Activision hat offiziell bestätigt, dass das nächste Call of Duty nicht mehr für die PS4 entwickelt wird. Damit endet nach fast 13 Jahren die Unterstützung der achten Konsolengeneration – und Spieler, die noch auf alter Hardware zocken, stehen vor einer teuren Entscheidung.
Activision dementiert Last-Gen-Gerücht
Am 4. Mai 2026 reagierte der offizielle Call-of-Duty-Account auf X (ehemals Twitter) auf ein Gerücht, das zuvor in der Community die Runde gemacht hatte. Der Leaker @HeyImAlaix hatte behauptet, das nächste CoD werde aktuell auf der PS4 getestet. Activision stellte daraufhin unmissverständlich klar: „Not sure where this one started, but it's not true. The next Call of Duty is not being developed for PS4.“
Zwar bezieht sich die Aussage explizit nur auf die PS4, doch eine Veröffentlichung auf der Xbox One ohne gleichzeitigen PS4-Release wäre aus wirtschaftlicher Sicht unsinnig. De facto bedeutet die Bestätigung also das Ende der Last-Gen-Ära für die gesamte Call-of-Duty-Reihe. Damit wird Call of Duty: Black Ops 7 als letzter Serienableger in die Geschichte eingehen, der noch auf PS4 und Xbox One erschienen ist.
Sechs Jahre Cross-Gen – ein überfälliger Schritt
Die Franchise hat sich mit dem Generationswechsel deutlich mehr Zeit gelassen als bei früheren Konsolensprüngen. Zwischen PS3/Xbox 360 und PS4/Xbox One erschienen lediglich drei Cross-Gen-Titel: Ghosts, Advanced Warfare und Black Ops 3. Im aktuellen Generationswechsel waren es hingegen sechs Spiele, die sowohl auf der alten als auch auf der neuen Hardware veröffentlicht wurden – von Black Ops Cold War (2020) bis Black Ops 7 (2025).

Dass Activision diesen Schritt nun vollzieht, kommt in der Branche nicht überraschend. Auch andere Publisher haben sich bereits von der achten Konsolengeneration verabschiedet. Krafton hat die PS4-Unterstützung für PUBG eingestellt, und MiHoYo plant Ähnliches für Genshin Impact. Die technischen Einschränkungen älterer Hardware bremsen die Entwicklung moderner Titel spürbar aus – insbesondere bei Multiplayer-Shootern, die auf allen Plattformen eine gleichwertige Spielerfahrung bieten müssen.
Das nächste CoD: Modern Warfare 4 im Oktober?
Offiziell angekündigt ist der nächste Serienableger noch nicht, doch zahlreiche Gerüchte verdichten sich zu einem klaren Bild. Laut dem zuverlässigen Insider CharlieIntel soll das Spiel den Titel „Modern Warfare 4“ tragen und im Oktober 2026 erscheinen – an einem der fünf Freitage des Monats. Der frühere Release-Termin im Vergleich zum traditionellen November-Fenster dürfte kein Zufall sein: Am 19. November 2026 erscheint GTA 6, und Activision will diesem Giganten offensichtlich aus dem Weg gehen.
Entwickelt wird das Spiel Berichten zufolge von Infinity Ward, dem Studio hinter der ursprünglichen Modern-Warfare-Reihe sowie den Reboots von 2019 und 2022. Inhaltlich soll sich die Kampagne auf der koreanischen Halbinsel abspielen und die Geschichte nach dem Ende von Modern Warfare III fortsetzen, in der Shepherd von Price getötet wurde und Soap durch Makarov fiel. Der DMZ-Modus soll ebenfalls zurückkehren.
Kein Day-One-Zugang mehr über den Game Pass
Neben dem Wegfall der Last-Gen-Unterstützung gibt es eine weitere Änderung, die Xbox-Spieler direkt betrifft: Künftige Call-of-Duty-Titel erscheinen nicht mehr zum Launch im Xbox Game Pass. Microsoft hat Ende April 2026 bestätigt, dass neue CoD-Spiele erst etwa ein Jahr nach Veröffentlichung in den Abo-Dienst aufgenommen werden. Im Gegenzug wurden die Preise für Game Pass Ultimate (23,99 US-Dollar/Monat) und PC Game Pass (13,99 US-Dollar/Monat) gesenkt.

