Clutch: Ex-Forza-Horizon-Chef enthüllt offenes Rennspiel als direkten Forza-Rivalen

Der ehemalige Creative Director von Forza Horizon 5, Mike Brown, hat mit seinem neuen Studio Maverick Games sein Debütspiel offiziell vorgestellt: Clutch, ein erzählgetriebenes Open-World-Rennspiel, das Profi-Rundkurse, illegale Straßenrennen und Verfolgungsjagden in einem einzigen modernen Erlebnis bündelt. Damit positioniert sich Clutch ganz bewusst als Gegenentwurf zur sonnigen, sammelfreudigen Formel der Forza-Horizon-Reihe – und greift eine Nische an, die das Genre seit Jahren vernachlässigt.

Während Forza Horizon seine Stärke in der Breite findet, geht Clutch in die entgegengesetzte Richtung: mehr Tiefe, mehr Erzählung und ein Detailgrad bei den Fahrzeugen, den moderne Rennspiele bislang kaum erreicht haben. Wir haben die wichtigsten Fakten zur Enthüllung zusammengetragen und um alles ergänzt, was bislang über Setting, Technik und Team bekannt ist.

Wer steckt hinter Clutch?

Maverick Games wurde 2022 im englischen Leamington Spa gegründet – jener Region, die als heimliche Hauptstadt der britischen Rennspielentwicklung gilt. An der Spitze steht Mike Brown, der bei Playground Games als Designer an Forza Horizon 4 mitwirkte und anschließend als Creative Director von Forza Horizon 5 die Nachfolge von Ralph Fulton antrat.

Brown hat sich ein Team aus erfahrenen Veteranen zusammengestellt, das sich aus ehemaligen Mitarbeitern von Playground Games und Codemasters speist. Zur Kernmannschaft zählen unter anderem COO Harinder Sangha, Produzent Tom Butcher, Technical Director Matt Craven, Technical Art Director Gareth Harwood, Audio Director Fraser Strachan und Art Director Ben Penrose. Brown spricht selbst von einem „Dream-Team aus Autonarren und Fahrspiel-Fans“ mit jahrzehntelanger Erfahrung im Open-World-Rennsport.

Ein wichtiges Detail, das in vielen Erstberichten unterging: Ursprünglich war Amazon Games als Publisher an Bord. Im Februar 2024 zog sich der Konzern jedoch im Zuge eines breiteren Rückzugs aus Drittanbieter-Projekten zurück. Maverick Games betont, dass die Entwicklung von Clutch ungebrochen weiterläuft – wer das Spiel künftig veröffentlicht oder finanziert, ist bislang nicht offiziell bestätigt.

Profi-Rennsport trifft auf illegale Straßenrennen

Clutch spielt in einer sonnenverwöhnten Open World, die sichtlich an der französischen Riviera angesiedelt ist. Im Zentrum steht ein Spannungsfeld zwischen zwei Welten: Tagsüber dominiert die R1K, eine fiktive, prestigeträchtige Rennserie, die im Spieluniversum seit 100 Jahren als wichtigster Prüfstein für die besten Fahrer der Welt gilt. Nachts hingegen regiert das Midnight Collective – eine lose organisierte Untergrundszene, der es nicht um Geld und Ruhm geht, sondern um Stil und den puren Rausch der Geschwindigkeit.

Spielerisch beschreibt Maverick Clutch als lebendige PvPvE-Welt – also Spieler gegen Spieler gegen Umgebung. Konkret bedeutet das: Mal treten Fahrer direkt gegeneinander an, mal müssen sie zusammenarbeiten, um einem gemeinsamen Gegner zu entkommen. Das Studio verspricht eine Mischung aus handgefertigten Missionen und spontanen Rennen sowie Verfolgungsjagden – im Stil eines Need for Speed, inklusive Polizeijagden. Die Kombination aus sanktioniertem Rundkursrennen am Tag und Untergrundgeschehen bei Nacht ist dabei nicht völlig neu; Need for Speed Heat verfolgte 2019 einen ähnlichen Ansatz.

Eine Story aus der Feder eines Skins-Schöpfers

Anders als bei vielen Rennspielen steht bei Clutch die Erzählung im Mittelpunkt. Die Handlung dreht sich um ein Geschwisterpaar aus Ausnahmetalenten – Bruder und Schwester -, die sich in der R1K nach oben kämpfen. Im Verlauf der Geschichte gerät eines der Geschwister in Schwierigkeiten und rutscht in die zwielichtigere Welt des Midnight Collective ab, wodurch die Grenzen zwischen den beiden Szenen zunehmend verschwimmen.

