Directive 8020 Release-Termin: Dark Pictures Sci-Fi-Horror erscheint am 12. Mai 2026

Nach monatelanger Verzögerung steht der Termin fest: Supermassive Games hat den Release von Directive 8020 offiziell auf den 12. Mai 2026 datiert. Der fünfte Teil der Dark Pictures Anthology katapultiert die Reihe erstmals ins Weltall und verspricht eine Mischung aus Sci-Fi-Horror, Survival-Mechaniken und verzweigter Erzählung, die das Franchise grundlegend weiterentwickeln soll. Das Spiel erscheint für PlayStation 5, Xbox Series X/S und PC (Steam) – sowohl digital als auch als physische Version.

Vom Spukhaus in die Tiefen des Alls

Die Dark Pictures Anthology hat sich bislang durch Folklore, historische Schauplätze und klassische Gruselkulissen definiert. Mit Directive 8020 bricht Supermassive radikal mit diesem Muster. Die Handlung dreht sich um das Kolonieschiff Cassiopeia, das auf dem Planeten Tau Ceti f – zwölf Lichtjahre von der Erde entfernt – notlanden muss. Die Erde stirbt, die Menschheit sucht verzweifelt nach einer neuen Heimat. Doch statt Hoffnung erwartet die Crew eine tödliche Bedrohung: Ein außerirdischer Organismus, der seine Beute perfekt imitieren kann, infiltriert das Schiff.

Creative Director Will Doyle beschrieb das Spiel treffend als „The Thing im Weltraum“. Das Team ließ sich aber nicht nur von John Carpenters Kultfilm inspirieren, sondern auch von Alien (1979), Event Horizon (1997), Pandorum (2009), Prometheus (2012), Life (2017), Sputnik (2020) und Tarkowskis Solaris (1972). Auch H.P. Lovecrafts kosmischer Horror floss in die Gestaltung ein. Der Spieltitel selbst verweist auf die reale NASA-Richtlinie 8020, die den Umgang mit biologischer Kontamination aus dem Weltraum regelte.

Hollywood-Besetzung mit Lashana Lynch an der Spitze

Supermassive setzt die Tradition fort, prominente Schauspieler für die Hauptrollen zu gewinnen. Die zentrale Figur Brianna Young – Pilotin und Co-Pilotin der Cassiopeia – wird von Lashana Lynch verkörpert, die Zuschauer aus Filmen wie No Time to Die, Captain Marvel, The Woman King und Bob Marley: One Love kennen. Lynch ist damit der bisher größte Hollywood-Star in einem Supermassive-Titel.

An ihrer Seite steht Danny Sapani (Black Panther: Wakanda Forever, Killing Eve) als Commander Nolan Stafford. Insgesamt schlüpfen Spieler im Verlauf der Geschichte in fünf spielbare Charaktere: Neben Young und Stafford sind das die leitende Missionsoffizierin Laura Eisele, die Medizinerin Samantha Cooper und der Techniker Josef Cernan. Jeder dieser Charaktere kann – abhängig von den Entscheidungen der Spieler – permanent sterben.

Turning Points: Schlüsselentscheidungen zurückspulen

Die wohl auffälligste Neuerung ist das Turning-Points-System. Diese Funktion erlaubt es, zu entscheidenden Momenten im Spielverlauf zurückzuspringen und alternative Entscheidungen auszuprobieren – ohne das gesamte Spiel neu starten zu müssen. Laut Entwickler Jon McDonald wurde das Feature eingeführt, weil die neuen Echtzeit-Bedrohungen die Sterberate der Charaktere deutlich erhöhen. Frustration bei Spielern, die primär die Geschichte erkunden wollen, soll so verhindert werden.

Wichtig: Die Turning Points überschreiben keinen Fortschritt. Wer mit dem Ergebnis einer alternativen Entscheidung nicht zufrieden ist, kann nahtlos dort weiterspielen, wo er aufgehört hat. Für Puristen gibt es den Survivor-Modus, der die klassische Dark-Pictures-Erfahrung bietet – permanenter Tod, keine Rückspulmöglichkeit.

Neue Gameplay-Mechaniken: Stealth, Echtzeit-Bedrohungen und Werkzeuge

Directive 8020 geht spielerisch deutlich über die Vorgänger hinaus. Erstmals in der Dark Pictures-Reihe gibt es Echtzeit-Bedrohungen, die Spieler aktiv jagen. Stealth-Passagen ergänzen die bekannten Quick-Time-Events und Dialogentscheidungen um eine komplett neue Dimension. Die Kamera ist erstmals vollständig frei steuerbar, und die Charaktersteuerung wurde grundlegend überarbeitet.

