ASUS beendet die jahrzehntelange Vorherrschaft der TN-Panels im Wettkampfbereich. Der Hersteller tauscht die alte Technologie komplett gegen OLED-Displays aus. Gleich vier neue Modelle im 24,5-Zoll-Format stehen ab sofort für Profispieler bereit. Damit vollzieht ASUS einen der größten technischen Umbrüche, die der Esport-Markt in den letzten Jahren erlebt hat.
Was sind das eigentlich für Monitore?
Zwei der vier Geräte nutzen Tandem-WOLED-Panels von LG Display, die anderen beiden setzen auf QD-OLED-Panels von Samsung Display. Alle vier Modelle bleiben bei einer nativen Auflösung von 1.920 mal 1.080 Pixeln.
Full HD sorgt dafür, dass selbst High-End-Grafikkarten die enormen Bildraten stabil ausgeben können. Genau darum dreht sich in diesem Beitrag alles: die vier neuen Modelle, ihre Reaktionszeiten und die Gründe für den kompletten Technologiewechsel.
Die Gründe für den Abschied von TN-Panels
TN-Panels galten lange als einzige echte Option für Wettkampfspieler. Schnelle Schaltzeiten überzeugten trotz schwacher Farbdarstellung und schlechter Blickwinkel. Mittlerweile haben OLED-Panels diesen Vorteil jedoch eingeholt und sogar übertroffen. Die neuen Panels erreichen Grau-zu-Grau-Reaktionszeiten von 0,02 bis 0,03 Millisekunden.
Zusätzlich bieten sie einen praktisch unendlichen Kontrast, wodurch Gegner in dunklen Ecken deutlich besser sichtbar werden. Aus diesem Grund verliert TN seinen letzten verbliebenen Trumpf im kompetitiven Bereich.
Folgende Punkte machen die neue OLED-Generation für Profispieler besonders attraktiv:
- Reaktionszeiten von nur 0,02 bis 0,03 Millisekunden für nahezu verzögerungsfreie Bildwechsel
- Bildwiederholraten von bis zu 720 Hz für extrem flüssige Darstellung
- DisplayPort 2.1 mit 80 Gbit/s Bandbreite für verlustfreie Signalübertragung
- Integrierte Messskalen an den Standfüßen für reproduzierbare Einstellungen
Dementsprechend verschiebt sich der technologische Maßstab im Esport spürbar. Wer bislang auf TN setzte, bekommt nun eine leistungsstärkere Alternative geboten.
Gamescom 2026: ASUS bestätigt Preise und Termin
Auf der Gamescom im August 2026 präsentierte ASUS die finalen technischen Daten zum Spitzenmodell. Gleichzeitig gab der Hersteller die unverbindliche Preisempfehlung für den europäischen Markt bekannt. Bereits im Juni 2026 hatte ASUS den weltweit ersten 24,5-Zoll-OLED-Monitor mit 540 Hz vorgestellt.
Später ergänzten schnellere Modelle diese erste Generation. Zudem entschied sich ASUS strategisch dafür, bei der Panel-Beschaffung primär auf LG Display zu setzen. Diese Entscheidung sicherte die angestrebten Bildraten deutlich stabiler ab.
Im August 2026 folgte dann die offizielle Partnerschaft mit dem Verband PGL für das CS2-Major in Singapur. Der ROG Swift OLED PG259QWS Ace wurde dabei als offizieller Turniermonitor ausgewählt. Somit zementiert sich OLED endgültig als Standardtechnologie im professionellen Counter-Strike 2.
Die vier neuen Esport-Monitore im Überblick
Alle vier Modelle unterscheiden sich in Panel-Technik, Bildrate und Preis. Trotzdem verfolgen sie dasselbe Ziel: maximale Reaktionsgeschwindigkeit bei kompaktem 24,5-Zoll-Format. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Leistungsdaten im direkten Vergleich.
| Modell | Panel-Typ | Bildrate (max.) | Reaktionszeit | UVP (ca.) |
| ROG Swift OLED PG259QWS Ace | Tandem-WOLED | 720 Hz | 0,02 ms | 1.149 € |
| ROG Strix OLED XG259QDPG Ace | QD-OLED | 560 Hz | 0,03 ms | k. A. |
| ROG Strix OLED XG259QWPG Ace | Tandem-WOLED | 540 Hz | 0,02 ms | 729 € |
| ROG Strix OLED XG259QDNS Ace | QD-OLED | 360 Hz | k. A. | k. A. |
Wie die Tabelle zeigt, deckt ASUS mit dieser Reihe unterschiedliche Budgets ab. Für Einsteiger in den professionellen Bereich bietet sich das 360-Hz-Modell an. Ambitionierte Profispieler greifen dagegen eher zum Flaggschiff mit 720 Hz.
ROG Swift OLED PG259QWS Ace: das neue Flaggschiff
Der PG259QWS Ace bildet die Spitze der neuen Modellreihe. Mit nativen 720 Hz erreicht er eine Bildrate, die vor wenigen Jahren noch undenkbar schien. Ein Tandem-WOLED-Panel sorgt hierbei für die nötige Leuchtkraft ohne thermische Probleme. Außerdem unterstützt das Gerät DisplayPort 2.1 mit UHBR20-Standard und 80 Gbit/s Bandbreite. Dadurch entsteht in der gesamten Signalkette kein Flaschenhals mehr.
