Die Diablo-Franchise feiert ihren 30. Geburtstag mit einem echten Paukenschlag: Diablo 2: Resurrected erhält mit „Reign of the Warlock“ erstmals seit einem Vierteljahrhundert neuen Content – inklusive einer brandneuen Klasse, vertont von Hollywood-Schauspieler Rahul Kohli.
Blizzard Entertainment hat im Rahmen des Diablo 30th Anniversary Spotlights eine Ankündigung gemacht, mit der kaum jemand gerechnet hat. Diablo 2: Resurrected, das 2021 erschienene Remaster des legendären Action-RPGs aus dem Jahr 2000, bekommt mit „Reign of the Warlock“ seinen ersten großen DLC seit der Lord-of-Destruction-Erweiterung im Jahr 2001. Das Besondere: Der DLC ist seit dem 11. Februar 2026 sofort verfügbar – als klassischer Shadow-Drop ohne vorherige Ankündigung.
Der Warlock betritt Sanktuario
Im Zentrum des DLCs steht der Warlock – die achte spielbare Klasse in Diablo 2 und die erste neue Klasse seit über 25 Jahren. Damit bricht Blizzard einen jahrzehntelangen Stillstand, denn seit dem Release der Assassine und des Druiden in Lord of Destruction wurde dem Spiel nie eine neue Klasse hinzugefügt.
Der Warlock wird als dunkler Gelehrter beschrieben, der jahrelang im Verborgenen die verbotenen Texte der Vizjerei studiert hat. Im Gegensatz zum Paladin, der seine Macht aus den Hohen Himmeln bezieht, schöpft der Warlock seine Kraft direkt aus der Hölle und nutzt dämonische Magie, um seine Feinde zu vernichten.
Blizzard beschreibt den Charakter wie folgt: Der Warlock ist diszipliniert, bedrohlich und unglaublich wissend – jemand, der jahrelang in den Schatten gelauert und Geheimnisse studiert hat, die Sterbliche nicht kennen sollten.
Drei Skill-Trees für unterschiedliche Spielstile

Der Warlock bietet drei Skill-Trees, die grundlegend verschiedene Spielansätze ermöglichen:
Demonic Binding – Beschwörung und Kontrolle: Der Beschwörungs-Tree erlaubt es dem Warlock, Dämonen zu versklaven und als Verbündete in den Kampf zu schicken. Spieler können Goatmen als Nahkampf-Tanks, Tainted als Fernkampf-Unterstützung und Defiler als Seelen-Binder beschwören. Das eigentliche Highlight ist die Bind-Demon-Fähigkeit: Damit lässt sich nahezu jeder Dämon im Spiel, der kein Akt-Boss ist, unter die eigene Kontrolle bringen – vom einfachen Bogenschützen bis hin zu Lister dem Peiniger. Gebundene Dämonen können außerdem verschlungen werden, um Buffs basierend auf dem verzehrten Dämon zu erhalten.
Eldritch Weapons – Nahkampf und Hexen: Dieser Tree verwandelt den Warlock in einen hybriden Nahkämpfer. Durch telekinetische Waffenmanipulation kann der Warlock Waffen mit seinem Geist schweben lassen, astrale Projektionen erzeugen und gespiegelte Klingen erschaffen. Waffen können mit Hexen belegt werden, die getroffene Feinde verkrüppeln, aussaugen oder in einer Explosion aus Blut zerbersten lassen. Eine besondere passive Fähigkeit des Warlocks: Er kann Zweihandwaffen mit einer Hand führen und gleichzeitig einen Offhand-Gegenstand tragen.
Arts of Chaos – Magie und Feuer: Der Caster-Tree fokussiert sich auf großflächige Feuer- und Magie-Zauber. Mit Fähigkeiten wie Ring of Fire, Flame Wave und der ultimativen Apocalypse können Spieler ganze Gegnerhorden vernichten. Dazu kommen Entropie-Wolken und am Boden platzierte Sigils, die den Zustand von Feinden manipulieren. Ein Meister des Chaos kann sogar den Abgrund selbst aufreißen und alles in seiner Nähe hineinziehen.
