Eine Alterseinstufung der indonesischen Behörde IGRS hat die Gaming-Community in Aufruhr versetzt: Diablo 4: Lord of Hatred wurde dort für die Nintendo Switch gelistet – obwohl Blizzard bislang keinen Port für Nintendos Plattformen angekündigt hat. Das Timing ist brisant, denn die zweite große Erweiterung erscheint bereits am 28. April 2026.
IGRS-Eintrag listet Nintendo Switch als Plattform
Der Eintrag stammt aus der Datenbank des Indonesia Game Rating System (IGRS), derselben Behörde, die zuletzt durch vorzeitige Leaks zu 007 First Light, Assassin's Creed: Black Flag und Devil May Cry 5 aufgefallen ist. In der Einstufung von Diablo 4: Lord of Hatred werden PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch als Plattformen genannt.
Auffällig ist, was in dem Eintrag fehlt: Weder PlayStation 4 noch Xbox One tauchen auf, obwohl Lord of Hatred offiziell auch für die Last-Gen-Konsolen erscheinen wird. Ebenso fehlt ein expliziter Verweis auf die Nintendo Switch 2. Letzteres muss jedoch kein Ausschlusskriterium sein – wie Nutzer auf ResetEra festgestellt haben, fasst das IGRS bei manchen Titeln Konsolen-Familien unter einem übergeordneten Plattformnamen zusammen. So wird beispielsweise WWE 2K26, ein reiner Current-Gen-Titel, lediglich unter „Xbox“ geführt statt unter „Xbox Series X|S“.
Eher Switch 2 als originale Switch
Dass Diablo 4 tatsächlich für die 2017 erschienene Original-Switch erscheinen würde, gilt als äußerst unwahrscheinlich. Das Action-RPG stellt technisch deutlich höhere Anforderungen als seine Vorgänger und setzt zudem eine permanente Internetverbindung voraus. Deutlich realistischer wäre eine Version für die Nintendo Switch 2, die seit Juni 2025 auf dem Markt ist und über die nötige Hardware-Leistung verfügt.

Diese Einschätzung wird durch einen interessanten Kontext gestützt: Erst am 14. April 2026 – also nur einen Tag vor dem Auftauchen des IGRS-Eintrags – hat Blizzard mit Overwatch einen weiteren hauseigenen Titel auf der Nintendo Switch 2 veröffentlicht. Die Switch-2-Version des Hero-Shooters bietet verbesserte Grafik, optimierten Sound und läuft sowohl im Handheld- als auch im Dock-Modus mit 60 FPS. Blizzard sammelt also bereits aktive Erfahrung mit Nintendos neuer Hardware.
Diablo hat eine lange Geschichte auf Nintendo-Plattformen
Die Diablo-Reihe ist auf Nintendo-Konsolen kein Neuling. Blizzard veröffentlichte Diablo 3: Eternal Collection im November 2018 auf der Original-Switch, wo der Titel großen Anklang fand. Diablo 2: Resurrected folgte 2021 und ist dank Abwärtskompatibilität auch auf der Switch 2 spielbar. Eine Portierung von Diablo 4 wäre somit die logische Fortsetzung dieser Strategie.
Bereits im April 2025 äußerte sich Rod Fergusson, damaliger Leiter der Diablo-Serie bei Blizzard, in einem Interview mit Gamertag Radio positiv über eine mögliche Switch-2-Version. Er betonte, dass die Hardware der Switch 2 leistungsstark genug sei, um Diablo 4 auszuführen. Die größte Herausforderung sah er weniger in der Technik als vielmehr in der Umsetzung der Live-Service-Elemente auf Nintendos Plattform. Live-Service-Spiele seien auf der Switch in der Vergangenheit „etwas herausfordernd“ gewesen, so Fergusson damals.
Lord of Hatred bringt massig neuen Content
Unabhängig von der Plattform-Frage steht fest: Diablo 4: Lord of Hatred wird der bislang größte Content-Drop seit der Vessel-of-Hatred-Erweiterung von 2024. Die Erweiterung führt Spieler erstmals in die Skovos-Inseln, eine uralte Region aus dem Diablo-Lore, die als Geburtsort der Nephalem gilt und bislang noch nie als spielbare Zone verfügbar war. Das Gebiet bietet vulkanische Küsten, dichte Wälder und versunkene Ruinen.

Im Zentrum der Story steht Mephisto, der Herr des Hasses, der seine Macht durch Korruption und Manipulation statt durch direkte Gewalt ausdehnt. Erstmals seit der Basiskampagne kehrt auch Lilith zurück und verbündet sich widerwillig mit dem Wanderer gegen ihren Vater.
Zwei neue Klassen erweitern das Roster auf insgesamt acht spielbare Charaktere: Der Paladin ist ein schwer gepanzerter Heiliger Krieger mit Auren, Schildkampf und göttlichen Fähigkeiten – ein Rückkehrer aus Diablo 2, der durch seine Arbiter-Verwandlung eine besondere Mechanik erhält. Der Warlock hingegen ist eine komplett neue Klasse in der Serie. Als Meister verbotener Dämonen-Magie aus dem Vizjerei-Clan nutzt er die Mächte der Hölle als Waffe und opfert beschworene Dämonen im Kampf.
Darüber hinaus bringt Lord of Hatred umfangreiche Systemänderungen: Überarbeitete Skill-Trees für alle Klassen, die Rückkehr des Horadrim-Würfels als Crafting-System, Set-Boni über Talismane und Charms, Kriegspläne als neues Endgame-Progressionssystem, ein Loot-Filter und sogar ein Angel-Feature. Das Level-Cap wird ebenfalls angehoben.
Noch kein offizielles Statement von Blizzard
Trotz aller Indizien bleibt wichtig: Blizzard hat sich bislang nicht offiziell zu einem Nintendo-Port von Diablo 4 geäußert. Alterseinstufungen durch Rating-Behörden haben in der Vergangenheit zwar häufig Ankündigungen vorweggenommen, sind aber keine Garantie. Es bleibt abzuwarten, ob Blizzard oder Nintendo in den kommenden Wochen eine offizielle Bestätigung liefern – möglicherweise passend zum Launch von Lord of Hatred am 28. April.
Sollte eine Switch-2-Version tatsächlich kommen, wäre das Timing strategisch klug: Mit einer neuen Erweiterung, frischen Klassen und überarbeiteten Endgame-Systemen könnte Blizzard eine neue Spielerbasis auf Nintendos Plattform erschließen und das ohnehin starke Momentum von Diablo 4 weiter ausbauen.
