„God of War: Laufey“ angekündigt: Kratos‘ Frau kämpft sich durch das Jenseits der Götter

Santa Monica Studio hat zum Abschluss der jüngsten State of Play den nächsten Hauptteil der „God of War“-Reihe enthüllt – und der setzt einen radikalen Bruch mit der bisherigen Tradition. In „God of War: Laufey“ steht erstmals nicht der Kriegsgott Kratos im Mittelpunkt, sondern seine verstorbene Frau Faye, im Spiel auch Laufey die Gerechte genannt. Sony zeigte rund 20 Minuten Gameplay und lieferte erste Details zu Story und Kampfsystem. Einen Releasetermin nannte das Studio dagegen nicht: Das Spiel erscheint exklusiv für die PlayStation 5 und ist bislang nur als „in Entwicklung“ markiert.

Für Faye ist es die erste tragende Rolle. In „God of War“ (2018) und „God of War Ragnarök“ (2022) erfuhren Spielerinnen und Spieler von ihr fast ausschließlich durch Rückblenden und die Erzählungen anderer Figuren – die meiste Zeit war sie als in Tücher gewickelte Leiche präsent. Als legendäre Kriegerin, letzte Beschützerin der Riesen in Midgard, Mutter von Atreus und einstige Besitzerin der Leviathan-Axt prägte sie die Ereignisse beider Spiele dennoch maßgeblich.

Die Handlung beginnt mit dem Tod

„God of War: Laufey“ setzt unmittelbar nach Fayes Tod ein. Während Kratos ihren Körper auf dem Scheiterhaufen verbrennt, erwacht sie an einem fremden Ort: dem Allwann (im englischen Original „Everywhen“), dem Jenseits der Götter. Dorthin kehrt alle Magie zurück – es ist zugleich Geburtsort und Endpunkt allen Zaubers. Hier treffen Gottheiten und Kreaturen aus den unterschiedlichsten Mythologien aufeinander, und das selten friedlich.

Statt ihr Schicksal hinzunehmen, sucht Faye einen Weg zurück nach Hause. Sie erkennt, dass die Vorkehrungen, die sie zum Schutz von Kratos und Atreus getroffen hatte, in Gefahr sind. Erschwert wird ihre Flucht dadurch, dass der natürliche Fluss der Magie im Allwann gestört ist – das Reich wirkt zwar farbenfroh und lebendig, entpuppt sich aber eher als Gefängnis denn als Paradies. Auf ihrer Reise gerät sie unter anderem mit der ägyptischen Löwengöttin Sekhmet und dem Kriegsgott Begtse aneinander, die der plötzlich aufgetauchten Fremden alles andere als wohlgesonnen sind.

Story-Hintergrund liefert eine clevere Anknüpfung an „Ragnarök“: Odin war dort von der Prophezeiung seines eigenen Untergangs besessen und suchte nach Wissen über etwas jenseits der Totenreiche der Sterblichen. Genau diese Frage greift „Laufey“ auf – nämlich, was mit den Göttern geschieht, wenn sie sterben.

Ungewöhnliche Verbündete: ein Würfel und ein Band

Allein ist Faye im Allwann nicht. Kurz nach ihrem Erwachen trifft sie auf zwei Begleiter, die so gar nicht ins klassische God-of-War-Bild passen. Phranque ist ein neugieriger kosmischer Würfel mit aufrichtigem Gemüt, der alles tut, um seine Freunde und die Wesen des Allwann zu beschützen. Gesprochen wird er von Jack Quaid, bekannt als Hughie aus „The Boys“. Rue wiederum ist eine verzauberte Bänder-Wächterin – ihre Aufgabe ist es, ein verheerend mächtiges Schwert davor zu bewahren, in die falschen Hände zu geraten. Ihr leiht Perlina Lau die Stimme.

Faye selbst wird erneut von Deborah Ann Woll verkörpert, die die Figur bereits in „Ragnarök“ sprach und einem breiteren Publikum als Karen Page aus der „Daredevil“-Serie bekannt ist. Im Verlauf der Geschichte gewinnt Faye genug Vertrauen von Rue, um deren legendäres Schwert selbst zu führen – in ihren erfahrenen Händen entfaltet die Waffe ihr volles Potenzial.