Vier neue Werkzeuge stehen den Spielern zur Verfügung, die jeweils über einen Utility-Strap am Handgelenk der Charaktere zugänglich sind:

  • Taschenlampe: Beleuchtet dunkle Korridore, kann aber von Aliens entdeckt werden.
  • Scanner: Erkennt Elektronik und aktiviert Systeme aus der Ferne – nützlich zum Ablenken von Feinden.
  • Messenger: Ermöglicht verdeckte Kommunikation mit Crewmitgliedern.
  • Wedge Tool: Öffnet Türen und kann im Notfall als Waffe eingesetzt werden, um Aliens kurzzeitig zu betäuben.

Das Spiel ist in acht Episoden unterteilt, die jeweils etwa eine Stunde dauern. Dazu kommen optionale Nebenziele, die sich je nach getroffenen Entscheidungen ergeben.

Multiplayer: Couch-Koop und Online-Modus

Der beliebte Movie-Night-Modus kehrt zurück und wurde erweitert. Bis zu fünf Spieler können lokal im Couch-Koop spielen. Erstmals in der Geschichte der Anthology wird der Modus auch online spielbar sein – einzeln oder als Mischung aus lokalem und Online-Koop. Allerdings erscheint der Online-Multiplayer nicht zum Launch, sondern wird als kostenloses Post-Launch-Update nachgeliefert.

Warum die Verzögerung? Entlassungen bei Supermassive

Directive 8020 war ursprünglich für den 2. Oktober 2025 angekündigt. Im Juli 2025 gab Supermassive Games jedoch bekannt, dass bis zu 36 Mitarbeiter entlassen werden mussten. Gleichzeitig wurde der Release in die erste Jahreshälfte 2026 verschoben. Ebenfalls bemerkenswert: Bandai Namco ist nicht mehr als Publisher beteiligt. Supermassive veröffentlicht Directive 8020 komplett in Eigenregie – ein weiterer Neuanfang für die Reihe.

Das Studio, das mittlerweile zum dänischen Medienkonzern Nordisk Film gehört, setzte für Directive 8020 auf die Unreal Engine 5 und überarbeitete laut eigener Aussage mehrere Kernsysteme des Spiels von Grund auf neu.

Vorbestellungen und Digital Deluxe Edition

Vorbestellungen sind ab sofort für PlayStation 5 und Xbox Series X/S verfügbar. Wer vorbestellt, erhält ein kostenloses Upgrade auf die Digital Deluxe Edition (solange der Vorrat reicht). Steam-Vorbestellungen sollen in Kürze folgen.

Die Digital Deluxe Edition enthält:

  • Dark Pictures Outfit-Pack: Ikonische Kostüme aus vorherigen Dark-Pictures-Teilen für die Crew der Cassiopeia.
  • Kosmische Visuell-Filter: Drei freischaltbare Kamerafilter, die verschiedene Ären der Raumfahrt repräsentieren.
  • Digitales Artbook: Konzeptzeichnungen zu Tau Ceti f, dem Cassiopeia-Design und den Body-Horror-Transformationen der Crew.
  • Digitaler Soundtrack: Komponiert von Jason Graves, dem langjährigen Musikpartner von Supermassive Games.
  • Exklusive Bonusmission „The Dark Pictures Heirlooms Retrieval“: Eine zusätzliche Mission, in der Sammler Puppen und Relikte aus Man of Medan, Little Hope, House of Ashes und The Devil in Me aufspüren und dabei Geheimnisse aufdecken, die Directive 8020 mit dem Dark-Pictures-Universum verbinden.

Neues Kapitel für die Dark Pictures Anthology

Directive 8020 markiert nicht nur einen Genrewechsel, sondern auch einen strukturellen Umbruch. Supermassive hatte das Spiel ursprünglich als Start einer zweiten Staffel der Anthology angekündigt, sich aber im Juni 2025 dazu entschieden, das Staffel-Format aufzugeben und sich stattdessen voll auf Directive 8020 als eigenständiges Werk zu konzentrieren. Insgesamt sind acht Dark-Pictures-Spiele geplant.

Auch der Curator – die mysteriöse Erzählfigur der bisherigen Anthology – tritt in Directive 8020 in den Hintergrund. Laut McDonald passte seine typische Bibliotheksatmosphäre nicht zum Sci-Fi-Setting des neuen Spiels.

Ob Directive 8020 die unvermeidlichen Vergleiche mit The Thing in eine eigenständige Identität umwandeln kann, wird sich am 12. Mai 2026 zeigen. Die bisherigen Eindrücke deuten darauf hin, dass Supermassive mit diesem Titel einen echten Neuanfang für die Dark Pictures wagt – ambitionierter, spielerisch vielfältiger und mit einer Hollywood-Besetzung, die neue Maßstäbe für die Reihe setzt.

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