Assassin’s Creed: Zweites Remake neben Black Flag Resynced in Arbeit

Ubisoft arbeitet offenbar nicht nur an Assassin's Creed: Black Flag Resynced, sondern hat bereits ein weiteres Remake der Reihe in Entwicklung. Mehrere bekannte Insider deuten darauf hin, dass es sich dabei um das originale Assassin's Creed von 2007 handeln könnte.

Am 23. April enthüllte Ubisoft Assassin's Creed: Black Flag Resynced offiziell in einer eigenen Showcase-Präsentation – das erste vollwertige Remake der gesamten Reihe. Dass das Piraten-Abenteuer von 2013 neu aufgelegt wird, war längst ein offenes Geheimnis: Ubisoft selbst bezeichnete es scherzhaft als „das am schlechtesten gehütete Geheimnis der Spielebranche“. Der Release ist für den 9. Juli 2026 bestätigt, das Spiel erscheint für PS5, Xbox Series X|S und PC. Doch nur einen Tag nach der Enthüllung sorgte eine andere Nachricht für Aufsehen.

Tom Henderson: Weiteres Assassin's-Creed-Remake bereits in Arbeit

In der Ausgabe vom 24. April des Insider Gaming Weekly Podcasts erklärte Chefredakteur Tom Henderson, dass Ubisoft neben Black Flag Resynced an einem weiteren Assassin's-Creed-Remake arbeite. Das Projekt konzentriere sich auf einen der früheren Teile der Reihe, ohne dass Henderson einen konkreten Titel nannte. Je nach kommerziellem Erfolg von Black Flag Resynced wolle Ubisoft anschließend weitere Remakes in Angriff nehmen.

Henderson lieferte zudem interessante Details zu Black Flag Resynced selbst: Die DLCs des Originals – darunter der beliebte Standalone-DLC „Freedom Cry“ – seien aktuell nicht Teil des Remakes. Sollte sich der Titel allerdings außerordentlich gut verkaufen, könnte Ubisoft die DLC-Inhalte in einigen Jahren nachliefern.

Leaker j0nathan: Wahrscheinlich das originale Assassin's Creed

Zwei Tage nach Hendersons Aussage meldete sich am 26. April auch der französische YouTuber und bekannte Assassin's-Creed-Leaker j0nathan zu Wort. Auf X (ehemals Twitter) bestätigte er, bereits 2023 von einem seiner Kontakte Ähnliches gehört zu haben. Er ging sogar einen Schritt weiter und äußerte die Vermutung, dass es sich bei dem zweiten Remake um das originale Assassin's Creed von 2007 handeln dürfte – auch wenn er dies als fundierte Einschätzung und nicht als gesicherte Insider-Information bezeichnete.

Warum gerade der erste Teil?

Dass Ubisoft dem Erstling Priorität einräumen könnte, ergibt aus mehreren Gründen Sinn. Das 2007 von Ubisoft Montreal entwickelte Spiel rund um den Assassinen Altaïr Ibn-La'Ahad im Heiligen Land während des Dritten Kreuzzugs legte den Grundstein für eine milliardenschwere Franchise – hat aber im Vergleich zu seinen Nachfolgern am stärksten unter dem Zahn der Zeit gelitten. Die Missionsstruktur gilt als die repetitivste der gesamten Reihe, das Kampfsystem als das eindimensionalste, und die Steuerung wirkt nach heutigen Maßstäben klobig.

Hinzu kommt ein entscheidender Punkt: Assassin's Creed 1 ist der einzige Hauptteil der Reihe, der nie für PlayStation 5 oder Xbox Series X|S portiert wurde. Eine ganze Generation von Spielern hatte bislang keine Möglichkeit, den Ursprung der Franchise auf modernen Konsolen zu erleben. Ein Remake wäre damit nicht nur eine Qualitätsverbesserung, sondern würde eine echte Lücke im Portfolio schließen.

