Die Destiny-Community will sich nicht kampflos geschlagen geben – und bekommt jetzt Unterstützung aus einer überraschenden Richtung. Am 17. Juni 2026 startet im kostenlosen Looter-Shooter Warframe ein eigenes, frei spielbares Event, das ganz im Zeichen der Solidarität mit Bungies eingestelltem Franchise steht. Es ist die jüngste Aktion einer Fan-Bewegung, die unter den Hashtags #SaveDestiny und #WeWantDestiny3 seit Wochen für Aufsehen sorgt.
Warframe-Event am 17. Juni: „Make Their Own Fate“ auf Telesto
Rebecca Ford, Creative Director von Warframe und auf den sozialen Plattformen als rebb ford bekannt, kündigte das Event über einen Beitrag auf X (ehemals Twitter) an. Konkret handelt es sich um eine spezielle Alert-Mission mit dem Namen „Make Their Own Fate“, die auf dem Planeten beziehungsweise Knotenpunkt Telesto stattfindet. Die Mission ist für alle Spielerinnen und Spieler kostenlos zugänglich.
On June 17, players can play an Alert on Telesto to Make Their Own Fate in Warframe <3. More details to follow! https://t.co/ADMJc5MbAN pic.twitter.com/mE3SSG5uCj
— rebb ford (@rebbford) June 10, 2026
Bislang hat Ford noch keine genauen Details zu Ablauf und Belohnungen der Mission verraten. Klar ist aber: Das Event ist als Hommage an Destiny gedacht und reiht sich in eine Reihe von Aktionen ein, mit denen die Community Sony und Bungie zeigen will, dass es noch immer eine große, leidenschaftliche Fangemeinde gibt.
Pikantes Detail am Rande: Der 17. Juni ist für Warframe ohnehin ein wichtiger Tag. An diesem Datum erscheint mit „Jade Shadows: Constellations“ das nächste große Story-Update für das Spiel von Entwickler Digital Extremes – inklusive des 65. Warframes, neuer Railjack-Missionen und des nächsten Prime-Warframes. Das Destiny-Tribut-Event fällt damit auf einen Termin, an dem ohnehin besonders viele Spieler online sein dürften.
Warum ausgerechnet Telesto? Die doppelte Hommage

Sowohl der Ort als auch der Name der Mission sind alles andere als zufällig gewählt. Es handelt sich um eine doppelte Anspielung auf die Destiny-Geschichte.
Zum einen ist Telesto der Name einer berüchtigten Exotic-Waffe aus Destiny 2. Die Fusionsflinte hat sich über die Jahre einen geradezu legendären Ruf erarbeitet – allerdings nicht nur wegen ihrer Stärke, sondern vor allem, weil sie das Spiel immer wieder mit kuriosen Bugs zum Absturz brachte. „Telesto is at it again“ wurde zu einem geflügelten Wort der Community.
Zum anderen spielt der Missionsname auf das inoffizielle Motto der Community an: „Guardians make their own fate“ (auf Deutsch etwa: „Hüter bestimmen ihr eigenes Schicksal“). Der Spruch stammt ursprünglich aus dem legendären Vault-of-Glass-Raid. Dort sind die Vex die Hauptgegner – eine Roboter-Rasse, deren Strategie darauf beruht, ihre Feinde zu simulieren und sie nach dem Auffinden ihrer Schwachstelle zu besiegen. Die Hüter sind jedoch parakausale Wesen und lassen sich nicht simulieren. Genau deshalb gilt: Sie bestimmen ihr eigenes Schicksal. Die Fan-Bewegung nutzt den Satz nun als trotzige Kampfansage gegen Sonys Entscheidung, das Franchise auf Eis zu legen.
Hintergrund: Das Aus für Destiny 2 am 9. Juni

