Epic Games steckt in der Krise. Am 24. März 2026 gab der Fortnite-Entwickler bekannt, über 1.000 Mitarbeiter zu entlassen – rund 20 Prozent der gesamten Belegschaft. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, drei Fortnite-Spielmodi dauerhaft abzuschalten: Rocket Racing, Ballistic und Festival Battle Stage. Es ist die zweite massive Entlassungswelle bei Epic innerhalb von nur drei Jahren.
Welche Modi verschwinden – und wann?
Die Abschaltungen treffen drei Modi, die allesamt erst 2024 ins Spiel kamen und nie die erhoffte Spielerbasis erreichten:
- Ballistic – der Ego-Shooter-Modus im Stil von Counter-Strike geht am 16. April 2026 mit dem Update 40.20 offline.
- Festival Battle Stage – der PvP-Rhythmus-Modus wird ebenfalls am 16. April 2026 abgeschaltet.
- Rocket Racing – der an Rocket League angelehnte Rennmodus bleibt bis Oktober 2026 spielbar, wird aber bereits jetzt schrittweise zurückgefahren. Ab der Woche vom 30. März stehen keine Quests mehr zur Verfügung, Ranked-Belohnungen entfallen, und das Track-Creation-Template wird aus UEFN entfernt.
Epic formulierte es in einem Social-Media-Post ungewohnt offen: Man habe in einigen Fällen schlicht nicht geschafft, etwas zu bauen, das gut genug war, um eine große Spielerbasis anzuziehen und zu halten.
Was bleibt erhalten?
Nicht alles wird gestrichen. Die beiden anderen Festival-Modi – Main Stage und Jam Stage – bleiben bestehen. Epic betonte ausdrücklich, dass Musik weiterhin ein zentraler Bestandteil von Fortnite sei. Auch die FPS-Tools in UEFN bleiben verfügbar, sodass Creator künftig eigene Shooter-Modi entwickeln können. Für Rocket Racing können Creator kompatible Inhalte wie Fahrzeuge und Strecken vor der endgültigen Abschaltung im Oktober auf eigenständige UEFN-Inseln übertragen.
Die Strategie ist klar: Epic verlagert den Fokus weg von eigenen, aufwendig betriebenen Modi hin zu Community-getriebenen Inhalten über UEFN.
Massive Entlassungen und ein CEO unter Druck
Die Abschaltung der Spielmodi steht im direkten Zusammenhang mit den gravierenden finanziellen Problemen bei Epic Games. In einem öffentlichen Brief an die Mitarbeiter schrieb CEO Tim Sweeney, das Unternehmen gebe deutlich mehr aus, als es einnehme, und müsse deshalb drastische Kürzungen vornehmen. Neben den Entlassungen identifizierte Epic weitere Einsparungen in Höhe von 500 Millionen US-Dollar durch reduzierte Marketing- und Vertragsausgaben sowie die Streichung offener Stellen.
Sweeney machte den Rückgang der Spielerzahlen verantwortlich, der bereits 2025 eingesetzt habe. Gleichzeitig verwies er auf branchenweite Schwierigkeiten: schwächeres Wachstum, geringere Ausgabebereitschaft der Spieler, schlechter verkaufte Konsolen der aktuellen Generation und zunehmende Konkurrenz durch andere Unterhaltungsangebote. Die aktuellen Marktbedingungen seien die extremsten seit den Anfangstagen des Unternehmens.
Betroffene Mitarbeiter erhalten ein Abfindungspaket mit mindestens vier Monaten Grundgehalt, verlängerter Krankenversicherung und beschleunigter Aktienübertragung. Sweeney betonte zudem, die Entlassungen hätten nichts mit KI zu tun.
V-Bucks-Preiserhöhung verschärft die Lage
Die Nachricht kommt nur wenige Tage nach einer weiteren kontroversen Maßnahme: Am 19. März – dem Starttermin von Chapter 7 Season 2 – hatte Epic die effektiven Preise für V-Bucks deutlich angehoben. Obwohl die Paketpreise in Euro nominell gleich blieben, erhalten Spieler seitdem bis zu 25 Prozent weniger V-Bucks für denselben Betrag. Das Standardpaket für 8,99 Euro enthält nun 800 statt zuvor 1.000 V-Bucks. Auch die monatlichen V-Bucks im Fortnite-Crew-Abo sanken von 1.000 auf 800.
Epic begründete die Preiserhöhung mit gestiegenen Betriebskosten. Spieler sprechen dagegen von „Schrumpfinflation“ – gleiches Geld, weniger Gegenwert. In der Community sorgte die Maßnahme für erheblichen Unmut, einige kündigten ihre Crew-Mitgliedschaft, andere riefen zum Boykott auf.
Community-Reaktionen: Zwischen Frust und Verständnis
Die Reaktionen auf die Abschaltung der Spielmodi fallen gemischt aus. Rocket Racing hatte nie den erhofften Durchbruch geschafft, weshalb das Ende dort weniger überraschend kommt. Anders bei Ballistic: Viele Spieler sind der Meinung, dass der Modus nicht genug Zeit und Ressourcen bekommen habe, um sein Potenzial zu entfalten. Content Creator Typical Gamer richtete sich öffentlich an Tim Sweeney mit dem Vorschlag, Ballistic zu übernehmen, um den Modus weiterzuführen und auszubauen.
Zahlreiche Spieler kritisieren zudem Epics generelle Strategie. Statt immer neue Modi zu entwickeln, solle sich das Unternehmen auf das Kernprodukt – den Battle-Royale-Modus – konzentrieren. Andere fordern seit langem eine Map-Rotation mit älteren Karten, ein Feature, das Fortnite bis heute nicht bietet.
Teil einer branchenweiten Krise
Epic Games reiht sich in eine lange Liste von Studios ein, die in den letzten Jahren massive Kürzungen vorgenommen haben. Allein 2026 gab es bereits Entlassungen bei Crystal Dynamics, Red Storm Entertainment, Riot Games und Battlefield Studios. Sony schloss kürzlich Bluepoint Games. Die Gaming-Industrie befindet sich in einer anhaltenden Konsolidierungsphase, und selbst Unternehmen mit einst gigantischen Umsätzen sind nicht davor gefeit.
Für Fortnite-Spieler bleibt abzuwarten, ob mit den drei abgeschalteten Modi das Ende der Kürzungen erreicht ist – oder ob weitere Einschnitte folgen werden. Epic hat angedeutet, gegen Ende des Jahres die nächste Generation von Erlebnissen starten zu wollen, einschließlich des Übergangs von Unreal Engine 5 zu Unreal Engine 6. Ob das reicht, um das Vertrauen der Community zurückzugewinnen, steht auf einem anderen Blatt.
