Der Kampf zwischen Battlefield und Call of Duty erreicht in diesem Jahr einen neuen Höhepunkt. EA hat auf der offiziellen Battlefield-Webseite ein Banner veröffentlicht, das Battlefield 6 zum „meistverkauften Shooter des Jahres“ erklärt – eine Behauptung, die den direkten Konkurrenten Call of Duty: Black Ops 7 in den Schatten stellt.
Beeindruckende Verkaufszahlen und rekordverdächtiger Launch
Battlefield 6 hat sich seit seinem Release am 10. Oktober 2025 als kommerzieller Erfolg erwiesen. Laut EA wurden bereits in den ersten drei Tagen über 7 Millionen Exemplare verkauft, was den größten Franchise-Launch aller Zeiten markiert. Analysten von Alinea Analytics schätzen, dass die Gesamtverkäufe mittlerweile die 10-Millionen-Marke überschritten haben.
Die Zahlen auf Steam untermauern diesen Erfolg eindrucksvoll: Mit einem Peak von 747.440 gleichzeitigen Spielern landete Battlefield 6 auf Platz 14 der meistgespielten Steam-Spiele aller Zeiten. Allein aus Vorbestellungen soll der Shooter rund 35 Millionen US-Dollar generiert haben.
Black Ops 7 kämpft mit massiven Problemen
Während Battlefield 6 triumphiert, erlebt Call of Duty: Black Ops 7 einen der schwächsten Launches der Franchise-Geschichte. Laut Daten von GfK lagen die physischen Verkaufszahlen in Großbritannien beim Launch 61 Prozent unter denen von Black Ops 6 – und damit sogar unterhalb der Zahlen von Battlefield 6.
Auf Steam erreichte Black Ops 7 lediglich einen Peak von etwa 86.000 gleichzeitigen Spielern, was einem Rückgang von rund 70 Prozent im Vergleich zu den über 300.000 Spielern von Black Ops 6 entspricht. Besonders alarmierend für Activision: Der User-Score auf Metacritic fiel auf 1,7 von 10 Punkten, was Black Ops 7 zum schlechtesten bewerteten Call of Duty überhaupt macht. Kritisiert werden vor allem die enttäuschende Kampagne und der Einsatz von KI-generierten Inhalten.
Ein wichtiger Faktor bei diesen Verkaufszahlen ist allerdings der Xbox Game Pass: Black Ops 7 war ab Tag eins im Abo-Dienst verfügbar, was naturgemäß die Retail-Verkäufe beeinflusst.
Nicht alles glänzt: Kritik an Season 1 und RedSec
Trotz der kommerziellen Erfolge kämpft auch Battlefield 6 mit Gegenwind aus der Community. Mit dem Start von Season 1 und dem kostenlosen Battle-Royale-Modus RedSec am 28. Oktober hat sich die Stimmung merklich eingetrübt. Die Steam-Reviews sind in den letzten 30 Tagen auf „Mixed“ (58% positiv) gefallen, während das Gesamtrating bei 71% Mostly Positive liegt.
Die Hauptkritikpunkte der Community:
Battle Pass und Werbung: Spieler kritisieren aggressive Pop-up-Werbung für den kostenpflichtigen Battle Pass bei jedem Spielstart. Viele empfinden Mikrotransaktionen in einem 70-Dollar-Vollpreisspiel als unangebracht.
Erzwungene RedSec-Integration: Besonders umstritten ist die Verknüpfung der wöchentlichen Challenges mit dem Battle-Royale-Modus. Spieler, die nur den klassischen Multiplayer bevorzugen, werden gezwungen, RedSec zu spielen, um alle Belohnungen freizuschalten. EA hat mittlerweile reagiert und die Reroll-Funktion angepasst, sodass keine RedSec-Challenges mehr erscheinen, wenn man sie ablehnt.
Unrealistische Skins: Ein besonders kontroverser Skin namens „Wicked Grin“ mit blauem Design und aufgemalten Zähnen wurde nach massiver Kritik stillschweigend entfernt. Viele Spieler sehen dies als Bruch des Versprechens, Battlefield 6 „realistischer“ zu halten als die Konkurrenz.
Kleine Maps: Während der Battle-Royale-Modus eine riesige Map bietet, kritisieren Multiplayer-Fans die vergleichsweise beengten Standard-Maps.
Analysten: Call of Duty bleibt langfristig dominant
Trotz des schwachen Starts von Black Ops 7 erwarten Analysten, dass Call of Duty seine Marktdominanz behaupten wird. Rhys Elliott von Alinea Analytics erklärt, dass Battlefield traditionell auf dem PC am stärksten performt, während Call of Duty eine „Multi-Plattform-Macht“ mit einer treuen Casual-Spielerbasis sei, die jährlich aus Gewohnheit kauft.
Die Integration mit Warzone sorge zudem für ständige Präsenz durch Marketing, In-Game-Promotionen und Social-Media-Aktionen, die Aufmerksamkeit in Käufe umwandeln. Dennoch: Sollte EA seinen Roadmap-Plan einhalten und den Battle-Royale-Modus zu einem echten Battlefield-Erlebnis ausbauen, könnte die Franchise in den kommenden Jahren zu einer ernsthaften Konkurrenz für Call of Duty heranwachsen.
Starke Konkurrenz durch ARC Raiders
Neben dem direkten Duell mit Black Ops 7 muss sich Battlefield 6 auch gegen ARC Raiders behaupten. Der Shooter von Embark Studios, der am selben Tag wie Battlefield 6 erschien, hat trotz seiner viralen Erfolge bislang etwa 4 Millionen Exemplare verkauft und erreichte einen Peak von knapp 482.000 gleichzeitigen Steam-Spielern.
Ein historisches Jahr für den Shooter-Markt
2025 markiert möglicherweise einen Wendepunkt im jahrelangen Duell zwischen Battlefield und Call of Duty. Während EA allen Grund zum Feiern hat, muss die Franchise beweisen, dass sie die Community-Kritik ernst nimmt und nicht dieselben Fehler wie bei Battlefield 2042 wiederholt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Live-Service-Ansatz mit Battle Pass und Battle Royale langfristig funktioniert – oder ob die Honeymoon-Phase bereits vorüber ist.