Fallout 4 Anniversary Edition: Start mit technischen Problemen überschattet

Zum 10-jährigen Jubiläum veröffentlicht Bethesda die Fallout 4 Anniversary Edition – doch statt Feierstimmung herrscht Frust in der Community. Zahlreiche technische Probleme, zerstörte Mods und negative Steam-Reviews trüben den Geburtstag des Post-Apokalypse-Klassikers.

Update zerstört fundamentale Mod-Infrastruktur

Am 10. November 2025 veröffentlichte Bethesda die Fallout 4 Anniversary Edition zum zehnjährigen Jubiläum des Spiels. Doch der Launch verlief alles andere als reibungslos: Das begleitende Update 1.11.137 bricht fundamentale Modding-Tools wie den Fallout 4 Script Extender (F4SE), der für Hunderte von Community-Mods unverzichtbar ist.

Der F4SE – ein kritisches Tool, das die Scripting-Fähigkeiten von Fallout 4 erweitert – wurde durch die Anniversary-Patch vollständig lahmgelegt. Beliebte Mods wie Buffout 4, High FPS Physics Fix, Mod Configuration Menu (MCM) und Sim Settlements 2 funktionieren seitdem nicht mehr. Die F4SE-Entwickler arbeiten an einem Update, können aber keine Zeitangaben machen.

Die Plattform Nexus Mods hatte die Community bereits im Vorfeld gewarnt und Anleitungen veröffentlicht, wie Spieler ihr Spiel auf Version 1.10.984 zurücksetzen können. Viele erfahrene Modder empfehlen, automatische Updates zu deaktivieren und auf stabilere Versionen zurückzugreifen.

Creations-Menü sorgt für Abstürze und Frust

Das neue Creations-Menü – Herzstück der Anniversary Edition – verursacht bei zahlreichen Spielern massive Probleme. Beim Zugriff auf das Menü wird das Spiel beendet, das Beenden zum Desktop führt zu Crashes, und bei einigen Anwendern startet Fallout 4 gar nicht erst.

Bethesda bestätigte in einem offiziellen Statement, dass man aktiv ein Problem untersucht, das die Bereitstellung von Creations Club-Inhalten nach dem Kauf des Creations Bundle oder der Anniversary Edition betrifft. Derzeit kann es zu Verzögerungen zwischen dem Abschluss des Kaufs und der Anzeige des Inhalts als im Konto vorhanden kommen.

Besonders pikant: Einige Spieler berichten von Problemen, obwohl sie die Anniversary-Upgrades gar nicht gekauft haben. Als temporäre Lösung empfiehlt Bethesda, alle Mods zu deaktivieren – eine unbefriedigende Antwort für eine Community, die Fallout 4 durch Mods am Leben erhalten hat.

Community-Reaktion: Von „Peak Bethesda“ bis Boykottaufrufe

Die Ironie geht der Community nicht verloren. Ein Reddit-Nutzer kommentierte trocken: „Das Spiel an seinem Jubiläum kaputt zu machen ist Peak Bethesda.“

Auf Steam hagelt es negative Reviews. Spieler kritisieren die Performance-Probleme, Mod-Inkompatibilitäten und vor allem das als überzogen empfundene Preis-Leistungs-Verhältnis. Viele Steam-Nutzer äußern sich frustriert: „40 Dollar für Creation Club-Items zu verlangen ist verrückt“ und „Das hätte für GOTY-Besitzer kostenlos sein müssen“.

Ein häufiger Ratschlag in der Community lautet, automatische Updates zu blockieren oder manuell auf frühere Spielversionen zurückzukehren, um die Mod-Kompatibilität sicherzustellen. Modding ist seit Jahren das Rückgrat der Langlebigkeit von Fallout 4, und die Community wartet nun darauf, dass Drittanbieter-Entwickler die Funktionalität wiederherstellen.

Was bietet die Anniversary Edition überhaupt?