Geschrieben wird die Story vom schottischen Autor Jamie Brittain, der vor allem als Mitschöpfer der britischen Kult-Jugendserie Skins bekannt ist. Genau dieser erzählerische Anspruch ist es, der Clutch von Forza Horizon 6 abheben soll – jener Reihe, der eine echte Geschichte traditionell fehlt.

Detailverliebte Autos und Individualisierung als neuer Maßstab

Eines der zentralen Versprechen von Clutch betrifft die Fahrzeuge. Mike Brown spricht von einem „neuen Maßstab“ bei der Individualisierung. Spieler sollen nicht nur das Äußere, sondern auch den Innenraum ihrer Wagen bis ins kleinste Detail gestalten können – von austauschbaren Sitzen und Lenkrädern über Unterbodenbeleuchtung im Need-for-Speed-Stil bis hin zu persönlichen Akzenten wie Kaffeebechern im Getränkehalter, Dekorationen auf dem Armaturenbrett oder einem Kapuzenpulli auf dem Beifahrersitz. Selbst die Werksausstattung lässt sich – ähnlich wie in Test Drive Unlimited – auswählen.

Dazu kommt ein konsequent realistischer Ansatz: Ältere Fahrzeuge sollen tatsächlich gebraucht und gealtert aussehen statt im Showroom-Zustand zu glänzen. Der Fuhrpark setzt auf vollständig lizenzierte Modelle. Im Enthüllungstrailer waren unter anderem folgende Wagen zu sehen:

Hersteller Modell
Porsche 911 GT3 S/C Cabrio (erstmals in einem Spiel), 930 911 Turbo, 718 Boxster Spyder
Nissan R34 Skyline GT-R, 350Z
BMW E31 850 CSi, E46 M3 GTR
Aston Martin Vantage, Valhalla
Mazda RX-7 (FD)
Subaru Impreza WRX STI (GD)
Weitere Alfa Romeo 4C, Renault Mégane RS, Land Rover Defender, Lotus

Der Auftritt des neuen Porsche 911 GT3 S/C Cabrio gilt dabei als kleiner Coup, da das Modell hier zum ersten Mal überhaupt in einem Videospiel zu sehen ist.

Unreal Engine 5 und dreieinhalb Jahre Entwicklung

Technisch setzt Maverick auf eine angepasste Version der Unreal Engine 5, kombiniert mit einer hauseigenen Physik-Engine. Brown betont, dass Clutch das bisher am längsten entwickelte Projekt seiner Karriere sei – rund dreieinhalb Jahre Entwicklungszeit stecken bereits im Spiel. Diese Zeit habe es dem Team erlaubt, große Investitionen in die Detailtreue der Fahrzeugmodelle zu stecken und einen Genauigkeitsgrad zu erreichen, der in In-Game-Modellen zuvor so nicht möglich gewesen sei.

Release, Plattformen und Preis

Clutch soll im Frühjahr 2027 erscheinen, und zwar für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC. Ein konkretes Erscheinungsdatum sowie ein offizieller Preis stehen noch aus. Da es sich um einen AAA-Titel handelt, ist hierzulande mit einem Verkaufspreis im üblichen Rahmen aktueller Vollpreisspiele zu rechnen – also rund 70 bis 80 Euro -, bestätigt ist dies bislang jedoch nicht.

Titel Clutch
Entwickler Maverick Games (Leamington Spa, England)
Creative Director Mike Brown (ehem. Forza Horizon 5)
Genre Erzählgetriebenes Open-World-Rennspiel (PvPvE)
Engine Angepasste Unreal Engine 5
Plattformen PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC
Release Frühjahr 2027
Preis Noch nicht bestätigt (voraussichtlich ca. 70-80 Euro)

Wann gibt es mehr zu sehen?

Der eigentlichen Enthüllung war ein zweiwöchiger Countdown-Stream vorausgegangen, der am 22. Mai startete und mit Teasern und Screenshots in den sozialen Medien begleitet wurde. Den ersten vollständigen, ungeschnittenen Trailer samt detailliertem Einblick in Story, Schauspieler, Spielwelt und die zentralen Konflikte will Maverick Games am Freitag, dem 5. Juni 2026, im Rahmen des Summer Game Fest Showcase zeigen.

Wie haben dir die Infos gefallen?

0 0

Lost Password

Please enter your username or email address. You will receive a link to create a new password via email.