Hintergrund dieser Entscheidung sind wirtschaftliche Überlegungen. Laut Branchenanalysten hat die Day-One-Verfügbarkeit von Call of Duty im Game Pass zwar die Spielerzahlen auf Xbox deutlich gesteigert, gleichzeitig aber die Einnahmen geschmälert. Allein bei Black Ops 6 soll der geschätzte Umsatzverlust bei rund 300 Millionen US-Dollar gelegen haben. Bereits vorhandene CoD-Titel wie Black Ops 7 bleiben weiterhin im Game Pass verfügbar.
Upgrade wird teuer – aktuelle Konsolenpreise in Deutschland
Wer noch auf PS4 oder Xbox One spielt und das nächste Call of Duty nicht verpassen möchte, muss in neue Hardware investieren. Das wird allerdings kein günstiges Vergnügen. Sony hat zum 2. April 2026 die Preise für alle PS5-Modelle in Europa um jeweils 100 Euro angehoben. Als Grund nennt der Konzern die angespannte weltwirtschaftliche Lage und steigende Komponentenkosten – insbesondere durch die enorme Nachfrage nach Speicherchips und Prozessoren für KI-Rechenzentren.
Die aktuellen Preise für PS5-Konsolen in Deutschland:
| Modell | Preis (UVP) |
|---|---|
| PS5 Disc Edition | 649,99 € |
| PS5 Digital Edition | 599,99 € |
| PS5 Pro | 899,99 € |
| PlayStation Portal | 249,99 € |
Auch Microsoft hat die Preise für die Xbox-Konsolen bereits mehrfach erhöht. Die aktuellen Preise in Deutschland:
| Modell | Preis (UVP) |
|---|---|
| Xbox Series X (1 TB, mit Laufwerk) | 599,99 € |
| Xbox Series X Digital Edition | 549,99 € |
| Xbox Series S (1 TB) | 399,99 € |
| Xbox Series S (512 GB) | 329,99 € |
Hinzu kommen laufende Kosten: Für Online-Multiplayer ist auf beiden Plattformen ein kostenpflichtiges Abonnement erforderlich – PlayStation Plus bzw. Xbox Game Pass Core.
Was bedeutet das für Warzone?
Eine offene Frage bleibt: Wie geht es mit Call of Duty: Warzone auf PS4 und Xbox One weiter? Activision hat sich dazu bislang nicht geäußert. Der Free-to-Play-Battle-Royale-Modus wird aktuell noch auf beiden Last-Gen-Konsolen unterstützt, doch ein Ende der Unterstützung dürfte nur eine Frage der Zeit sein. GameSpot hat Activision um eine Stellungnahme gebeten – eine Antwort steht noch aus.
Ein überfälliger Generationswechsel
Die Entscheidung, die PS4 und Xbox One hinter sich zu lassen, ist ein logischer und von vielen Fans lang ersehnter Schritt. Durch den Wegfall der technischen Kompromisse, die eine Unterstützung zehn Jahre alter Hardware erfordert, kann Infinity Ward das volle Potenzial der aktuellen Konsolengeneration ausschöpfen. Bessere Grafik, größere Spielwelten, aufwendigere KI und ein insgesamt runderes Spielerlebnis sind die erhoffte Folge.
Gleichzeitig trifft die Entscheidung einen Teil der Spielerbasis hart. Nicht jeder kann oder will mehrere Hundert Euro für eine neue Konsole ausgeben – zumal die Preise durch die globale DRAM-Krise auf einem Rekordhoch liegen. Wie viele Call-of-Duty-Spieler letztlich den Sprung auf die aktuelle Generation schaffen, wird sich zeigen. Fest steht: Die Ära der Last-Gen-Unterstützung bei Call of Duty ist endgültig vorbei.