Die Anniversary Edition bündelt das Basisspiel mit allen sechs offiziellen Erweiterungen (Far Harbor, Nuka-World, Automatron, Wasteland Workshop, Contraptions Workshop und Vault-Tec Workshop) sowie über 150 Creation Club-Items, darunter Waffen, Rüstungen, Pip-Boy-Skins und sogar alternative Dogmeat-Rassen.

Zu den technischen Verbesserungen gehören Fixes für das langjährige VATS-Problem, bei dem Trefferchancen inkorrekt angezeigt oder auf 0% gesetzt wurden. Zudem wurde die Möglichkeit entfernt, Feinde durch Wände anzuvisieren, ohne den Penetrator-Perk zu besitzen.

Das Update verbessert außerdem die Ultrawide- und Super-Ultrawide-Unterstützung sowie die Auflösungserkennung, was Abstürze beim Start verhindern soll. Für aktuelle Konsolen gibt es native 60-FPS-Unterstützung und 4K-Optionen.

Bethesdas Reaktion: Patches für November und Dezember angekündigt

Bethesda kündigte zwei Patches an: Der erste ist für den 24. November 2025 geplant und wird unter anderem das lokale Speicherlimit für Mods auf Xbox auf 2GB erhöhen, was die Installation weiterer Mods ermöglicht. Ein zweiter Patch folgt im Dezember.

Ob diese Patches die grundlegenden Probleme mit F4SE und der Mod-Kompatibilität lösen werden, bleibt abzuwarten. Die Verantwortung dafür liegt größtenteils bei den ehrenamtlichen Entwicklern der Modding-Tools – ein Umstand, der bei vielen Spielern für zusätzlichen Unmut sorgt.

Breiter Kontext: Frustration über Franchise-Zukunft

Die enttäuschte Reaktion auf die Anniversary Edition ist auch Ausdruck größerer Sorgen um die Zukunft des Franchise. Fallout 5 ist offiziell bestätigt, wird aber erst nach The Elder Scrolls 6 entwickelt – das laut Todd Howard „noch weit entfernt“ ist.

Fans hatten auf die Ankündigung eines Remasters oder Remakes klassischer Titel wie Fallout 3 oder New Vegas gehofft. Stattdessen erhielten sie recycelten Content. Ein Kommentator brachte die Frustration auf den Punkt: „Es ist unglaublich, dass eine Amazon-Serie und ein Magic The Gathering-Set die einzigen neuen Fallout-Dinge sind, die wir in diesem Jahrzehnt bekommen haben.“

Positiv zu vermerken: Die zweite Staffel der Fallout-Serie startet im Dezember 2025 und führt die Zuschauer nach New Vegas. Zudem erscheint Anfang Dezember das Burning Springs-Update für Fallout 76, das den Ghoul aus Staffel 2 als NPC einführt.

Empfehlung für Spieler: Abwarten oder Downgraden

Für Spieler mit umfangreicher Mod-Sammlung lautet die Empfehlung derzeit eindeutig: Entweder das Spiel auf eine frühere Version zurücksetzen oder mit dem Update warten, bis F4SE und abhängige Mods aktualisiert wurden. Erfahrungsgemäß kann dieser Prozess Wochen bis Monate dauern.

Konsolenspieler berichten ebenfalls von Instabilitäten, darunter verlängerte Ladezeiten und häufige Abstürze. Trotz beworbener visueller Verbesserungen und 60-FPS-Unterstützung für aktuelle Konsolen fehlen substanzielle neue Gameplay-Features oder technische Verfeinerungen.

Die Anniversary Edition mag inhaltlich die umfangreichste Version von Fallout 4 sein – technisch gesehen ist sie momentan jedoch die problematischste. Ob Bethesda das Vertrauen der Community mit den angekündigten Patches zurückgewinnen kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.


Hinweis: Die Fallout 4 Anniversary Edition ist für PC (Steam), PlayStation 4/5, Xbox One und Xbox Series X/S erhältlich. Eine Nintendo Switch 2-Version ist für 2026 angekündigt. Besitzer der Game of the Year Edition können das Creations Bundle separat für 20 Dollar erwerben; die vollständige Anniversary Edition kostet 40 Dollar.

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