendo Switch Online werden dort ab dem 1. Juli 2026 angehoben – für Europa, die USA und Kanada gilt das bislang jedoch nicht.
Furukawa entschuldigt sich und verspricht „robusten Software-Katalog“
Während der Investorenkonferenz entschuldigte sich Furukawa ausdrücklich bei den Kunden:
„Wir entschuldigen uns aufrichtig bei unseren Kunden für die erheblichen Unannehmlichkeiten, die dadurch entstehen. Wir wollten eine möglichst breite Verbreitung der Konsole priorisieren, doch die steigenden Kosten langfristig zu tragen, war eine große Herausforderung. Die neue Preisgestaltung deckt nicht einmal alle Kostensteigerungen vollständig ab.“
Im gleichen Atemzug kündigte er an, den sogenannten „Besitzwert“ der Nintendo Switch 2 spürbar zu steigern:
„Wir werden ein robustes Software-Lineup vorbereiten, um den Besitzwert der Switch 2 zu erhöhen. Wir werden hart daran arbeiten, diese Hürde zu überwinden.“
Die Nachfrage nach der Konsole sei im zweiten Jahr weiterhin „solide“, und die Verbreitung der Switch 2 schreite planmäßig voran, so Furukawa weiter.
Warum wird die Switch 2 teurer? Speicherkrise durch KI-Boom
Nintendo nennt offiziell „veränderte Marktbedingungen“ als Grund für die Preisanpassung, ohne einzelne Faktoren konkret zu benennen. Hinter den Kulissen zeichnet sich jedoch ein deutliches Bild ab: Die weltweite Speicherkrise, ausgelöst durch den massiven Ausbau von KI-Rechenzentren, treibt die Preise für DRAM- und NAND-Speicher in die Höhe. Hersteller produzieren bevorzugt den lukrativeren HBM-RAM für KI-Anwendungen, wodurch DDR5-Speicher für Consumer-Produkte wie die Switch 2 knapper und teurer wird.

Laut Branchenberichten haben sich die Speicherchip-Preise in den vergangenen Monaten nahezu verdoppelt. In Kombination mit schwankenden Wechselkursen des Yen und internationalen Handelszöllen – insbesondere den US-Zöllen – dürften sich Nintendos Betriebskosten in diesem Geschäftsjahr um rund 100 Milliarden Yen (~620 Millionen Euro) erhöhen. Auch die geopolitischen Spannungen, darunter der Konflikt im Iran, spielen eine Rolle.
Die Preiserhöhung reiht sich in einen branchenweiten Trend ein: Sony hat den UVP der PlayStation 5 seit dem Launch bereits dreimal angehoben und liegt in Europa mittlerweile bei 650 €. Microsoft erhöhte den Preis der Xbox Series X|S im Mai 2025 um 50 €. Nintendo schließt nun mit einem vergleichsweise moderaten Aufschlag von 30 Euro diese Lücke.
Starke Verkaufszahlen: Fast 20 Millionen Switch 2 im ersten Jahr
Die Preiserhöhung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Switch 2 eigentlich hervorragend verkauft. Nintendos Geschäftsbericht für das Fiskaljahr 2026 (April 2025 bis März 2026) weist 19,86 Millionen verkaufte Switch-2-Einheiten aus – mehr als die prognostizierten 19 Millionen. Damit liegt die Konsole rund fünf Millionen Einheiten vor der originalen Switch im gleichen Zeitraum und sogar sechs Millionen vor der PS5 und PS4.
Beim Software-Absatz führt Mario Kart World mit 14,70 Millionen Einheiten (inkl. Bundle-Verkäufe) deutlich das Feld an, gefolgt von Donkey Kong Bananza (4,52 Mio.), Pokémon Pokopia (über 4 Mio.) und Pokémon Feuerrot & Blattgrün (über 4 Mio.). Tomodachi Life: Living the Dream erreichte in nur zwei Wochen 3,8 Millionen Exemplare. Der Gesamtumsatz stieg im Jahresvergleich um 98,6 Prozent auf 2,313 Billionen Yen.
Trotz der starken Zahlen prognostiziert Nintendo für das laufende Geschäftsjahr 2027 einen Rückgang auf 16,5 Millionen verkaufte Switch-2-Einheiten – ein Minus von knapp 17 Prozent. Als Grund nennt das Unternehmen, dass die Launch-Nachfrage ungewöhnlich stark konzentriert gewesen sei.
Welche Spiele sollen den „Besitzwert“ steigern?
Für die kommenden Monate stehen bereits mehrere große Titel fest:
| Spiel | Erscheinungszeitraum |
|---|---|
| Yoshi and the Mysterious Book | Mai 2026 |
| Star Fox | Juni 2026 |
| Splatoon Raiders | Juli 2026 |
| Fire Emblem: Fortune's Weave | 2026 (genaues Datum steht aus) |
Gerüchten zufolge befindet sich außerdem ein Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time für die Switch 2 in der Entwicklung, das als mögliches Weihnachtsgeschäfts-Highlight gehandelt wird. Im Juni dürfte wie gewohnt eine Nintendo Direct stattfinden, in der die Spielepläne für die zweite Jahreshälfte enthüllt werden.
Der Blick auf 2027 verspricht ebenfalls Großes: Pokémon Winds and Waves soll im kommenden Jahr erscheinen, und ein neues 3D-Mario-Spiel wird seit längerem als nächster Blockbuster gehandelt. Furukawa betonte zudem, dass Nintendo die Switch 2 mindestens acht Jahre lang unterstützen wolle – so lange wie die originale Switch, die 2017 erschien und bis heute Spiele erhält.
Preiserhöhung mit Ansage – und eine klare Chance
Nintendos Preiserhöhung für die Switch 2 folgt dem branchenweiten Muster und überrascht kaum. Positiv fällt auf, dass Nintendo den Kunden eine großzügige Übergangsfrist bis zum 1. September einräumt – deutlich fairer als die oft über Nacht umgesetzten Aufschläge der Konkurrenz. Wer mit einem Kauf liebäugelt, sollte die verbleibenden Monate bis zum Stichtag nutzen.
Ob das versprochene Software-Lineup tatsächlich den „Besitzwert“ der Konsole derart steigert, dass die 499,99 € gerechtfertigt erscheinen, wird sich zeigen. Mit Star Fox, Splatoon Raiders, Fire Emblem und einem möglichen Zelda-Remake hat Nintendo allerdings gewichtige Argumente in der Pipeline. Die kommende Nintendo Direct im Juni dürfte hier für deutlich mehr Klarheit sorgen.