Rahul Kohli als Stimme des Warlocks
Für die englische Vertonung des Warlocks konnte Blizzard den Schauspieler Rahul Kohli gewinnen, der vor allem durch seine Rollen in Netflix‘ „The Haunting of Bly Manor“ und „Midnight Mass“ bekannt ist. Auch in Videospielen ist Kohli kein Unbekannter: Er war bereits in „Gears 5“ und „Fallout 76“ zu hören.
Kohli sprach insgesamt 72 Sprachzeilen für den Charakter ein, davon 48 Quest-bezogene Dialoge. In einem Interview mit Variety verriet er eine amüsante Anekdote zur Entstehungsgeschichte: Als er eine Nachricht von Rod Fergusson erhielt, ob er nicht Lust auf Diablo hätte, dachte er zunächst, es ginge um Diablo 4. Als in der E-Mail dann „Diablo II“ stand, hielt er es für einen Tippfehler. Erst als er das Charakterprofil las, wurde ihm klar, dass es tatsächlich um neuen Content für ein 26 Jahre altes Spiel ging.
Die Entwickler beschrieben die Zusammenarbeit als „episches Erlebnis“, da Kohli eine besondere Textur und eigene Nuancen in den Charakter einbrachte, die den Warlock weit über einen generischen Beschwörer hinaus definierten. Die deutsche Synchronisation übernahm Christopher Groß.
Enhanced Terror Zones und Colossal Ancients

Neben der neuen Klasse bringt „Reign of the Warlock“ auch ein überarbeitetes Endgame-System. Die bereits mit Patch 2.5 im Jahr 2022 eingeführten Terror Zones erhalten ein umfassendes Upgrade: Spieler können nun handelbare Verbrauchsgegenstände verdienen und selbst bestimmen, welcher Akt terrorisiert wird. Während ein Akt terrorisiert ist, steigt die Schwierigkeit in allen enthaltenen Zonen erheblich – ebenso wie die Belohnungen. Die Rotation wurde zudem von 60 auf 30 Minuten verkürzt.
Im Höllenmodus lauern zusätzlich die Heralds of Terror – feindliche Einheiten, die den Spieler verfolgen und mit jeder Begegnung gefährlicher werden. Wer terrorisierte Akt-Bosse im Höllenmodus besiegt, hat die Chance, eine von fünf mystischen Statuen zu erhalten. Werden alle fünf im Horadrim-Würfel kombiniert, wird der Kampf gegen die Colossal Ancients freigeschaltet – ein neuer Pinnacle-Boss, der selbst die stärksten Builds an ihre Grenzen bringen soll. Je nachdem, welcher der Ancients zuletzt besiegt wird, erhalten Spieler ein einzigartiges Juwel als Belohnung.
Quality-of-Life: Loot-Filter, Stash-Tabs und Chronicle
Community-Wünsche, die teilweise seit Jahrzehnten bestehen, werden mit dem DLC endlich erfüllt:
Loot-Filter: Ein vollständig anpassbarer, integrierter Loot-Filter macht Third-Party-Mods überflüssig. Spieler können eigene Filter erstellen, teilen oder Community-Presets herunterladen.
Erweiterte Stash-Tabs: Erstmals in der Geschichte von Diablo 2 können Gegenstände im Stash gestapelt werden. Dedizierte Tabs für Edelsteine, Materialien und Runen sorgen für deutlich bessere Übersicht.
Chronicle: Ein neues Sammelsystem, das jedes jemals gefundene Item erfasst – Uniques, Sets, Runewords – inklusive Fundort und Zeitpunkt. Das Vervollständigen der Chronicle schaltet zusätzliche kosmetische Belohnungen frei.
