Das Vereinigte Königreich weitet sein TikTok-Verbot auf Regierungsgeräte aus. Die App ist nun auch auf den Diensthandys der Abgeordneten und ihrer Mitarbeiter verboten. Außerdem darf kein Smartphone, auf dem die App installiert ist, das WLAN des Parlaments nutzen.
Das berichtet unter anderem die BBC. Wie so oft bei diesen TikTok-Verboten steht es den betroffenen Personen weiterhin frei, TikTok auf einem privaten Gerät über ihre eigene Internetverbindung zu nutzen, aber auch davon wird normalerweise dringend abgeraten. Das Verbot ergänzt das Verbot, das vor knapp einer Woche verhängt wurde, als TikTok von den Geräten der Kabinettsmitglieder entfernt werden musste.
Der Grund für das Verbot der App ist Spionage. TikTok wird von der chinesischen Firma ByteDance entwickelt, und mehrere Behörden werfen diesem Unternehmen enge Verbindungen zur Kommunistischen Partei Chinas vor. Der CEO von TikTok, Shou Zi Chew, wurde am Donnerstag vom US-Kongress zu diesen Verdächtigungen befragt. Auch dort ist die Skepsis gegenüber TikTok groß.
Der Topmanager bestritt, dass TikTok Verbindungen zur chinesischen Regierung hätte. Er sagte auch, dass das Unternehmen Maßnahmen ergreift, um Kinder vor Inhalten zu schützen, die für sie schädlich sein könnten, und dass die Nutzerdaten zunehmend in dem Gebiet gespeichert werden, aus dem sie stammen. Dies gilt für die USA, aber auch für Europa. Die chinesische Botschaft in London reagierte auf das erste britische Verbot in der vergangenen Woche mit der Aussage, es sei eher politisch als sachlich motiviert, schrieb die BBC.
Andere Länder und Parteien mit TikTok-Verboten auf Regierungsebene sind Belgien, Schottland, die USA, Kanada und die Europäische Kommission. Auch in den Niederlanden steht ein solches Verbot kurz bevor. Es wird für die Diensthandys von Beamten gelten. In Indien ist die App landesweit verboten worden.
