Borderlands 4: Rekordstart auf Steam mit über 200k Spielern trotz Performance-Problemen

Borderlands 4 hat die Gaming-Welt im Sturm erobert. Nur eine Stunde nach dem Launch am 11. September 2025 brach der neueste Teil der Loot-Shooter-Reihe alle bisherigen Franchise-Rekorde auf Steam. Mit über 148.000 gleichzeitigen Spielern übertraf das Spiel deutlich die bisherigen Bestmarken von Borderlands 2 (124.000 Spieler) und Borderlands 3 (94.000 Spieler). Doch hinter diesem beeindruckenden Erfolg verbergen sich auch erhebliche technische Probleme, die die Community spalten.

Der Weg nach Kairos: Story und Setting

Borderlands 4 entführt die Spieler auf den mysteriösen Planeten Kairos, der jahrtausendelang durch eine schützende Barriere vom Rest der Galaxie isoliert war. Diese Abgeschiedenheit endete abrupt, als Liliths Teleportation von Pandoras Mond Elpis am Ende von Borderlands 3 die Schutzschicht durchbrach. Psycho-Masken regneten vom Himmel, und die unterdrückte Bevölkerung begann sich gegen ihren Herrscher zu erheben.

Im Zentrum der Geschichte steht der Timekeeper, ein ruhiger, aber eiskalter Diktator, der Kairos mit eiserner Faust regiert. Seine synthetische Armee „The Order“ kontrolliert die Bevölkerung durch kybernetische Implantate. Doch die Ankunft von Elpis hat eine Rebellion ausgelöst, angeführt von den „Rippers“ unter ihrer Königin Callis, die sich ihre Kontrollimplantate herausgerissen haben – um den Preis ihrer geistigen Gesundheit.

Die vier neuen Vault Hunter kämpfen nicht nur für Beute und Ruhm, sondern für die Freiheit eines ganzen Planeten. Diese persönlichere, reifere Erzählweise wurde von vielen Kritikern als deutliche Verbesserung gegenüber den Calypso-Zwillingen aus Borderlands 3 gelobt.

Gameplay-Evolution: Neue Höhen der Mobilität

Gearbox hat das bewährte Loot-Shooter-Gameplay deutlich erweitert. Zum ersten Mal in der Serie-Geschichte können Spieler eine nahtlose Welt ohne Ladebildschirme erkunden. Neue Bewegungsmöglichkeiten wie Doppelsprünge, Gleiten, Ausweichen und ein Enterhaken erweitern die taktischen Optionen erheblich.

Die vier neuen Vault Hunter bringen jeweils drei einzigartige Action Skills mit, die unterschiedliche Spielstile ermöglichen. Das Waffensystem verspricht erneut „Milliarden“ von Kombinationsmöglichkeiten, wobei die Gunplay-Mechaniken als die bisher besten der Serie gelobt werden.

Rekordverdächtige Spielerzahlen

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Borderlands 4 erreichte auf Steam innerhalb weniger Stunden über 200.000 gleichzeitige Spieler – ein neuer Franchise-Rekord. Das Spiel dominierte die Verkaufscharts sowohl auf Steam als auch im PlayStation Store. Randy Pitchford, CEO von Gearbox, prognostizierte selbstbewusst, dass das Franchise mit diesem Launch die 100-Millionen-Verkaufsmarke „leicht“ überschreiten werde.

Diese beeindruckenden Zahlen werden noch durch die gestaffelte Veröffentlichung verstärkt: PC-Spieler erhielten 12 Stunden Vorsprung vor den Konsolenversionen, und Switch 2-Besitzer müssen sich sogar bis zum 3. Oktober gedulden.

Die Schattenseite des Erfolgs: Performance-Probleme

Trotz des kommerziellen Triumphs kämpft Borderlands 4 mit erheblichen technischen Schwierigkeiten. Auf Steam rutschte das Spiel innerhalb weniger Stunden in den Bereich „Größtenteils negativ“ ab, hauptsächlich aufgrund von Performance-Problemen. Spieler berichten von:

  • Massiven Framerate-Einbrüchen, besonders in Kampfsituationen
  • Häufigen Abstürzen und Freezes
  • Stotternden Zwischensequenzen
  • Texture-Pop-ins und Grafikfehlern
  • Schlechter Optimierung selbst auf High-End-Systemen

Besonders alarmierend: Selbst mit einer RTX 5090 und einem Ryzen 9 9950X3D kämpft das Spiel darum, konstante 70 FPS bei 1440p zu erreichen. Die Unreal Engine 5, auf der Borderlands 4 basiert, wird erneut für ihre mangelnde Optimierung kritisiert.