Schnelleres, beweglicheres Kampfsystem

Spielerisch bleibt „God of War: Laufey“ den Grundpfeilern der Reihe treu – intime, brutale Kämpfe, eine Welt zum Erkunden und eine Geschichte im Zentrum -, soll sich aber deutlich anders anfühlen als die jüngeren Kratos-Abenteuer. Santa Monica beschreibt einen Mix aus der modernen God-of-War-Formel und der Beweglichkeit der griechischen Ära. Während Kratos zuletzt eher behäbig zu Werke ging, kämpft Faye flink und aggressiv: Sie kann doppelt springen, nahtlos zwischen Boden- und Luftangriffen wechseln und Gegner in die Höhe schleudern, um sie dort zu jonglieren. Beobachter zogen nach dem Gameplay-Video Vergleiche zu reinrassigen Action-Spielen wie „Devil May Cry“.

Ihren Beinamen trägt Faye nicht ohne Grund: Als Goldene Hand der Jötnar, mächtigste Beschützerin der Riesen, soll sie es einst sogar mit Thor aufgenommen haben, einem der stärksten Götter der Neun Welten. Zu ihren besonderen Fähigkeiten zählt die Manipulation von Seelen – und genau diese Kräfte werden im uralten Magie-Geflecht des Allwann massiv verstärkt. Mit ihrer goldenen Hand kann sie Gegnern die Seele aus dem Körper reißen, diese direkt attackieren oder gegen andere Feinde schleudern. Daraus sollen sich kreative Kombos ergeben.

Neues Team hinter den Kulissen

Bemerkenswert ist der Wechsel auf dem Regiestuhl: Game Director ist diesmal Ariel Lawrence, die zuvor an den früheren Teilen mitwirkte. Reihen-Veteran Cory Barlog, der „God of War“ (2018) noch selbst inszenierte, ist als Head of Creative übergeordnet beteiligt, übernimmt aber nicht mehr die Regie. Weitere Details zur Welt der toten Götter wollen die Entwickler in den kommenden Monaten nachreichen.

Kein PC-Port, dafür weitere God-of-War-Projekte

Dass „God of War: Laufey“ auch auf dem PC erscheint, gilt als unwahrscheinlich. Sony hatte zuletzt erklärt, Einzelspieler-Titel künftig nicht mehr nachträglich auf den Rechner zu bringen, da sich die PC-Ports kaum gelohnt und der Konsolen-Exklusivität geschadet hätten. Die nordischen Vorgänger wurden noch portiert: „God of War“ (2018) kam 2022 auf den PC, „Ragnarök“ folgte 2024.

Daneben hält Santa Monica weitere Eisen im Feuer. Bereits im Februar 2026 kündigte das Studio ein Remake der griechischen Original-Trilogie aus den Jahren 2005 bis 2010 an – mit TC Carson, der schon damals Kratos seine Stimme lieh. Parallel erschien überraschend „God of War: Sons of Sparta“, ein 2D-Actionplattformer über die Jugend von Kratos. Und auch abseits der Spiele wächst die Marke: Bei Amazon Prime Video entsteht derzeit eine Realserie zur Reihe.

Wann erscheint „God of War: Laufey“?

Ein konkretes Datum bleibt Sony schuldig – im Blog ist lediglich von „bald auf PlayStation 5“ die Rede, und die Abspannkarte des Trailers nennt nur „in Entwicklung“. Branchenkenner gehen dennoch von einem vergleichsweise nahen Release aus: Bloomberg-Reporter Jason Schreier riet davor, zu viel in das fehlende Zeitfenster hineinzulesen – das Spiel sei „nicht Jahre entfernt“ und ein Erscheinen 2028 „definitiv nicht“ geplant. Vorab geleakte Berichte, die viele Details korrekt vorhergesagt hatten, nannten 2027 als Ziel. Wer mag, kann den Titel bereits jetzt auf der Wunschliste im PlayStation Store vormerken.

Titel God of War: Laufey
Entwickler Santa Monica Studio (Sony)
Plattform PlayStation 5 (PC-Port unwahrscheinlich)
Genre Action-Adventure
Hauptfigur Faye / Laufey die Gerechte (Stimme: Deborah Ann Woll)
Game Director Ariel Lawrence (Head of Creative: Cory Barlog)
Release noch offen, voraussichtlich 2027

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