Der Auslöser für die gesamte Bewegung war eine Hiobsbotschaft im Mai 2026: Bungie kündigte an, die aktive Entwicklung von Destiny 2 einzustellen. Das finale Inhalts-Update mit dem Namen „Monument of Triumph“ erschien am 9. Juni 2026. Danach wechselt das Spiel in den Wartungsmodus – die Server bleiben zwar online und das Spiel bleibt spielbar, neue Story-Erweiterungen, saisonale Inhalte oder Updates sind aber nicht mehr geplant.
Besonders bitter: Laut übereinstimmenden Berichten, unter anderem von Bloomberg, ist auch Destiny 3 derzeit nicht in Entwicklung und wurde von Sony nicht freigegeben. Damit steht nicht nur Destiny 2 vor dem Ende, sondern die Zukunft der gesamten Marke in den Sternen. Zusätzlich soll Bungie, das seit 2022 vollständig zu Sony gehört, mit erheblichen Entlassungen zu kämpfen haben. Der Fokus des Studios liegt aktuell auf dem Extraction-Shooter Marathon, der im März 2026 erschien, in puncto Spielerzahlen aber hinter den Erwartungen zurückblieb.
Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Eckdaten zusammen:
| Ereignis | Datum / Zahl |
| Ankündigung des Destiny-2-Aus | Mai 2026 |
| Start der Destiny-3-Petition (Change.org) | 22. Mai 2026 |
| Finales Update „Monument of Triumph“ | 9. Juni 2026 |
| Spielerrekord am Launch-Tag | über 167.000 Spieler |
| Aktuelle Petitions-Unterschriften | fast 380.000 |
| Warframe-Event „Make Their Own Fate“ | 17. Juni 2026 |
Das #SaveDestiny-Movement: Petition, Server Slam und Spielerrekord

Die Reaktion der Community fiel ungewöhnlich heftig aus. Eine auf Change.org gestartete Petition, die Sony auffordert, Destiny 3 zu entwickeln, nahm rasant Fahrt auf: Innerhalb von zwei Tagen übersprang sie die 100.000er-Marke, nach einer Woche waren es über 300.000 Unterschriften. Aktuell steuert die Kampagne auf fast 380.000 Stimmen zu.
Am 9. Juni, dem Tag des finalen Updates, organisierten die Fans außerdem eine Art „Server Slam“: Tausende Spielerinnen und Spieler loggten sich gleichzeitig ein, um ein deutliches Zeichen an die Konzernspitzen von Sony und Bungie zu senden. Das Resultat kann sich sehen lassen – Destiny 2 erreichte mit über 167.000 Spielern den höchsten Spitzenwert der vergangenen zwei Jahre. Damit übertraf das Spiel die Launch-Tage der Erweiterungen Edge of Fate und Renegades zusammengenommen und verdoppelte allein auf Steam die Spielerzahl von Marathon. Auch danach blieb die Resonanz hoch: Zeitweise tummelten sich mehr als 110.000 gleichzeitige Spieler auf Steam.
Auch prominente Stimmen schließen sich der Bewegung an. Bekannte YouTube-Creator wie Aztecross, FalloutPlay, Mactics und Skarrow9 bewerben die Hashtags auf ihren Plattformen. Bungie-Entwickler melden sich mit persönlichen Geschichten zu Wort, und mehrere Synchronsprecher haben unterstützende Botschaften für die Community veröffentlicht.
Was bleibt – und wie es weitergehen könnte
Ob all dieser Einsatz am Ende dazu führt, dass Destiny 3 tatsächlich entwickelt oder Destiny 2 in irgendeiner Form fortgeführt wird, lässt sich derzeit nicht seriös vorhersagen. Große Konzerne treffen solche Entscheidungen in der Regel auf Basis von Budgets, Personalplanung und langfristigen Prognosen – eine Online-Petition ersetzt keinen Geschäftsplan.
Dennoch sendet die Bewegung ein unmissverständliches Signal: Die Fans sind noch lange nicht fertig mit Destiny. Und dass sich mit Warframe ausgerechnet ein direkter Konkurrent im Looter-Shooter-Genre solidarisch zeigt, unterstreicht den besonderen Stellenwert, den Bungies Reihe in der Spielelandschaft hat. Die Warframe-Community ist bereits in der Vergangenheit immer wieder für Destiny eingesprungen – das Event am 17. Juni ist ein weiterer Beweis dafür. Für alle, die ihre Stimme erheben wollen, bietet sich damit eine neue Gelegenheit.