Im Vergleich zu Black Flag Resynced wäre ein Remake des ersten Teils zudem ein deutlich transformativeres Projekt. Black Flag verfügte bereits 2013 über Seekampf, eine offene Spielwelt mit erkundbaren Inseln, Jagd-Mechaniken und eine filmisch erzählte Geschichte – Elemente, die auch heute noch gut funktionieren und „nur“ modernisiert werden müssen. Bei Assassin's Creed 1 hingegen müssten weite Teile des Gameplays von Grund auf neu gedacht werden.

Was wir über Black Flag Resynced wissen

Währenddessen nimmt das bereits angekündigte Remake konkrete Formen an. Assassin's Creed: Black Flag Resynced wurde von Ubisoft Singapore federführend entwickelt – mit vielen Entwicklern, die bereits am Original von 2013 mitgearbeitet haben. Das Spiel nutzt die neueste Version der Anvil Engine und bietet unter anderem:

Feature Details
Grafik Raytracing, hochauflösende Texturen, dynamisches Wettersystem, Dolby Atmos
Kampfsystem Komplett überarbeitet mit Fokus auf Paraden und Takedowns
Stealth Freies Ducken jetzt möglich; Verfolgungsmissionen führen bei Entdeckung nicht mehr zum sofortigen Scheitern
Parkour Verbesserte Animationen, Seilrutschen in Städten, flüssigere Bewegungen
Seekampf Erweitert um neue Sekundärwaffen, Fraktionsallianzen und Offiziere als Crew-Mitglieder
Neuer Content Neue Storylines für Blackbeard und Stede Bonnet, drei rekrutierbare Offiziere, neue Shanties, Haustiere, Fotomodus
Multiplayer Nicht enthalten – voller Fokus auf Einzelspieler
DLCs Derzeit nicht geplant (Freedom Cry etc. nicht im Remake)

Originalsprecher Matt Ryan, die Stimme von Edward Kenway, ist zurückgekehrt und hat neue Dialogzeilen eingesprochen. Auch der Grammy-nominierte Musiker Woodkid arbeitet erneut an der Musik der Franchise.

Editionen und Preise

Black Flag Resynced erscheint in drei Editionen:

Edition Preis Inhalt
Standard Edition 59,99 € Hauptspiel
Deluxe Edition (nur digital) 69,99 € Hauptspiel + Meisterassassine-Charakterpaket + Meisterassassine-Maritimpaket
Collector's Edition 199,99 € Deluxe-Inhalt + Edward-Kenway-Figur, Metallbrosche, SteelBook, Stoffkarte, Shanty-Notenblatt

Wer vorbestellt, erhält zudem Blackbeards blutrotes Paket mit einem exklusiven Kostüm, einem Schwert und einer Pistole für Edward Kenway. Wichtig für PC-Käufer der Collector's Edition: Hier ist keine physische Disc enthalten, sondern nur ein Download-Code.

Ubisofts Remake-Strategie und die Zukunft der Reihe

Die Gerüchte um ein zweites Remake fügen sich in ein größeres Bild. Ubisoft hat in den vergangenen Monaten mehrere ältere Assassin's-Creed-Titel mit 60-FPS-Updates für PS5 versehen – darunter Origins, Odyssey, Syndicate und zuletzt Unity. Das deutet auf eine breitere Strategie hin, den Back-Katalog der Reihe für moderne Hardware aufzubereiten.

Allerdings warnte Henderson im Podcast auch vor überzogenen Erwartungen an Ubisofts Remake-Offensive. Er verwies auf die problematischen Entwicklungen beim Splinter-Cell-Remake, das sich laut Berichten bis 2027 verzögern soll, sowie auf das eingestellte Prince-of-Persia-Remake. Nicht jedes angekündigte Remake-Projekt schafft es bis zur Veröffentlichung.

Neben den Remakes hat Ubisoft auch im Hauptreihen-Bereich noch einiges in der Pipeline: Assassin's Creed Hexe befindet sich weiterhin in Entwicklung, auch wenn dessen Creative Director kürzlich das Unternehmen verlassen hat. Wann das zweite Remake offiziell angekündigt wird, ist völlig unklar – bis Black Flag Resynced am 9. Juli 2026 in den Handel kommt und sich am Markt beweisen muss, dürfte Ubisoft dazu schweigen.

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