Genau dieses Modell wählte der Verband PGL als offiziellen Monitor für das CS2 Major in Singapur aus. Spieler wechseln dort erstmals großflächig von 360-Hz- oder 540-Hz-TN-Panels auf die neue Tandem-WOLED-Technik. Diese Umstellung reduziert die Bewegungsunschärfe bei schnellen Kamerabewegungen spürbar.
ROG Strix OLED Ace-Serie: drei weitere Modelle für jedes Budget
Neben dem Flaggschiff ergänzen drei weitere Modelle das Portfolio. Der XG259QDPG Ace nutzt ein QD-OLED-Panel und erreicht bis zu 560 Hz. Zusätzlich verfügt er über die Zertifizierung DisplayHDR True Black 600. Der XG259QWPG Ace setzt wiederum auf Tandem-WOLED und schafft 540 Hz bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 729 Euro.
Damit richtet sich dieses Modell klar an preisbewusste Wettkampfspieler. Das vierte Modell, der XG259QDNS Ace, bildet mit 360 Hz den Einstieg in die neue Generation. Trotzdem bleibt auch dieses Gerät ein QD-OLED-Panel mit erweitertem Farbvolumen. Insgesamt deckt ASUS damit die komplette Bandbreite von Einsteiger- bis Profianforderungen ab.
Tandem-WOLED bringt mehr Helligkeit und längere Haltbarkeit
Die Tandem-WOLED-Architektur stapelt zwei Leuchtschichten übereinander. Dadurch sinkt die Belastung pro einzelner Diode erheblich. Genau das ermöglicht die extremen Bildwiederholraten von bis zu 720 Hz, ohne die thermischen Grenzen des Panels zu sprengen. Bei herkömmlichen Single-Layer-OLEDs würde eine solche Belastung zu schnellerer Degradation führen. Die folgende Tabelle zeigt die konkreten Verbesserungen gegenüber Standard-OLED-Panels.
| Eigenschaft | Verbesserung durch Tandem-WOLED |
| Spitzenhelligkeit | ca. 15 % höher |
| Farbvolumen | ca. 25 % größer |
| Panel-Lebensdauer | bis zu 60 % länger |
Diese Zahlen verdeutlichen, warum ASUS gerade beim Flaggschiff auf diese Technik setzt. Höhere Helligkeit und längere Haltbarkeit sind für den täglichen Trainingseinsatz entscheidend.
OLED Care schützt die Panels vor Einbrennen
Statische Interface-Elemente wie Healthbars oder Minimaps stellen für OLED-Panels grundsätzlich ein Risiko dar. ASUS begegnet diesem Problem mit einer eigenen Schutz-Suite namens OLED Care. Diese kombiniert Hardware und Software zu einem umfassenden Schutzkonzept. Folgende Maßnahmen gehören konkret dazu:
- Neo Proximity Sensor, der die Anwesenheit des Spielers erkennt und den Bildschirm automatisch abdunkelt
- Pixel-Cleaning-Zyklen zur regelmäßigen Reinigung der Panelstruktur
- Screen-Move-Algorithmen, die statische Elemente minimal verschieben
- Steuerung über das DisplayWidget Center für individuelle Einstellungen
In Tests zeigte sich, dass der Monitor bei Abwesenheit des Nutzers zuverlässig abdunkelt. Dadurch sinkt das Risiko von Einbrenneffekten bei langen Trainingssessions deutlich.
Ergonomie und Anschlüsse für den Trainingsalltag
Neben der reinen Bildqualität legt ASUS großen Wert auf präzise Ergonomie. Profispieler benötigen reproduzierbare Einstellungen, besonders bei Turnierwechseln zwischen verschiedenen Stationen. Deshalb verbauen die neuen Modelle Messskalen direkt an den Standfüßen. Folgende mechanische Werte kennzeichnen die neue Generation:
- Höhenverstellbarkeit von 155 mm für individuelle Sitzpositionen
- Neigungsbereich von minus 5 Grad bis plus 33 Grad
- DisplayHDR True Black 600 Zertifizierung beim QD-OLED-Modell XG259QDPG Ace
Solche Details wirken auf den ersten Blick klein. In der Praxis sparen sie Profispielern bei Turnieren jedoch wertvolle Sekunden bei der Einrichtung.
ASUS OLED-Serie setzt neuen Maßstab für Wettkampfmonitore
Mit vier neuen 24,5-Zoll-OLEDs beendet ASUS die TN-Ära endgültig. Reaktionszeiten von 0,02 Millisekunden und Bildraten von bis zu 720 Hz waren mit TN-Technik niemals erreichbar.
Gleichzeitig bietet die neue Generation deutlich bessere Farben und Kontraste. Für Spieler mit begrenztem Budget lohnt sich der Blick auf den XG259QWPG Ace für 729 Euro. Wer dagegen das absolute Maximum an Leistung sucht, greift zum PG259QWS Ace für rund 1.149 Euro, dem offiziellen Monitor des PGL CS2 Major in Singapur.