Über 30 neue Items und ein neuer Item-Typ
Der DLC fügt dem Spiel über 30 neue Gegenstände hinzu, darunter neue Sets, Uniques und Runewords. Ein komplett neuer Item-Typ sind die sogenannten Bücher bzw. Grimoires – klassenspezifische Schildgegenstände für den Warlock, die Warlock-Skill-Boni bieten und als Basis für neue Runewords dienen. Außerdem können Dolche ab sofort mit Warlock-Skills rollen, was der Klasse von Beginn an ein einzigartiges Spielgefühl verleiht.
Steam-Release und Xbox Game Pass
Zeitgleich mit dem DLC feiert Diablo 2: Resurrected seine Premiere auf Steam. Die sogenannte Infernal Edition ist für 39,99 Euro erhältlich und enthält sowohl das Remaster als auch den Reign-of-the-Warlock-DLC. Wer das Spiel bereits besitzt, kann den DLC separat für 24,99 Euro erwerben.
Darüber hinaus ist Diablo 2: Resurrected jetzt auch im Xbox Game Pass verfügbar – allerdings ohne den DLC, der separat gekauft werden muss. Verfügbare Plattformen sind Battle.net, PlayStation 4 und 5, Xbox One und Series X|S, Nintendo Switch und nun auch Steam.
Der Warlock kommt auch zu Diablo 4 und Diablo Immortal
Der Warlock ist nicht exklusiv für Diablo 2: Resurrected. Im Rahmen der Diablo-30th-Anniversary-Feierlichkeiten erscheint die Klasse in insgesamt drei Spielen:
In Diablo 4 wird der Warlock zusammen mit der Lord-of-Hatred-Erweiterung am 28. April 2026 veröffentlicht, verfügbar auf Battle.net, PlayStation, Xbox und Steam. Die Erweiterung kostet 49,99 Euro und bringt neben dem Warlock die neue Region Skovos, War Plans als Endgame-Content, einen überarbeiteten Skill-Tree, den Horadrim-Würfel, Talismane, einen Loot-Filter und sogar Angeln ins Spiel. Wer vorbestellt, erhält sofortigen Zugang zum Paladin und am Launchtag direkten Zugang zum Warlock. Am 5. März findet um 20:00 Uhr deutscher Zeit ein Developer-Update-Event statt, das weitere Details enthüllen wird.
In Diablo Immortal erscheint der Warlock im Sommer 2026 als Teil des Updates „Andariel Rises“. Die mobile Version bringt eine eigene Warlock-Origin-Quest und die Rückkehr des ikonischen Ortes Lut Gholein aus Diablo 2 mit sich. Der Fokus des Immortal-Warlocks liegt auf dem Soulgorger als zentralem Element.
Jede Inkarnation des Warlocks verfolgt dabei eine eigene Interpretation der Klasse: In Diablo 2 ist er der gelehrte Manipulator, in Diablo Immortal der Punk-Rock-Dämonenkommandeur und in Diablo 4 das schiere Metal-Powerhouse.
Mehr Enthüllungen bei der BlizzCon 2026
Der Diablo 30th Anniversary Spotlight ist erst der Anfang. Blizzard hat bereits angekündigt, dass im Laufe des Jubiläumsjahres weitere Enthüllungen folgen – mit Höhepunkt bei der BlizzCon im September 2026. Lead Producer Matthew Cederquist beschrieb das DLC als „Liebesbrief an die Community, die nie aufgehört hat zu spielen“, und deutete an, dass Blizzard offen dafür ist, in Zukunft weitere Inhalte für das Spiel zu veröffentlichen.
Reign of the Warlock markiert einen bemerkenswerten Wendepunkt für Diablo 2: Resurrected – vom gepflegten Remaster zum aktiv weiterentwickelten Spiel. Für ein 26 Jahre altes Spiel ist das nichts weniger als außergewöhnlich.
