“The Insanity” – “Der Wahnsinn” ist der Name des Spiels, welches wir von Fettspielen.de heute unserem gefürchteten Testverfahren unterwerfen werden.
Ist “The Insanity” wahnsinnig gut, wahnsinnig schlecht oder schlicht und einfach “Wahnsinn”? Kann uns EvilKris mit dieser Kreuzung aus Escape Game und Point’n'Click-Horroradventure das Fürchten lehren oder ist dieses Halloween-Game hohl wie ein Kürbis?
Wir werden es für euch herausfinden und nehmen euch mit auf eine Geisterfahrt in das Schloss des Schreckens. Haltet euch fest!
Grafik: … ist schrecklich schön.
Schon beim ersten Klick steht fest: An der Grafik hat der Entwickler nicht gespart. Die Hintergrundbilder des Escape Games sind sehr detailreich und atmosphärisch, stimmungsvoll beleuchtet und effektreich in Szene gesetzt. Insbesondere das flackernde Licht und die wackelnde Kamera geben der Spielgrafik einen sehr intensiven und gut durchdachten Touch. Für die Bestwertung hätte ich mir jedoch ein noch professionelleres Polishing gewünscht. Insbesondere die Texturen hätten oftmals eine höhere Auflösung vertragen und auch die Schriftarten hätte man besser in den Gesamt-Grafikstil einbetten können. Alles in allem jedoch eine gut anzusehende und überzeugende Grafik!
Grafik: 4/5
Sound: … geht unter die Haut.
EvilKris hat bei dem Sound einfach alles richtig gemacht. Normalerweise ist fehlende Hintergrundmusik ein Kritikpunkt, da Musik viel Ambiente und Dynamik erzeugt. Bei diesem Spiel jedoch ist gerade die fehlende Hintergrundmusik das I-Tüpfelchen, welches die Soundwertung in die Kategorie “5 Sterne” hebt. Die Soundkulisse ist durchweg minimalistisch-atmosphärisch gehalten und zieht einen klanglichen Spannungsbogen, welcher vom verängstigten Atmen und pumpenden Herzklopfen der Hauptfigur, über knarrende Türen und raschelnde Schatten, bis hin zu verstörenden Geräuschen aus der Tiefe des Spukschlosses reicht.
Sound: 5/5
Steuerung: … hat die Hand im Spiel.
Gesteuert wird ausschließlich mit der mausführenden Hand, die – in klassischer Point’n'Click-Manier – den Mauscursor zu interessanten Punkten in den jeweiligen Räumen führt und diese auswählt, um mehr Informationen zu bekommen oder Interaktionen anzuschließen. Leider rückt die Steuerung zeitweise von der Ergonomie eines intuitiven Point’n'Click-Adventures ab, so dass die Kampfsequenzen einer Extra-Erklärung bedürfen, die das Spiel jedoch mitliefert.
Steuerung: 4/5
Umfang: … hängt von dir ab.
Bist du ein erfahrener Escape-Game-Spieler? Hast du Point’n'Click-Adventures schon mit der Muttermilch aufgesogen? Dann gehörst du vielleicht zu denjenigen Spielern, die “The Insanity” in schon 15-20 Minuten durchspielen können. Im Internet kursieren sogar Walkthrough-Videos, deren Spielzeit auf unter 10 Minuten gedrückt wurde. Bei normaler Spielerfahrung, Spielweise und der Durchsicht aller im Spiel auftretenden Dialoge steigert sich die Spiellänge jedoch erheblich.
Unabhängig vom Spieler bietet “The Insanity” dazu abwechslungsreiche Rätsel, interessante Dialoge und spannende Kämpfe. Auch wenn der Wiederspielwert genrebedingt stark vom persönlichen Geschmack des Spielers abhängig ist, attestiere ich dem Spiel einen großen und ausgewogenen Umfang.
Umfang: 4/5
Atmosphäre: … ist dicht und packend.
Das erste Mordwerkzeug ist Spiel ist ein Hammer, jedoch bräuchte der Spieler eher eine Machete, um sich durch die unglaublich dichte Atmosphäre zu schneiden. “The Insanity” zeigt auf beeindruckende Art und Weise wie stark das audiovisuelle Zusammenspiel von Bild und Ton auf das Spielgefühl und die Grundstimmung eines Spiels Einfluss nehmen kann. Keine Spielszene in “The Insanity” wird dem dramaturgischen Zufall überlassen, so dass die beklemmende und beängstigende Atmosphäre über die gesamte Spielzeit hinweg Bestand hat.
Atmosphäre: 5/5
Spaßfaktor: … ist der Gruselfaktor.
“Spaß” ist im Rahmen eines Spiels, welches wie Blei auf der Lunge drückt, ein unpassend wirkender Begriff. Dennoch lässt sich “Spielspaß” auch bei “The Insanity” durchaus messen – wenn auch in Form von der Bindung des Spielers and das Spiel und dem Wunsch des Spielers in diesem Spiel voranzukommen. Und – das sei allen Leserinnen und Lesern ausdrücklich gesagt – dieses Spiel wird euch packen und nicht mehr los lassen. Auch – und hier kommt die Qualität des Spiels besonders gut zum Vorschein – Escape-Game-Muffel werden hier auf ihre Kosten kommen. “The Insanity” ist Pflichtprogramm für den Flashgamer.
Spaßfaktor: 5/5
Fazit:
“The Insanity” ist wie ein kleiner Blockbuster unter den Flashspielen. Aufgrund der speziellen Thematik und der beängstigenden Horror-Atmosphäre reicht es vielleicht nicht für das Popcorn-Kino um 20:00, aber für die abgehärtete Spielerschaft ist dieses Spiel ein absoluter Geheimtipp. Wer also den ultimativen Kick sucht: Nachts auf, Licht aus, Vorhänge zu, Computer an – und Game on.
Getestet von Frederik Schrader


