FromSoftware hat am 15. Januar 2026 mit Patch 1.03.2 das erste größere Update für Elden Ring: Nightreign in diesem Jahr veröffentlicht. Die Bilanz-Anpassung konzentriert sich vor allem auf Charaktere, die in der Community seit Monaten als unterlegen galten. Raider, Guardian, Executor und Revenant erhalten umfangreiche Buffs, die ihre Rolle im kompetitiven Meta deutlich stärken sollen.
Massive Aufwertung für vier Problemklassen
Das Update erscheint für alle Plattformen (PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X/S) und verändert grundlegend die Balance zwischen den acht spielbaren Nachtwandlern. Besonders auffällig sind die Verbesserungen für Charaktere, die im Schatten der beiden im Dezember mit dem DLC „The Forsaken Hollows“ eingeführten Klassen Scholar und Undertaker standen.
Der Guardian erhält erhöhten Schadensschutz gegen physische und elementare Angriffe sowie einen verbesserten Guard Boost beim Blocken. Diese Änderungen stärken seine Rolle als Tank, der gegnerische Aufmerksamkeit auf sich ziehen und dabei mehr Schaden absorbieren kann. Für den Raider, der bisher als zu langsam galt, um effektiv zu sein, wurde die Angriffsgeschwindigkeit verschiedener Attacken erhöht. Ausgenommen sind lediglich Dual-Wield- und Sprungangriffe. Zudem erhält seine passive Fähigkeit „Fighter's Resolve“ nun einen temporären Angriffsbonus, wenn die Lebenspunkte stark reduziert sind. Die Reichweite seiner Ultimate Art „Totem Stela“ wurde ebenfalls erweitert.
Der Revenant profitiert von gesteigerter Angriffskraft seiner beschworenen Geister, besonders im Deep of Night-Modus. Dort skaliert die Stärke der Geister nun mit der Expeditionstiefe, was den Charakter für Hardcore-Spieler deutlich attraktiver macht. Der Executor erhielt die umfassendsten Änderungen aller Klassen: Kritische Treffer während der aktiven „Cursed Sword“-Fähigkeit verursachen mehr Schaden, Guard Boost wurde erhöht, Ausdauerverbrauch bei erfolgreichen Paraden reduziert, und das Auslaufen der Ausdauer führt nicht mehr zwangsläufig zum Guard Break. Seine Ultimate Art „Aspects of the Crucible: Beast“ wurde in mehreren Bereichen verstärkt und erhält im Deep of Night-Modus zusätzliche Skalierung basierend auf der Tiefenstufe.
Scholar-Build erhält gezielten Nerf

Während vier Charaktere deutlich aufgewertet wurden, traf es den Scholar mit einer gezielten Abschwächung. Der in den letzten Wochen populär gewordene „Pot Build“ wurde durch eine Kaufbeschränkung für Feuertöpfe und Wurfmesser in Läden eingeschränkt. Diese Anpassung soll verhindern, dass Spieler sich ausschließlich auf diese Item-basierte Strategie verlassen.
Anpassungen an Relikten und Ausrüstung
Neben den Charakteränderungen wurden zahlreiche Relikte überarbeitet. Mehrere Guardian- und Executor-spezifische Relikte erhielten Verstärkungen, während die Effekte von „Successive Attacks Boost Attack Power“ sowie „Improved Bow Attack Power“ reduziert wurden. Das Update behebt außerdem einen Bug aus Patch 1.03, bei dem Bogen-Relikte unbeabsichtigt zu starke Effekte erhielten.
Bei Zaubersprüchen und Beschwörungen wurde der FP-Verbrauch für „Shattering Crystal“ und „Beast Claw“ erhöht. Der „Rotten Crystal Staff“ verwendet nun „Crystal Release“ statt „Shattering Crystal“ als primären Zauber. Zwei Talismane erhielten Abschwächungen ihrer negativen Effekte: „Primal Glintstone Blade“ reduziert die maximale HP weniger stark, „Crucible Feather Talisman“ beeinträchtigt den Schadensschutz nicht mehr so drastisch.
Verbesserungen für Deep of Night-Spieler
Der im September 2025 eingeführte Hardcore-Modus „Deep of Night“ profitiert ebenfalls von mehreren Änderungen. Die Spawnrate spezieller Läden in der „Great Hollow“ Shifting Earth wurde angepasst, während die Anzahl der Nachtinvasoren in der „Marsh“-Schlüsselposition bei Kataklysmen erhöht wurde. Einige Gegner in den Gebieten „Marsh“ und „Blacksmith Village“ wurden balanciert, wobei die Runendroprate verbessert und die Chance auf seltene Waffen und Items in Truhen erhöht wurde.
Für Besitzer des DLC „The Forsaken Hollows“ erscheinen nun auch die neuen Ziele, Landmarks, Raid-Events und Shifting Earth aus der Erweiterung im Deep of Night-Modus. Diese Inhalte sind jedoch nur sichtbar, wenn alle Spieler in der Gruppe das DLC besitzen.
Umfangreiche Bugfixes und Quality-of-Life-Verbesserungen
Patch 1.03.2 behebt dutzende Fehler, darunter Probleme mit Kostümen für Scholar und Undertaker sowie mit einzigartigen DLC-Relikten, die unter bestimmten Umständen verschwinden konnten. Ein Bug, der mehrfaches Erhalten des Relikts „The Will of the Balancers“ ermöglichte, wurde gefixt. Zahlreiche Probleme mit Weapon Arts wurden korrigiert, bei denen passive Effekte nicht korrekt angewendet wurden.
Besonders der Bosskampf gegen die „Balancers“ erhielt mehrere Fixes: Die Sichtbarkeit wurde verbessert, die Render-Last für bestimmte Angriffe reduziert, und mehrere Bugs behoben, die den Kampfablauf störten. Auch gegen „Divine Beast Dancing Lion“, „Knight Artorias“ und „Dreglord“ wurden spezifische Probleme behoben.
Community-Reaktion und Ausblick
Die Community reagiert überwiegend positiv auf die Buffs der vier schwächeren Charaktere. Besonders Raider- und Revenant-Spieler, deren Klassen monatelang als nicht wettbewerbsfähig galten, zeigen sich erfreut über die Verbesserungen. Die Änderungen könnten die Meta im Deep of Night-Modus durcheinander wirbeln, wo bisher Scholar und Undertaker dominierten.
Interessanterweise haben Dataminer entdeckt, dass 30 neue Waffen-ID-Slots zum Spiel hinzugefügt wurden. Ob und wann diese genutzt werden, ist noch unklar, deutet aber möglicherweise auf zukünftige Inhaltsupdates hin. Das DLC „The Forsaken Hollows“ hatte bereits im Dezember 2025 innerhalb weniger Tage nach Release die Marke von 2 Millionen verkauften Einheiten überschritten, was FromSoftwares Erfolg mit dem Multiplayer-Ableger unterstreicht.
Patch 1.03.2 setzt den Ton für FromSoftwares Support-Strategie in 2026. Mit der Konzentration auf Balance-Anpassungen vor größeren Content-Updates zeigt das Studio, dass es die langfristige Gesundheit des Multiplayer-Ökosystems ernst nimmt. Ob weitere DLC-Erweiterungen folgen werden, bleibt abzuwarten, doch die anhaltende Popularität fast ein Jahr nach Release spricht dafür, dass Nightreign noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen ist.