Randy Pitchford warnte bereits vor dem Launch, dass „ältere Hardware möglicherweise keine butterweiche Performance“ liefern würde. Allerdings zeigen die Berichte, dass selbst modernste Systeme Schwierigkeiten haben, was die Definition von „älterer Hardware“ in Frage stellt.

Post-Launch-Content: Ein ambitionierter Fahrplan

Gearbox hat einen umfangreichen Post-Launch-Plan vorgestellt, der sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Inhalte umfasst:

Kostenlose Updates:

  • Saisonale Mini-Events: Beginnend mit „Horrors of Kairos“ im Oktober
  • Wöchentliche Wildcards: Rotierende Missionen mit garantierten Legendary-Belohnungen
  • Invincible Bosses: Extrem schwere Endgame-Bosse mit exklusiven Belohnungen
  • Pearlescent-Waffen: Die lang ersehnte Rückkehr der ultra-seltenen Waffentyp aus Borderlands 2

Kostenpflichtige DLCs:

  • Story Pack 1 (Q1 2026): „Mad Ellie and the Vault of the Damned“ – ein düsteres Cosmic-Horror-Abenteuer mit Moxxi's Tochter Ellie als Hauptfigur, inklusive neuem Vault Hunter
  • Story Pack 2 (später 2026): Details noch unbekannt
  • Vier Bounty Packs: Kleinere narrative Inhalte mit neuer Ausrüstung

Der Ultimate Vault Hunter Mode wurde komplett überarbeitet: Spieler müssen die Kampagne nicht mehr wiederholen, sondern können direkt in schwierigere Inhalte einsteigen.

Editionen und Preise

Borderlands 4 ist in verschiedenen Editionen erhältlich:

  • Standard Edition: 69,99€
  • Deluxe Edition: 99,99€
  • Super Deluxe Edition: 129,99€ (inkl. beide Story Packs)
  • Collector's Edition: 149,99€

Eine besondere Aktion bietet Nvidia GeForce NOW: Neue Mitglieder, die bis zum 25. September ein 12-monatiges Ultimate-Abonnement abschließen, erhalten Borderlands 4 kostenlos dazu – ein Gegenwert von 69,99€.

Plattformverfügbarkeit und technische Features

Das Spiel ist verfügbar für:

  • PC (Steam und Epic Games Store) – seit 11. September
  • PlayStation 5 und Xbox Series X/S – seit 12. September
  • Nintendo Switch 2 – ab 3. Oktober

Technische Highlights für PC-Spieler:

  • DLSS 4 Support mit Multi Frame Generation für RTX 50-Series
  • NVIDIA Reflex für reduzierte Latenz
  • Crossplay zwischen allen Plattformen
  • 2-Spieler Splitscreen auf Konsolen

Die kritische Rezeption

Die professionelle Presse zeigt sich größtenteils positiv, mit einem Metacritic-Score von 84 basierend auf 63 Reviews. Gelobt werden:

  • Das reifere Writing und die bessere Story
  • Die verbesserten Gunplay-Mechaniken
  • Die nahtlose Open World
  • Der charismatische Antagonist

Kritisiert werden hauptsächlich die technischen Probleme, wobei mehrere Reviewer explizit auf die Notwendigkeit von Patches hinweisen.

Fazit: Ein diamantener Kern mit rauer Oberfläche

Borderlands 4 ist zweifellos das ambitionierteste Spiel der Serie. Die Evolution des Gameplays, die reifere Erzählweise und die beeindruckende nahtlose Welt zeigen, dass Gearbox aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Der Timekeeper etabliert sich bereits jetzt als würdiger Nachfolger von Handsome Jack, und die neuen Vault Hunter bieten vielfältige Spielmöglichkeiten.

Allerdings werfen die massiven Performance-Probleme einen dunklen Schatten auf diesen ansonsten glänzenden Launch. Es ist bedauerlich, dass ein Spiel mit solchem Potenzial durch technische Mängel zurückgehalten wird – ein Problem, das in der AAA-Industrie leider immer häufiger auftritt.

Für Fans der Serie ist Borderlands 4 trotz seiner Schwächen ein Pflichtkauf, besonders wenn Gearbox die versprochenen Patches liefert. Neueinsteiger sollten möglicherweise einige Wochen warten, bis die gröbsten technischen Probleme behoben sind. Der umfangreiche Post-Launch-Content verspricht jedenfalls eine lange und aufregende Zukunft für das Spiel.

Mit über 200.000 gleichzeitigen Spielern auf Steam und der Aussicht auf 100 Millionen verkaufte Einheiten des Franchise ist eines klar: Borderlands 4 ist trotz aller Probleme ein massiver kommerzieller Erfolg. Ob es auch langfristig die Herzen der Spieler erobern kann, wird davon abhängen, wie schnell und effektiv Gearbox die technischen Probleme in den Griff bekommt.

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